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Serie Veredelungstechniken: Heißfolie

By 3. August 2022 Oktober 26th, 2022 BeInspired

Brillanz zum Fühlen: Eine Heißfolie verwandelt klassische Drucksachen in einmalige Kunstwerke. Denn durch die metallisch schimmernde Folie platzieren Sie nicht nur optische, sondern auch haptische Highlights.

Eine ausgefallene Optik allein reicht in der Printwerbung nicht mehr – Haptik heißt das Zauberwort. Wenn potenzielle Kundinnen und Kunden Ihre Botschaft über mehrere Sinne wahrnehmen, potenziert sich die Werbewirkung von Flyern, Taschen, Visitenkarten etc.

Tipp: Drucksachen mit einer Heißfolie zu veredeln ist recht einfach. Sie müssen in Ihren Druckdaten (genau wie bei partiellem UV-Lack oder Relieflack) einen 5. Farbkanal anlegen.

Wie das mit InDesign, Illustrator und vielen weiteren Programmen funktioniert, erfahren Sie hier:

Zum Tutorial über 5. Farbkanal

Wie die Heißfolie aufs Papier kommt

Heißfolien werden entweder auf Papier geprägt oder verklebt. Das hängt vom jeweiligen Produkt ab: Eine Heißfolienprägung bietet sich bei einseitig bedruckbaren Produkten an, beispielsweise bei Papiertragetaschen, Stülpdeckelschachteln oder Geschenkbändern. Bei der Heißfolienprägung wird Ihr Motiv mit bis zu 120° C von einer Stempelplatte mit hohem Druck auf das Trägermaterial gepresst. Das Folienmaterial löst sich dabei und bleibt auf dem Stoff oder Material hängen.

Bei der Heißfolienveredelung hingegen werden die Heißfolien filigran zugeschnitten und mit einer Spezialmaschine haargenau auf Ihr Wunschprodukt aufgeklebt. Der Vorteil: Diese Veredelungsvariante hat keinen Einfluss auf die Bedruckung auf der Rückseite, sodass sie vor allem bei klassischen Drucksachen wie Flyern, Faltblättern oder Magazinen angewendet wird.

Eine Heißfolienveredelung und eine Heißfolienprägung sind aus Produktionssicht also recht unterschiedliche Druckveredelungen, in der Wahrnehmung und Wirkung der Heißfolie ist der Unterschied jedoch minimal. Bei Magazinen mit Heißfolienveredelung haben Sie sogar die Wahl zwischen einer geklebten und geprägten Heißfolie.

Magazine mit Heißfolienveredelung]
Heißfolie auf Kraftpapier

Farbzusammenspiel und minimale Schriftgröße

Für die Heißfolienveredelung eignen sich vor allem metallische Farben wie Gold, Silber, Rot oder eine Hologrammoptik. Dementsprechend sollten Ihre Motive farblich passend zum Hintergrund gewählt sein. Gerade bei Gold und Silber bietet sich ein dunklerer Hintergrund an, der die Grafik- oder Textelemente ideal hervorhebt. Schwarze Visitenkarten mit einem goldenen Logo oder Schriftzug zum Beispiel sorgen für einen optischen Hingucker und hinterlassen Eindruck.

Auch der Kontrast zwischen offenporigem Papier und metallischen Heißfolien setzt ganz besondere Akzente, beispielsweise im Zusammenspiel zwischen Kraftpapier und edler Goldfolie.

Für ein optimales Ergebnis beim Arbeiten mit Heißfolie …

… sollten Sie unbedingt einen Blick ins Datenblatt Ihres Wunschproduktes werfen. Denn die exakten Anforderungen an Schriftgröße, die Dicke von positiven und negativen Linien, Sicherheitsabstände etc. können sich je nach Produkt und Material unterscheiden. Grundsätzlich gilt: Verklebte Heißfolien können etwas filigraner und kleinteiliger aufgebracht werden als geprägte Varianten. Die Mindestschriftgröße variiert so zwischen 10 pt und 14 pt, auch bei der positiven und negativen Mindestlinienstärke gibt es Schwankungen. Ein Blick ins Datenblatt Ihres Produktes ist vor dem Anlegen der Druckdaten deshalb Pflicht.

