Druck und Stick: Das macht Textilien einzigartig

By 20. Mai 2020 Juni 5th, 2020 Technology
Textilveredelungen auf Hemden und Blusen

Die ganze Welt der Textilveredelung: So vielfältig können Sie Bekleidung, Mund- und Nasenmasken und Textilien aller Art bedrucken oder besticken lassen.

Einheitliches Auftreten, starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und prominente Markenplatzierung –individuell gestaltete Bekleidung ist für Unternehmen und Vereine in vielerlei Hinsicht ein Muss. Dabei gehören längst nicht mehr nur T-Shirts, Hemden, Jacken oder Caps zum guten Ton. Vor allem in den letzten Monaten haben sich auch Mund- und Nasenmasken zu einem festen Bestandteil der Corporate Fashion entwickelt. Denn Sie stehen nicht nur für eine starke Marke sondern vor allem auch für Hygiene und ein gesundes Miteinander im Alltag.

Egal ob Global Player oder Kleinbetrieb, ob Proficlub oder Hobbymannschaft. Verschiedenste Veredelungsverfahren im Direktdruck, Transferdruck, Siebdruck oder Stick bieten Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, sich mit einheitlichen Textilien bestens zu präsentieren.

Textilien veredeln: Direktdruck, Transferdruck oder Stick?

Um das Optimum für Ihr Unternehmen oder Ihren Verein herauszuholen, stehen Ihnen insgesamt sechs Veredelungsmöglichkeiten zur Verfügung: die Direktdruckarten Siebdruck und Direct to Garment (Digital-Direktdruck), die Transferdruckarten Flexfolien-, Flockfolien- und Sublimationsdruck sowie die hochwertige Bestickung. Welche Technik passt am besten zu Ihrem Vorhaben? Die Antwort richtet sich nach gewünschter Stoffart, Anwendung und Auflage.

Direktdruck: Siebdruck

Das Siebdruckverfahren ist ein echter Allrounder unter den Textilveredelungen, mit dem nahezu jeder Stoff in gleichbleibend hoher Qualität individualisiert werden kann. Da die Druckfarbe direkt auf das Material aufgetragen wird, eignet sich diese Methode perfekt, um Textilien in großer Auflage mit individuellen Schriftzügen und Logos zu versehen. Ihr farbintensives Motiv kann mit bis zu vier Druckfarben der Pantone C-Palette sowie mit diversen Sonder- und Effektfarben umgesetzt werden.

Durch den besonders dicken und gleichzeitig dehnfähigen Farbauftrag ist der Druck äußerst widerstandsfähig gegenüber Abrieb und behält auch nach oftmaligem Waschen seine hohe Qualität. Der Siebdruck ist ein besonders kostengünstiges Druckverfahren in hoher Auflage und zählt daher zu den beliebtesten Textilveredelungen für größere Bestellmengen.

Merkmale im Überblick:

  • kostengünstiger Druck für hohe Auflagen
  • für nahezu jedes Textil geeignet
  • Farbauftrag mit max. vier Farben (weitere auf Anfrage möglich)
  • Pantone C-Palette sowie Sonder- und Effektfarben wählbar
  • hohe Qualität und Farbechtheit auch nach vielen Wäschen
  • dehnfähiger und abriebfester Aufdruck

Produktion:

Um ihr Motiv drucken zu können, wird zunächst ein speziell beschichtetes Sieb an den Stellen belichtet, die später keine Druckfarbe mehr hindurchlassen sollen. Die Belichtung sorgt dafür, dass diese Bereiche aushärten und somit farbundurchlässig werden. Für jede der bis zu vier Druckfarben wird jeweils ein Sieb vorbereitet.

Die Siebe werden anschließend in ein Druckkarussell eingesetzt und von oben mit Farbe bedient. Nun spannt ein Mitarbeiter das Textil Ihrer Wahl über eine Platte des Siebdruck-Karussells – und schon kann es losgehen.

Das mit Druckfarbe gefüllte Sieb senkt sich über den Stoff. Eine Rakel streicht die Farbe durch das Sieb und presst sie mit hohem Druck auf dem Stoff. Aus diesem Grund wird die Methode auch als Durchdruckverfahren bezeichnet. Dank einer schnellen Abfolge der einzelnen Schritte im Siebdruck-Karussell kann in kurzer Zeit ein Textil nach dem anderen bedruckt werden. Abschließend geht es für Ihr Wunschprodukt noch einmal durch den Trocknungskanal. Fertig! Die Siebe werden in einem Waschautomaten gereinigt und sind einsatzbereit für den nächsten Auftrag.

