Tassen und Becher: eine kleine Materialkunde

von 15. Januar 2020 Technology Keine Kommentare
Tassen Materialkunde

Keramik, Porzellan oder doch besser aus Borosilikatglas? Wer sich für Tassen und Becher als Werbemittel entscheidet, hat die Qual der Wahl. Denn es gibt nicht nur die verschiedensten Formen und Großen, auch hinsichtlich des Materials ist die Auswahl groß. Mit dieser kompakten Materialkunde fällt Ihnen die Entscheidung leichter.

Tassen sind echte Alltagsbegleiter und daher allseits beliebte Werbeträger. Ob in der Kaffeepause im Büro, bei Kundenmeeting im Konferenzraum oder daheim in Küche und Wohnzimmer: Ohne Tassen gibt’s nun einmal keinen Kaffee oder Tee. So weit so gut für Ihre Werbebotschaft und Markenbekanntheit. Aber für welche Tassen sollen Sie sich entscheiden? Es gibt zahllose Modellvarianten aus Porzellan, aus Keramik, mit Emaille-Überzug und und und … Von diesen Materialien hat jeder schon einmal irgendwann gehört, aber welche Eigenschaften verbindet man mit Ihnen, welche Vorteile haben Sie und welche Pflegehinweise sollten Sie beachten?

Keramiktassen: beliebter Standard

Tassen und Becher aus Keramik sind allgegenwertig. Es ist das Standardmaterial für solche Trinkgefäße, die täglich im Einsatz sind und einiges aushalten müssen. Keramik besteht aus einem Tongemisch, aus dem nach dem Brennen, die unterschiedlichsten Gegenstände geformt werden können. Die Herstellung von Keramik gehört zu den ältesten Werktechniken der Menschen. Dabei wird Ton mit geringen Anteilen an Quarz, Kreide, Feldspäte und anderem vermischt und im Anschluss gebrannt. Der Brennprozess durchläuft zwei Stufen.

Keramiktasse

In einer ersten Stufe wird die Keramik bei bis zu 1.300°C gebrannt. Im zweiten, sogenannten Glasurbrand dann noch einmal bei maximal 1.200°C. Denn Keramiktassen erhalten in der Regel einen dünnen Glasurüberzug, der farbig, deckend oder glänzend sein kann – je nach Modell. Ohne gefärbte Glasur behalten Keramiktassen ihr rötlich, erdfarbenes Aussehen. Tolle Info für jeden Gastronomen: Die Tassen aus Keramik können problemlos in Spülmaschinen gereinigt werden.

Porzellantassen

Tassen aus Porzellan – das weiße Gold

Im ersten Moment sehen sich Keramik und Porzellan verblüffend ähnlich. Kein Wunder, denn Porzellan gehört zu den Feinkeramiken und hat hinsichtlich Zusammensetzung und Herstellungsprozess sehr viel Gemeinsamkeiten mit Standardkeramik. Porzellan ist im Endeffekt einfach die edelste Kategorie von Keramik. Nicht umsonst wird Porzellan auch als „weißes Gold“ bezeichnet. Auch seine Geschichte ist sagenhaft, angefangen bei den Wurzeln der Porzellanherstellung im alten China vor mehr als 3.000 Jahren vor Christus. Im Gegensatz zu Standardkeramik ist der Hauptbestandteil von Porzellan Kaolin, ein feines und eisenfreies Gestein, das mit seinem strahlenden Weiß dem Material seine natürliche Grundfarbe verleiht.

Auch Porzellan wird in zwei Durchläufen gebrannt, allerdings bei sehr viel höheren Temperaturen als andere Keramik – im zweiten Durchgang, dem sogenannten Glattbrand, bei bis zu 1.400°C. Dieser Brennprozess führt zu den für Porzellan typischen Merkmalen: eine besonders dünne Wandstärke und eine fast transparente Optik. Porzellan besitzt ein natürliches Weiß, dass meist noch durch eine klare Glasur zusätzlich betont wird und eine spiegelnden Effekt erzeugt.

Das alles sorgt für eine besonders edle Optik, für die Porzellan hauptsächlich bekannt ist. Ebenfalls charakteristisch für Porzellan ist ein feiner Klang. Mit einem Klopftest können Sie selbst feststellen, ob es sich um gewöhnliche Keramik oder edles Porzellan handelt: Tippen Sie das Material mit dem Fingernagel an. Ertönt ein heller, klirrender Ton, so handelt es sich höchstwahrscheinlich um echtes Porzellan.

Tassen aus Borosilikatglas – edel und robust

Gerade Cafés, Teestuben, hippe Kneipen und Restaurants kommen im Alltag nicht an Gläsern vorbei. Doch wer heißen Tee oder Kaffee in gewöhnliche Gläser schenkt, erlebt schnell sein blaues Wunder: Die Innenseite des Glases erhitzt sich sehr schnell und dehnt sich aus. Und zwar so schnell, dass die Außenseite des Glases noch gar nicht erwärmt ist und sich somit eben nicht ausdehnt. Das Resultat: zerspringende Gläser und ordentlich Sauerei. Wer also Tee und Kaffee in transparenten Tassen ausschenken möchte, der sollte darauf achten, Gläser aus Borosilikatglas, häufig auch Borsilikatglas genannt, anzuschaffen.