Wie Sie Linienstärken und Schriftgrößen in InDesign messen, erfahren Sie in diesem Tutorial:

Zum Tutorial über Linienstärke und Schriftgröße

Heißfolienveredelung im Einsatz

Ideal zur Geltung kommt die glänzende Heißfolie im Kontrast mit mattem Papier. Zum Beispiel auf der Titelseite einer Broschüre oder eines Magazins. In Kombination mit einem festen Einbandpapier wird Ihre edle Cover-Gestaltung so weiter aufgewertet. Das erleichtert Interessierten am Zeitschriftenregal die Auswahl.

Und auch Ihr Katalog macht mit veredelten Elementen auf dem Umschlag mächtig Eindruck auf Ihre Kundinnen und Kunden. Denn die Heißfolie spricht nicht nur den visuellen Sinn an, sondern auch den haptischen. Da die folierten Elemente leicht auf dem Papier erhaben sind, wird das In-die-Hand-nehmen zum Erlebnis. Daher eignet sich die Veredelung mit Heißfolie auch für die Gestaltung von Flyern. Ist bereits die erste Berührung außergewöhnlich, erlangt das Flugblatt sofort die gewünschte Aufmerksamkeit.

Tipp: Musterset Veredelung mit Heißfolien

Einen guten Überblick über Heißfolien und viele weitere Veredelungen machen Sie sich mit dem Musterset Veredelung. Darin enthalten sind 20 DIN A5-Karten mit allen möglichen Folienkaschierungen, Lack- und Heißfolienveredelungen – natürlich mit Informationen über die exakte Veredelungs- und Materialkombination auf der Rückseite.

Charlotte

About Charlotte

Charlotte – das U steht für Unwissenheit! Denn wenn irgendwo ein großer Haufen Fachwissen ungenutzt herumliegt, dauert es nicht lange, bis Charlotte die Witterung aufnimmt, sich die Kenntnisse einverleibt und einen blitzsauberen Blogbeitrag daraus bastelt.

15 Kommentare

  • F.D. sagt:

    Hallo, ich möchte Visitenkarten mit Heißfolie Gold auf Schwarzkarton drucken lassen. Im Datasheet, das im Bestellablauf heruntergeladen werden kann (https://www.flyeralarm.com/sheets/de/vk_mass_q_2x_prg2.pdf) sind Mindeststrichstärke und Mindestabstand mit 0,75 Pt angegeben, Mindestschriftgröße 10 pt. In obigem Blogartikel sind viel höhere Werte angegeben: Mindeststrichstärke 3 pt, Mindestschriftgröße 14 pt, Mindestabstand 2 mm. Welche Angabe stimmt denn nun? Mit den Werten des Datasheets kann ich arbeiten, aber mit den dicken Angaben hier im Blogartikel macht mein Design keinen Sinn (schon allein die Schrift hätte trotz Schriftgröße von 14 pt eine Strickstärke weit unter 3 pt).

  • Matthias sagt:

    Hallo,
    eine Frage zum Druck:
    Ich habe in Illustrator einen Text angelegt, der als goldene Heißfolienveredelung produziert werden soll. Den Text habe ich in Illustrator mit einem Ebeneneffekt (Schlagschatten) versehen. Frage: wird der Schlagschatten normal gedruckt oder wird der Schlagschatten womöglich gar nicht berücksichtigt? Wie ist hier in der Anlegung eines Schlagschatten zu verfahren?