Übrigens: Siebdruck ist ein echtes Handwerk und kann als spannender Ausbildungsberuf erlernt werden. Jetzt mehr über die Ausbildung zum Medientechnologe Siebdruck erfahren!

Digital-Direktdruck: Direct to Garment

Sie möchten ein Fotomotiv auf Ihre Textilien drucken? Dann ist der Digitaldirektdruck perfekt für Sie geeignet. Die Prozessfarben Cyan, Magenta, Yellow und Black (CMYK) sorgen bei dieser Methode für ein farblich perfektes Druckbild mit höchster Detailtreue, fotorealistischer Optik und leuchtender Farbwirkung. Der Druck erfolgt hierbei ohne Zwischenschritte oder Übertragungstechniken. Vielmehr wird, ähnlich wie im Digitaldruck, die Farbe über spezielle Düsen direkt in das Gewebe eingearbeitet. Ihr Bedruckstoff muss einen Baumwollanteil von mindestens 85 % haben, damit sich die spezielle Pigmenttinte optimal verankern kann.

Merkmale im Überblick:

  • schon ab kleiner Auflage nutzbar
  • für Baumwolle oder Mischgewebe mit mind. 85% Baumwollanteil
  • Farbauftrag im CMYK-Modus
  • fotorealistische Druckqualität mit satter Farbe
  • detailreiche Motive und Farbverläufe möglich
Tipp: Sollten Sie Probleme beim Erstellen Ihrer Druckdatei haben, nutzen Sie einfach unseren T-Shirt Designer und laden Sie das fertige Druckmotiv mit wenigen Klicks online hoch. Schon kann es losgehen. Ihnen fehlt es an Ideen? Kein Problem! Mit kostenfreien und druckfähigen Layoutvorlagen für Mund- und Nasenmasken bekommt Ihr Statement Style.

Produktion:

Ihre Druckdaten werden ohne Umwege direkt an die Digitaldruckmaschine geschickt. Ein Mitarbeiter spannt das Textil anschließend auf die dafür vorgesehenen Platten. Nach der kurzen Behandlung mit einem Grundierungsmittel kommt auch schon Farbe ins Spiel. Ein Schlitten, der mit Farbdüsen ausgestattet ist, sprüht Ihr Motiv Reihe für Reihe auf das Material. Nach kurzer Zeit im Trocknungskanal ist Ihr Textil bereit für den Versand.

Transferdruckverfahren

Eine der meistangewendeten Drucktechniken im Textilbereich ist der Transferdruck mit Folien. Bei diesem indirekten Druckverfahren wird Ihr Motiv erst auf ein Trägermaterial aufgebracht und im Anschluss auf das gewünschte Textil übertragen. Je nach verwendetem Träger, Art und Weise des Aufdrucks und der Methode zur Druckbild-Übertragung wird der Transferdruck in verschiedene Arten unterteilt, die jeweils spezielle Vorteile und Eigenschaften besitzen.

Produktion:

Ihre Druckdatei wird spiegelverkehrt auf das Trägermaterial, die Transferfolie, aufgedruckt. Die Maschine schneidet das Druckmotiv nun entlang seiner Schnittkontur aus. Der Sicherheitsrand, die Schnittkontur sowie die überschüssige Folie werden entfernt. Was übrigbleibt, kommt unter die Transferpresse und wird hier mit viel Hitze und Druck auf den Stoff geradezu aufgeschmolzen oder – im Sublimationsdruck – in das Textil eingedampft. So bleibt Ihr Motiv in jedem Fall fest im Gewebe verankert.

Digitaltransferdruck

Die Bedruckung des Trägermaterials erfolgt bei diesem Druckverfahren im Digitaldruck. Das Motiv wird also im CMYK-Farbraum generiert und kann daher mit Detailreichtum und einer brillanten Farbwiedergabe glänzen. Somit stehen Ihnen sämtliche Möglichkeiten der farblichen Gestaltung (z. B. Verläufe oder fotorealistische Bilder) offen. Da die vorab bedruckte Transferfolie hierbei ganzflächig auf den Bedruckstoff gepresst wird, empfiehlt sich der Digitaltransferdruck vor allem zur Realisierung kleinerer Motive auf Baumwolle oder Polyestergewebe. Zudem ist das Druckverfahren ideal für geringe Auflagen geeignet.