Borosilikatglas

Diese Glasart ist thermischen Einflüssen gegenüber besonders widerstandsfähig. Wie es der Name bereits vermuten lässt, ist bei der Herstellung von Borosilikatglas Bor in der Materialzusammensetzung enthalten. Daraus resultiert ein sehr geringer Wärmeausdehnungskoeffizient. Selbst bei sprunghaftem Temperaturanstiegen, beispielsweise beim Einschenken von kochendem Wasser, dehnt sich das Glas also relativ langsam aus. Borosilikatglas, wie es bei Tassen und Gläsern verwendet wird, hält bis zu 500°C aus und eignet sich somit sogar für Backöfen und Industriespülmaschinen. Gleichzeitig ist es besonders leicht und absolut geschmacksneutral. Diese Eigenschaften machen Borosilikatglas zum perfekten Material für Tassen und Gläser in der Gastronomie.

Übrigens: Borosilikatglas kann noch mehr! Die Hitzeschutzkacheln, die bei Spaceshuttles zum Einsatz kamen, waren mit einer dünnen Schicht aus Borosilikatglas überzogen. Auch in Chemielaboren kommt dieses Material häufig zum Einsatz. Es ist nämlich nicht nur Hitze, sondern auch gegenüber Chemikalien sehr beständig. In diesem Punkt übertrumpft es die meisten Metalle und andere Werkstoffe.

Emaille-Tasse

Emaille – leicht und outdoortauglich

Emaille ist an sich kein eigenes Material, sondern ein glänzender Überzug auf Glas oder Metall. Die Emaille-Rohmasse besteht im Wesentlichen aus Borax, Feldspat, Flussspat, Quarzsand und Soda. Diese Zutaten werden bei ca. 1.100 bis 1.250°C geschmolzen. Nach weiteren Bearbeitungsschritten wird die Emaille-Schicht bei ca. 550°C auf das zu veredelnde Objekt aufgetragen.

Ein typisches Anwendungsgebiet für Emaille sind hauchdünne, leichte Metalltassen, die durch den Emaille-Überzug besonders outdoortauglich sind. Denn Emaille ist korrosionsbeständig. Die veredelte Oberfläche ist Dank der Verbindung aus Metall und Glas dauerhaft vor Rost geschützt.

Zudem hält die Legierung Temperaturen von -60°C bis 240°C locker stand und ist schlag-, stoß- und kratzfest sowie bruchsicher. Die Emaille-Veredelung sorgt zudem dafür, dass sich die Metalltassen nicht statisch aufladen. Dadurch ist die Oberfläche schmutzabweisend und besonders leicht zu reinigen. All diese Eigenschaften prädestinieren die Tassen für Camping- und Outdoor-Einsätze.

Tassen aus Bio-Kunststoff

Ebenfalls ein Klassiker für den Outdoor-Einsatz sind Tassen und Becher aus Kunststoff. Der ist bruchsicher, in vielen Farben erhältlich, hitzeresistent, spülmaschinengeeignet und nachhaltig … Nachhaltig? Ja, richtig gelesen. Speziell Tassen aus Bio-Kunststoff kommen ohne Weichmacher und BPA aus, sind zu 100 % recycelbar und auf Basis nachwachsender Rohstoffe produziert. Im Falle der Bio-Tassen ist das Zuckerrohr. Dadurch kann bei der Herstellung der Kunststoff-Tassen auf endliche Rohstoffe wie Erdöl verzichtet werden.

Tassen aus Bio-Kunststoff

Für jeden Anwendungszweck das passende Material

Sie brauchen preiswerte spülmaschinenfeste Tasse in hoher Auflage oder wollen Tassen zum Beispiel als Willkommensgeschenk für neue Mitarbeiter verwenden? Dann sind Sie mit den klassischen Keramiktassen bestens beraten. Möchten Sie Ihrem Café hingegen eine extravagante Note verleihen, so kommen Sie nicht an Tassen aus Porzellan vorbei. Teestuben, Bio-Restaurants und Kneipen, die Heiß- und Kaltgetränke in Gläsern ausschenken möchten, sollten lediglich darauf achten, Tassen aus Borosilikatglas zu kaufen. Und wer Tassen und Becher nicht als Ausstattung des eigenen Gastro-Betriebs, sondern als Give-away nutzen möchte, der erzeugt mit Emaille-Tassen oder Bechern aus Bio-Kunststoff garantiert Aufmerksamkeit. Je nach Material können Sie zudem zwischen verschiedenfarbigen Bedruckungen, Ätzfarben und Lasergravuren wählen.

Marco

Über Marco

Marco wurde das Bloggen in die Wiege gelegt und er ist die fleischgewordene Textmaschine im Team. Sein Interessengebiet ist groß und die Ideen sprudeln nur so aus ihm heraus. Ein Steckenpferd hat er: ökologische und gleichzeitig ökonomische Druckverfahren.

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