azubi@FLY: Was macht eigentlich ein Medientechnologe Digitaldruck?

Wenn Sie pünktlich zum Messestart Ihre Banner aufhängen oder Roll-Ups aufstellen, dann haben waschechte Druckprofis schon ganze Arbeit geleistet: die Medientechnologen Druck. Sie sorgen dafür, dass Ihre Wunschmotive in bester Qualität auf das Druckmaterial kommen. Der Auszubildende Holger Lier (26) ist einer von Ihnen. Ein angehender Spezialist, wenn es um den Digitaldruck geht.

Außerhalb von Würzburg, inmitten von Weinbergen, befindet sich einer der vielen Produktionsstandorte von FLYERALARM. Es ist gleichzeitig der Firmenhauptsitz der Online-Druckerei. Unzählige schwere Stahltüren müssen passiert werden bis wir endlich in der Herzkammer von FLYERALARM stehen, der Produktionshalle. Modernste Druckmaschinen stehen hier in Reih und Glied – von kleinen Spezialdruckern bis zu riesigen Druckmaschinen. Alles ist blitzblank. Angenehme Kühle herrscht hier. Der Geruch von Druckfarbe liegt in der Luft. Jeder Mitarbeiter ist an seinem Arbeitsplatz. Wachsame Augen gleiten über Testdrucke, geübte Hände schneiden und stanzen. Es herrscht konzentrierte Ruhe, jeder weiß, was zu tun ist.

Handwerk an der Maschine

Galeriebild Medientechnologe 2019 755x500px 01Auch Holger Lier ist vollkonzentriert bei der Arbeit. Der gebürtige Unterfranke macht gerade eine Ausbildung zum Medientechnologe Druck, mit der Spezialisierung Digitaldruck. Dieses Druckverfahren ist im Vergleich zum Offsetdruck und Siebdruckverfahren besonders flexibel einsetzbar. Die unterschiedlichsten Materialien können problemlos bedruckt werden und das auch kostengünstig in kleiner Auflage. Das verlangt von den Medientechnologen in diesem Fachbereich besondere Flexibilität. Sie müssen schon im Lauf Ihrer Ausbildung die unterschiedlichsten Druckmaschinen bedienen lernen. Holger ist im zweiten Lehrjahr und steht heute an einer der mittelgroßen Druckmaschinen, die hier im Raum stehen. Sie eignet speziell für das Bedrucken von Folien, Planen und anderen großformatigen Materialien.

Die Maschine sieht ein bisschen aus wie der große Bruder heimischer Inkjet-Drucker. Der Druckkopf saust hin und her und trägt über feine Düsen den Farbstoff direkt auf die eingelegte PVC-Plane auf. Holger lehnt sich an das Sichtfenster und überprüft mit versiertem Blick, ob alles rund läuft, der Farbauftrag passt. „Man braucht ein geübtes Auge, um mögliche Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen“ sagt der 26-jährige. Schon kleinste Abweichungen könnten im Ergebnis die Druckqualität massiv mindern. Er darf schon ganz alleine die hochkomplizierte Druckmaschine bedienen. Eine große Verantwortung, mit der Umzugehen gelernt hat: „Es war ein ganz besonderer Moment, dass erste Mal alleine an den großen Maschinen zu stehen“, sagt er mit einem Leuchten in den Augen.

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Daten-Handling am Computer

Galeriebild Medientechnologe 2019 755x500px 02Nach fünf bis zehn Minuten hat die Druckmaschine ganze Arbeit geleistet. Die PVC-Plane ist bedruckt und kann in die Weiterverarbeitung. Gleich weiter mit dem nächsten Druckauftrag, damit die Maschine nicht zu lange stillsteht. Holger bedient sich am nahen Regal und hievt eine Materialrolle auf einen Transportwagen und fährt Sie zu seiner Maschine. Schnell die Rolle einspannen. Das verlangt sichtlich einige Kraft und eine Portion Geschicklichkeit. Jetzt noch das Material auf die Maschine ziehen und dann kann es gleich losgehen.

