Fotografie Basics – Teil 5: Gute Fotos mit Smartphones aufnehmen

By 10. Oktober 2018 März 23rd, 2020 Know-how
Gute Smartphone-Fotos

Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat – in den meisten Fällen also ein Smartphone. Auch wenn die Geräte keine professionellen Fotokameras ersetzen können, so gibt es doch ein paar Tricks, mit denen Sie das Beste aus Ihren Smartphone-Fotos rausholen.

Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte. Das gilt für Handwerker, die Baufortschritte dokumentieren müssen, mittelständische Unternehmen, die mit ansprechenden Fotos auf ihren Homepages einen professionellen Eindruck vermitteln möchten, oder kreative Start-ups, die über soziale Medien erste Aufträge an Land ziehen wollen. Was wäre zum Beispiel die Website eines Friseursalons ohne eindrucksvolle Vorher-nacher-Bilder? Genauso gehören auf die Homepage jedes Restaurants, Foodtrucks oder Imbissstandes Fotos, die Appetit auf die angebotenen Gerichte machen.

Wer jedoch keine professionelle Kamera-Ausstattung anschaffen möchte, kann durchaus auf ein Smartphone zurückgreifen. Längst sind Handykameras kein unterhaltsames Gimmick mehr: Dank der rasanten Entwicklung der mobilen Geräte kann sich die Bildqualität der integrierten Kameras sehen lassen.

Gute Smartphone-Fotos aufnehmen

Moderne Smartphones verfügen über hochauflösende Kameras, mit denen Sie weit mehr als nur Schnappschüsse aufnehmen können. Meist verfügen die mobilen Geräte über eine relativ weitwinklige Linse, kombiniert mit einem aus Platzgründen relativ kleinen Bildsensor. Deshalb eignen sich Smartphones besonders für Aufnahmen bei gutem Licht, vor allem für (Selbst-)Portraits, Landschaftsbilder oder Nahaufnahmen. Ob Mitarbeiterfotos für den Geschäftsbericht oder Internetauftritt, Produktfotos für einen Online-Shop oder Bilder von Baustellen, Werkshallen oder Firmenniederlassungen: Überall, wo viel Licht vorhanden ist, nehmen Sie mit modernen Smartphones überzeugende Fotos auf. Sport- und Tierfotografie zählen beispielsweise nicht zu den Stärken der integrierten Kameras, da bei den allermeisten Handy-Modellen kein optischer Zoom möglich ist. In jedem Fall kitzeln Sie mit ein paar einfachen Tricks das Maximale aus Ihrer Smartphone-Kamera heraus.

Der HDR-Modus und Motivprogramme

Alle modernen Smartphones verfügen über einen HDR-Modus und Motivprogramme. HDR bedeutet High Dynamic Range. Bei automatischen HDR-Programmen nimmt die Handykamera beim Auslösen mehrere Fotos mit unterschiedlicher Belichtung auf und fügt diese selbstständig zu einem fertigen Bild zusammen. Das heißt, es wird beispielsweise ein über-, ein unter- und ein korrekt belichtetes Foto geschossen. Sobald diese Aufnahmen nun zusammengefügt sind, entsteht ein Bild mit großem Dynamikumfang und außergewöhnlichen Kontrasten. Den HDR-Modus sollten Sie einsetzen, wenn Sie Aufnahmen bei sehr hellem Licht (und damit verbunden sehr dunklen Schatten) anfertigen möchten. Auf diese Weise gehen deutlich weniger Details in über- oder unterbelichteten Bereichen des Bildes verloren, als bei einem einfachen Bild.

Weiterhin lassen sich Smartphone-Kameras über zahlreiche Motivprogramme optimieren. Bei diesen Programmen passt die Software Blende, Belichtungszeit, ISO und weitere Parameter an äußere Einflüsse an. So gibt es zum Beispiel spezielle Modi für Portait-, Innen- oder Landschaftsaufnahmen, sowie Fotografien von Lebensmitteln, bei schlechten Lichtverhältnissen, Regen oder Nebel. Testen Sie die Motivprogramme ausführlich und kontrollieren Sie das Ergebnis. In manchen Fällen übertreibt es die Foto-Software mit der digitalen Retusche, sodass die Fotos sehr künstlich aussehen.

Smartphone-Fotos bei schlechtem Licht

Während der Dämmerung, nachts sowie bei widrigen Wetterverhältnissen stoßen Smartphone-Kameras selbst mit passendem Motivprogramm oft an ihre Grenzen. Häufig stellt die Fotosoftware bei zu wenig Licht einen enorm hohen ISO-Wert ein, sodass ein unschönes Bildrauschen unvermeidbar ist. Außerdem verwackeln Bilder bei wenig Licht schnell. Deshalb sollten Sie sich Gedanken über die Anschaffung eines Smartphone-Stativs machen. Da Smartphones selten mehr als 150 bis 180 g wiegen, müssen die Stative keinen großen Belastungen standhalten. So finden Sie bei Elektronik- oder Foto-Zubehör-Händlern bereits sehr preiswerte Tripods, die dennoch einen sicheren Stand gewährleisten.

Nun können Sie in den manuellen Einstellungen Ihrer Smartphone-Kamera einen niedrigen ISO und eine längere Belichtungszeit einstellen und auch bei Dunkelheit scharfe, gut ausgeleuchtete Fotos aufnehmen. Tipp: Stellen Sie einen Timer ein, sodass das ins Stativ eingespannte Smartphone absolut ruhig steht und Sie beim Auslösen das Bild nicht verwackeln. Alternativ können Sie ein Headset anschließen. Ist der Kamera-Modus aktiv, so nehmen Sie mit einem Druck auf die Lauter-Taste bei den meisten Smartphones ein Foto auf.

