Der Unterschied zwischen dpi und ppi

von 9. Januar 2019 Know-how 2 Kommentare
Unterschied zwischen DPI und PPI

Die Bezeichnungen dpi und ppi werden weitgehend synonym verwendet – was bei der Druckdatenerstellung kein Problem ist. Dennoch gibt es bei der Auflösung von Layouts einiges zu beachten.

Selbst die Entwickler von Bildbearbeitungs- und Layoutprogrammen hatten in der Vergangenheit schon Probleme mit dem Unterschied zwischen dpi und ppi. So konnte man in einer Version von Adobe Photoshop den dpi-Wert einer Datei festlegen – wobei dies doch eigentlich eine drucktechnische Angabe ist und mit der Darstellung am Bildschirm gar nichts zu tun hat?! Alle Klarheiten beseitigt? Gut. Dann von vorn:

Dpi, ppi und die richtige Auflösung

Dpi heißt Dots per Inch, also (Druck)-Punkte pro Zoll. Dabei handelt es sich um die drucktechnische Auflösung, mit der Druckdaten auf ein Trägermedium aufgetragen werden. Als Ersteller eines Layouts haben Sie also gar keinen Einfluss auf die dpi-Zahl, mit denen Ihre Layouts gedruckt werden, da diese von der verwendeten Druckmaschine abhängt.

Worauf Sie hingegen Einfluss haben, ist die ppi-Zahl. Denn ppi steht für Pixel per Inch, also Pixel pro Zoll. Diese Maßeinheit beschreibt die Auflösung eines Bildes, ohne jedoch Angaben über die Ausgabegröße zu machen. Die Umrechnung von ppi in dpi erfolgt in der Druckvorstufe (bzw. im Heimgebrauch durch den Druckertreiber) automatisch. Sie müssen lediglich darauf achten, dass die Auflösung sämtlicher Elemente Ihrer Druckdatei in der tatsächlichen Ausgabegröße dem richtigen Wert entspricht.

In der Regel sollten Ihre Druckdaten in 300 bis 356 ppi angelegt sein. Bei größeren Drucksachen oder Werbemittel ab DIN A2 genügen meist 100 bis 150 ppi. Es gibt aber auch Produkte, die eine höhere ppi-Zahl erfordern. Beispielsweise sollten Sie Stempel mit 600 ppi anlegen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird zwischen dpi und ppi nicht mehr unterschieden. Tatsächlich werden selbst im Fachjargon von Mediengestaltern die Begriffe weitgehend synonym verwendet.

Den ppi-Wert berechnen

Grundsätzlich muss beim ppi-Wert zwischen der absoluten und relativen Auflösung unterschieden werden. Nehmen Sie beispielsweise ein Foto mit 3000 x 2000 Pixeln auf, ist dies die absolute Auflösung des Fotos. Die relative Auflösung hingegen wird in Pixel pro Inch, also Bildpunkte pro Zoll, angegeben. Ein Zoll entspricht 2,54 cm. Drucken Sie das oben beschriebene Foto nun in der Größe 30 x 20 cm (also ca. 11,8 x 7,9 inch), so ergibt sich eine zur Ausgabegröße relative Auflösung von ca. 254 ppi – das Bild wird also scharf dargestellt. Würden Sie dieses Foto jedoch in der Größe 300 x 200 cm (also ca. 118 x 79 inch) drucken lassen, ergäbe sich eine relative Auflösung von ca. 25 ppi – das Bild würde in diesem Fall sehr verpixelt dargestellt werden und wäre unbrauchbar.

Das gleiche Prinzip wenden Sie beim Erstellen Ihrer Druckdaten an. Möchten Sie beispielsweise ein Plakat in DIN A3 drucken lassen, so muss Ihre Druckdatei in eben diesem Format eine Auflösung von 300 bis 356 ppi haben.

PPI Wert berechnen
So berechnen Sie die maximale Größe Ihrer Grafik:
Absolute Auflösung : minimale relative Auflösung = maximale Größe

Haben Sie beispielsweise eine Grafik im Format 1.000 x 800 Pixel erstellt und möchten sie in einer Imagebroschüre abdrucken, so führen Sie folgende Rechnung durch: 1.000 Pixel in der Breite geteilt durch 300 ppi macht 3,33 inch (multipliziert mit dem Faktor 2,54 ergibt das also ca. 8,5 cm). Da Sie die korrekten Seitenverhältnisse Ihrer Grafik wahrscheinlich beibehalten möchten, ergibt sich die Höhe von ca. 6,8 cm automatisch.

Warum wird ein Bild trotz hoher ppi-Zahl verpixelt gedruckt?

Dieser Punkt sorgt häufig für Verwirrung: Der ppi-Wert einer Bilddatei, den Sie unter den Bildeigenschaften nachlesen können, hat alleine nichts mit der technischen Qualität des Fotos oder der Pixelgrafik zu tun. Viel entscheidender sind die Abmessungen des Bildes in Breite und Höhe, also die absolute Auflösung. Wichtig ist also nicht die ppi-Zahl, sondern bei welchen Abmessungen diese ppi-Zahl vorliegt.

Praxisbeispiel: Sie legen Druckdaten für einen DIN A5 Flyer an, sodass Ihr fertiges Layout samt sämtlicher Grafiken und Bildelemente im Format 14,8 x 21 cm eine Auflösung von 300 ppi hat. In diesem Fall wird Ihr Design gestochen scharf gedruckt.
Möchten Sie nun doch ein DIN A1 Plakat drucken lassen und „ziehen“ Ihr Layout einfach größer, also auf das Maß 59,4 x 84 cm, so verringert sich der Wert auf 75 ppi – womit Ihr Layout nicht mehr druckbar ist.

Der richtige ppi-Wert für Ihr Produkt

Je kleiner ein Produkt ist und je genauer das Layout betrachtet wird, desto höher sollte die Auflösung sein. In der Regel genügen 300 bis 356 ppi völlig, zum Beispiel für Flyer, Faltblätter oder Magazine. Besonders großformatige Produkte, wie Plakate ab dem Format DIN A2, können mit einer Auflösung von 100 bis 150 ppi angelegt werden. Hintergrund: Diese Produkte werden meist mit gewissen Abstand betrachtet.

Marco

Über Marco

Marco wurde das Bloggen in die Wiege gelegt und er ist die fleischgewordene Textmaschine im Team. Sein Interessengebiet ist groß und die Ideen sprudeln nur so aus ihm heraus. Ein Steckenpferd hat er: ökologische und gleichzeitig ökonomische Druckverfahren.

2 Kommentare

  • Avatar Markus sagt:

    Schöner Beitrag, allerdings enthält er eine kleine Unstimmigkeit:

    „Bei größeren Drucksachen oder Werbemittel ab DIN A3 genügen meist 150 bis 200 ppi.“

    Das deckt sich nicht mit
    „ab dem Format DIN A2, können mit einer Auflösung von 100 bis 150 ppi “
    und auch nicht mit
    „Möchten Sie beispielsweise ein Plakat in DIN A3 drucken lassen, so muss Ihre Druckdatei in eben diesem Format eine Auflösung von 300 bis 356 ppi haben.“

    Vlt. müsste es eher heißen
    „Bei größeren Drucksachen oder Werbemittel ab DIN A2 genügen meist 150 bis 200 ppi.“

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Markus,
      hoppla, da haben Sie tatsächlich eine Ungereimtheit entdeckt. Vielen Dank für den Hinweis, wir bessern die Information gleich aus.

      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Marco

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