Merkmale im Überblick:

  • schon ab kleiner Auflage nutzbar
  • für Baumwolle oder Polyestergewebe geeignet
  • Farbauftrag im Digitaldruck (CMYK-Modus)
  • fotorealistische Druckqualität mit satter Farbe
  • detailreiche Motive und Farbverläufe möglich
  • hochwertige Optik mit stechend scharfen Konturen
  • Aufdruck besitzt eine glatte, hochwertige Haptik
  • für kleinformatige Druckbilder ausgelegt

Transferdruck: Sublimationsdruck

Anders als bei anderen Transferdruckarten wird beim so genannten Sublimationsdruck das vorab auf dem Träger platzierte Motiv nicht mit dem Stoff „verschweißt“, sondern vielmehr in das Textile eingedampft. Dies geschieht mit Hilfe einer speziellen Sublimationstinte, die unter hohem Druck und Hitze ihren Aggregatzustand von fest zu gasförmig und wieder zu fest verändert. Dadurch wird die Druckfarbe tief im Gewebe fixiert und dessen textile Eigenschaften wie Atmungsaktivität, Dehnfähigkeit und Haptik bleiben vollständig erhalten.

Mit dem Sublimationsdruck steht Ihnen eine nahezu unbegrenzte Farbpalette zur Auswahl mit der Sie fotorealistische sowie lichtechte Druckbilder erzeugen können. Lediglich spezielle Sonder- und Effektfarben wie Glitzer, Gold oder Silber sind mit der Thermosublimation nicht möglich. Das Druckverfahren ist für helle Textilien mit einem hohen Anteil an Kunstfasern (mind. 85 % Polyester) ausgelegt und eignet sich daher besonders gut für Funktionstextilien. Das fertige Druckergebnis ist waschbeständig bis 40°C und zeichnet sich durch eine sehr hohe Haltbarkeit und UV-Beständigkeit aus.

Merkmale im Überblick:

  • schon ab kleiner Auflage nutzbar
  • für Polyester oder Mischgewebe mit mind. 85 % Polyesteranteil
  • Farbauftrag im Digitaldruck (CMYK-Modus)
  • spezielle Sublimationstinte wird eingedampft
  • fotorealistische Druckqualität auf hellen Textilien
  • detailreiche Motive und Farbverläufe möglich
  • lichtechter, UV-beständiger Aufdruck auch nach vielen Wäschen
  • textile Eigenschaften bleiben erhalten

Transferdruck: Flexfolien- und Flockfoliendruck

Beim Flex- und Flockfoliendruck wird Ihr Druckmotiv in bereits vorgefärbten Folien eingeritzt, ausgeschnitten und anschließend auf das Textil Ihrer Wahl übertragen. Satte Farben, scharfe Konturen und eine hohe Deckkraft auf nahezu allen Gewebearten sind daher charakteristische Merkmale dieser Techniken. Mit ihnen können Sie selbst komplexere Produkte wie Rucksäcke, Taschen oder Handschuhe bedrucken lassen. Das fertige Druckbild besitzt eine besondere Haptik, die je nach verwendeter Folie glatt (Flexfoliendruck) oder samtig (Flockfoliendruck) ausfällt.

Ihr Aufdruck besitzt zudem bei beiden Methoden eine sehr lange Lebensdauer und erfreut das Auge auch noch nach vielen Wäschen in gewohnt hochwertiger Qualität. Bei der Motivwahl im Flex- und Flockfoliendruck steht Ihnen die gesamte Pantone C Palette sowie zahlreiche Effekt- und Sonderfarben (z. B. Gold, Silber, Metallic, Glitzer oder Neon) zur Verfügung. Die Transferverfahren empfehlen sich für die Umsetzung einfacher, ein- bis zweifarbiger Motive wie Logos oder Schriftzüge in kleiner Auflage.

Merkmale im Überblick:

  • schon ab kleiner Auflage nutzbar
  • für fast alle Gewebearten geeignet
  • Farbauftrag mit max. zwei vorgefärbten Folien
  • Pantone C-Palette sowie Effekt- und Sonderfarben wählbar
  • hohe Qualität und Farbechtheit auch nach vielen Wäschen
  • hochwertige Optik mit stechend scharfen Konturen
  • Flexfoliendruck mit glatter Oberfläche
  • Flockfoliendruck mit samtiger Oberfläche
  • für einfache Motive, Logos und Schriftzüge ausgelegt

Stick

Eine der wertigsten und beständigsten Veredelungsformen für Textilien ist das Besticken. Mit bis zu zwölf verschiedenfarbigen Garnen pro Motiv können Sie echte Hingucker gestalten, die eine überaus hohe Lebensdauer besitzen. Dafür sorgt eine Mehrkopf-Stickmaschine, die die Motive aufwendig auf alle Textilien (außer Nylon und extrem dehnfähigen Gewebearten) aufbringt. So lassen sich beispielsweise nicht nur T-Shirts oder Poloshirts, sondern auch Mützen, Handtücher und viele weitere Kleidungsstücke und Accessoires besticken. Der größte Vorteil neben dem edlen Erscheinungsbild ist dabei die hervorragende Haltbarkeit des Sticks.