Keine manuellen Einstellungsmöglichkeiten? Kein Problem.

Nicht bei allen Smartphones können Sie Parameter wie Blende, Belichtungszeit oder ISO-Wert selbst festlegen. Es gibt jedoch zahlreiche Foto-Apps, die diese manuellen Einstellungsmöglichkeiten simulieren. Somit können Sie mit Ihrem Smartphone beispielsweise Langzeitbelichtungen aufnehmen, selbst wenn Sie die Verschlusszeit gar nicht ändern können. In diesem Fall werden über einen von Ihnen gewählten Zeitraum viele einzelne Bilder aufgenommen. Im Anschluss daran fügt die Software einzelnen Aufnahmen dann zu einem einzigen Foto zusammen. Auch hier ist die Verwendung eines kleinen Stativs für gute Ergebnisse unerlässlich.

Über verschiedene Modi können Sie festlegen, ob Sie ein dunkles Bild auf diese Weise einfach aufhellen, eine bewusste Bewegungsunschärfe generieren oder künstlerische Light Trails erzeugen möchten. Diese Lichtspuren entstehen, wenn Sie bei Dunkelheit ein sich bewegendes, leuchtendes Objekt, zum Beispiel ein Auto mit angeschalteten Lichtern, fotografieren. Während die Umgebung scharf dargestellt wird, verschwimmt das vorbeifahrende Auto und hinterlässt einen Lichtstrahl.

Sie können noch viele weitere Funktionen einer richtigen Kamera mit Apps simulieren. Mit ein bisschen Übung werden Sie damit ordentliche Ergebnisse erzielen, wenngleich diese natürlich nicht mit Fotos mithalten können, die mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen wurden.

Optimieren Sie Ihre Fotos im Nachhinein

Neben Apps, die Ihnen erweiterte Einstellungsmöglichkeiten beim Fotografieren ermöglichen, gibt es natürlich auch Anwendungen, mit denen Sie Ihre Fotos direkt am Smartphone bearbeiten können. Mit Diesen schneiden Sie Ihre Schnappschüsse direkt am Smartphone zu, modifizieren die Ausrichtung, Farbsättigung und Belichtung oder wenden Filter an. Die Tools lassen sich meist sehr intuitiv steuern und sind zur Benutzung mit Touchscreens optimiert.

Bequemer bearbeiten Sie Bilder jedoch am Computer. Sollten Sie keine Profi-Bildbearbeitungssoftware zur Verfügung haben, können Sie zum Beispiel auf pixlr.com ausweichen. In dem Online-Editor können Sie Ihre Fotos optimieren, Filter anwenden oder völlig neue Grafiken kreieren. In einem Tutorial zu pixlr.com hier im Blog wird Ihnen die Anwendung genauer vorgestellt.

Wirklich hochwertige Ergebnisse erzielen Sie mit einer professionellen Bildbearbeitungssoftware, wie zum Beispiel Adobe Photoshop. Hier können Sie Ihrer Kreativität völlig freien Lauf lassen und Fotos anpassen, beschneiden und retuschieren. Entfernen Sie unerwünschte Objekte oder fügen Sie Objekte aus anderen Bildern hinzu. Zudem gibt es unzählige Filter und Effekte. Hier im Blog finden Sie einige Einsteiger-Tutorials für Photoshop, in denen die grundlegenden Funktionen erklärt werden.

Kann ein Smartphone professionelle Kameras ersetzen?

Vergleichen Sie nun Fotos, die mit einem Smartphone aufgenommen wurden, mit denen einer hochwertigen Kamera, so werden Sie definitiv Qualitätsunterschiede feststellen. Egal, ob Bridge-, Kompakt- oder Spiegelreflexkamera: Diese Geräte wurden speziell zum Fotografieren entwickelt. Durch hochwertige Bildsensoren, Zoomobjektive und vielfältige manuelle Einstellungsmöglichkeiten sind Fotokameras nicht nur flexibler als Smartphones, sie liefern auch bei unterschiedlichsten Licht- und Wetterbedingungen relativ gleichbleibend gute Ergebnisse.

Dennoch lohnt es sich auch beim Fotografieren mit Smartphones auf die in diesem Beitrag erläuterten Aspekte zu achten. So nehmen Sie, selbst wenn Sie nur Ihr Smartphone zur Verfügung haben, immer noch das in diesem Moment bestmögliche Bild auf. Und das können Sie zum Beispiel benutzen, um Ihren Geschäftsbericht, ein Mitarbeitermagazin, die Dokumentation einzelner Arbeitsschritte oder Anleitungen professionell zu gestalten. Verwenden Sie dafür hochwertige Magazine und Faltblätter mit Materialien, auf denen Ihre Bilder auch wirklich zur Geltung kommen. Oder installieren Sie Galerien in Ihren Verkaufsräumen, Besprechungszimmern oder Werkstätten. Lassen Sie dazu Ihre Fotos als hochwertige Poster oder Wandgemälden drucken, so bekommen Ihre Werke garantiert Aufmerksamkeit.

Marco

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Marco wurde das Bloggen in die Wiege gelegt und er ist die fleischgewordene Textmaschine im Team. Sein Interessengebiet ist groß und die Ideen sprudeln nur so aus ihm heraus. Ein Steckenpferd hat er: ökologische und gleichzeitig ökonomische Druckverfahren.

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