Dafür hechtet Holger zurück zum Computer. Hier laufen alle Druckaufträge des Tages ein. Und Holger muss sie sinnvoll auf der Plane platzieren. „Die Aufträge sollten so platziert sein, dass möglichst wenig Verschnitt übrigbleibt. Overnight-Aufträge haben Vorrang, die müssen möglichst sofort in den Druck, damit Sie am nächsten Werktag beim Kunden sind“ erklärt er und macht da einen Klick, drückt dort einen Button und schon sind alle Aufträge platziert. Organisationstalent und Augenmaß seien wichtige Eigenschaften, die man für den Beruf des Medientechnologen mitbringen müsse, meint er noch und springt schon wieder zurück zur Maschine.

Eine Ausbildung, die Chancen eröffnet

Es ist genau diese Kombi aus Computerarbeit und Handwerk, die Holger an dem Ausbildungsberuf fasziniert: „Ich arbeite gern am Computer, wollte aber auch schon immer ins Handwerk.“ Die Druckmaschine ist nun programmiert. Es kann losgehen. Nachdem Holger das Material millimetergenau justiert hat, startet der Computer den Kalibrierungsprozess. Das PVC-Plane wird angesaugt. „Um kleine Erhebungen und Wellen auszumerzen. Die würden das spätere Druckbild zerstören“, erläutert Holger den automatischen Vorgang, der gerade im vollen Gange ist. Gleichzeitig wird es jetzt ganz schön warm. Die Maschine heizt ein, damit die Druckerfarbe beim Auftragen sofort eintrocknet. Gleichzeitig fährt der Druckkopf seine Bahnen und scannt den Druckbereich ab. Holger überwacht den Vorgang vom Computer-Bildschirm aus. Dann startet der eigentliche Druckprozess. Der Druckkopf fährt Bahn für Bahn ab und sprüht die Farbe auf, die innerhalb von Sekunden trocknet. Danach wird die bedruckte Plane automatisch wieder auf Rolle gezogen. Holger hat eine kurze Verschnauf-Pause.

Die Ausbildung sei anspruchsvoll und fordere einen schon, geistig und körperlich gleichermaßen, sagt Holger, aber der starke Teamgeist mache das wieder wett: „Von Anfang an stehen dir alle Türen offen. Jeder hat ein offenes Ohr für deine Probleme. Wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich sie“, schwärmt Holger. In ein paar Monaten schließt er seine Ausbildung ab und setzt sich schon das nächste Ziel. „Ich kann bei FLYERALARM noch eine technische Fortbildung draufsatteln, um die Maschinen auch selbständig zu warten“, sagt er voller Tatendrang und trifft dabei schon die Vorbereitungen für die nächsten Druckaufträge. Höchste Qualität und Schnelligkeit bei FLYERALARM – die kommt eben nicht von ungefähr.

Interesse geweckt?

FLYERALARM bildet Medientechnologen an den Standorten Würzburg, Marktheidenfeld, Greußenheim, Klipphausen und Kesselsdorf aus. Die Spezialisierung zum Medientechnologen Digitaldruck erfolgt allein am Standort Würzburg. Ausbildungsbeginn ist immer der 01. August oder 01. September. Interessierte sollten sich ca. 6 – 13 Monate vor Start der Ausbildung bewerben. Praktika zum Reinschnuppern sind jederzeit möglich. Ob Ausbildung oder Praktikum: Ihre Bewerbung sollten Lebenslauf, Motivationsschreiben und Zeugnisse enthalten.

Medientechnologe Druck ist ein sehr vielseitiger Ausbildungsberuf. Die Spezialisierung auf Digitaldruck ist nur eine von vielen Möglichkeiten individuelle Schwerpunkte in der Ausbildung zu setzen. Zwei Alternativen wurden im Blog schon vorgestellt: die Ausbildung zum Medientechnologen Offset und die Ausbildung zum Medientechnologen Siebdruck.

 

 

 

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