Merkmale im Überblick:

  • hochwertiges Veredelungsverfahren mit edler Optik
  • schon ab kleiner Auflage nutzbar
  • für fast alle Gewebearten geeignet (außer Nylon und dehnfähige Stoffe)
  • farbiger Stick mit max. zwölf Volltonfarben
  • HKS N und Pantone C Palette wählbar
  • extrem hohe Haltbarkeit auch nach vielen Wäschen

Produktion:

Bevor das gewünschte Motiv auf Ihr Textil gestickt werden kann, muss es beim sogenannten Punchen in die optimale Stichabfolge übersetzt werden. Anschließend wird die aufbereitete Datei an die Stickmaschine gesendet. Diese weiß nun ganz genau, wo welches Garn zum Einsatz kommt und wo bestimmte Bereiche auszulassen sind. Ein Mitarbeiter spannt Ihr Textil mithilfe eines Stickrahmens in die Maschine und schon geht es los. Bis zu zwölf Nadeln stechen nun gleichzeitig mit verschiedenen Farben auf den Stoff ein und geben die gepunchte Stichfolge wieder. Fertig ist ihr veredeltes Produkt.

Der Stoff, aus dem Helden sind …

Ob Baumwolle, Polyester, Jute, Fleece oder Mischgewebe: Für nahezu jedes Textil ist heute eine passende Möglichkeit der Individualisierung gegeben. Mit hocheffizienten Druckverfahren bringen modernste Maschinen und geschulte Mitarbeiter Logos, Vereinsnamen oder persönliche Widmungen zum Strahlen. Wo man mit Farbe nicht weiterkommt, veredelt langlebiges Garn den Stoff Ihrer Wahl. So entstehen echte Unikate, die ihren Trägern Teamgeist, Umweltbewusstsein und Haltbarkeit garantieren – Wäsche für Wäsche, Tag für Tag.

Raphael

About Raphael

Interessiert sich am meisten für neue Techniken und Anwendungsmöglichkeiten, also was man außer Papier noch so alles bedrucken kann. Schreibt nach dem Motto: Was gibt es Schöneres als ein witziges, geistreiches oder komplett absurdes Wortspiel? Genau, zwei.

4 Kommentare

  • Avatar Martin sagt:

    Hallo,

    wie wird beim Besticken mit einer Grafik die Stickrichtung der einzelnen Elemente festgelegt? Macht das eine Software automatisch?

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Martin,
      beim Besticken wird die Grafik von einem sogenannten Puncher in eine Datei, mit der die Stickmaschine arbeiten kann, umgewandelt. Der Puncher arbeitet mit einer speziellen Software, mit der er aus einer Datei (mit Vorliebe aus einer Vektor-Datei) einen stickbare Grafik erstellt. Er programmiert quasi die Stickmaschine so, dass das gestickte Muster am Ende Ihrem Design möglichst nahe kommt.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Avatar Kiryk sagt:

    Hm… Die genannten Druckverfahren fühlen sich allesammt scheußlich dick und teilweise gummiartig an. Sie sind sehr unangenehm zu tragen, gerade im Sommer …oder wenn die Haut einfach nur „atmen“ soll.
    Warum bietet ihr keinen Discharge-Druck an? Da spührt man den Druck gar nicht beim tragen und die Herstellung ist nicht viel komplizierter als beispielsweise Siebdruck. Discharge-bedruckte Shirts sind sehr angenehm zu tragen, wirken viel wertiger, sind haltbar und up to date. Wer will denn heutzutage sich noch eine Folie auf‘s Shirt pressen lassen?

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Kiryk,
      vielen Dank für Ihren Kommentar! Wir sind ständig dabei, unser Angebot und unsere Verfahren zu erweitern und zu optimieren, Input wie den Ihren lassen wir da gerne immer mit einfließen.
      Herzliche Grüße
      Raphael

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