    Grüße

    • Marco sagt:

      Hallo Matthias,
      Heißfolienveredelungen können nicht mit Schlagschatten produziert werden. Im Datenblatt Ihres Produktes finden Sie dazu diesen Hinweis: “Verwenden Sie für die Volltonfarbe keine grafischen Effekte wie Farbverlauf, Schlagschatten, Transparenz usw.”. In diesem Fall zeigt die Volltonfarbe, die Sie mit “folie” benennen müssen, die Veredelung per Heißfolie an.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Nadine Jentsch sagt:

    Hallo, ich habe eine Frage zu mehreren Veredelungen gleichzeitig. Sprich würde es gehen wenn man einen Umschlag einer Broschüre zum einen mit der Soft-Feel-matt Veredelung kaschiert und zusätzlich noch eine Heißfolienprägung in Kupfer drauf macht? Danke und Gruß Nadine

  • L.P. sagt:

    Ich bin schockiert, wie teuer die Folienveredelung mittlerweile bei Euch geworden ist. Ich konnte bei Flyeralarm vor gut einem Jahr noch Karten mit Goldfolie für DIE HÄLFTE (!) des Preises bestellen. Keine Ahnung, ob es an Corona liegt, aber eine Klappkarte mit Folie für fast 500 Euro anzubieten ist einfach heftig! Hat sich was an der Produktions-Art (echte Prägestempel statt diese Thermo-Veredelung) geändert, oder wie kommt dieser gewaltige Preissprung zustande?

    • Marco sagt:

      Hallo,
      meinen Sie Klappvisitenkarten mit Goldfolie? Für 500 Euro bekommen Sie da 20.000 Stück davon, der Preis ist schon ziemlich gut. An der Produktion hat sich nichts verändert – der Preis wurde Ende 2019 sogar um 10 – 30 % reduziert (je nach Konfiguration). Es gibt also keinen Preissprung, die Klappvisitenkarten mit Goldfolie wurden im Vergleich sogar deutlich günstiger.
      Haben Sie möglicherweise eine andere Konfiguration gewählt? Oder eine falsche Auflage?

      Herzliche Grüße
      Marco

  • MAF sagt:

    Moin,
    eine Frage: Ich habe die Heißfolie korrekt als Volltonfarbe in einer PDF exportiert, in der Druckvorschau der hochgeladenen Dateien wird sie auf der darunter liegenden schwarzen Farbe allerdings nicht angezeigt. Das verunsichert mich – liegt das einfach daran, dass die Vorschau die Folie wie eine Farbe behandelt und ergo “überdruckt”, oder ist sie wohlmöglich doch falsch angelegt?
    Dazu: Farbe (Schwarz) und Folie (Gold) sind jeweils auf “Überdrucken ein” gestellt.

    LG

    • Marco sagt:

      Hallo,
      in der PDF sollte Ihre Volltonfarbe eigentlich angezeigt werden. Möglicherweise liegt die Volltonfarbe nicht auf der obersten Ebene? Das sollte der Volltonfarbkanal nämlich unbedingt. Haben Sie sich ansonsten an alle Schritte unseres Tutorials (https://www.flyeralarm.com/blog/de/tutorial-veredelungen-fuenften-farbkanal-in-indesign-anlegen) gehalten?

      Herzliche Grüße
      Marco

      • MAF sagt:

        Moin,
        doch, sie liegt auf der obersten Ebene. Wie schon gesagt, alles wurde berücksichtigt:
        1. Folie auf oberster Ebene, als Volltonfarbe angelegt, “Überdrucken ein”
        2. Schwarz auf unterster Ebene, ebenfalls auf “Überdrucken ein”

        • Marco sagt:

          Hi,
          eigenartig, eigentlich müsste Ihre Volltonfarbe dann angezeigt werden. Da fällt mir eine Ferndiagnose ehrlich gesagt nicht ganz leicht. Rufen Sie doch mal die Kollegen aus der grafischen Abteilung an, dort kann man Ihnen auf jeden Fall weiter helfen: 0931 46584 004

          Herzliche Grüße
          Marco

  • F.B. sagt:

    Hi liebes Flyeralarm-Team!

    Ich habe eine Frage zu den Produkten mit Heißfolienflachprägung: habt ihr auch noch andere Farben im Sortiment als Gold, Silber, Rot od. Hologrammoptik?

    LG, FB

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