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Interview mit Sandra Lemmich, Store-Inhaberin und Multichannel-Profi
Kapitel 1: Intro
Kapitel 2: Vom 450 €-Job zum eigenen Geschäft
Kapitel 3: Corona als Wendepunkt: Einstieg in den Online-Vertrieb
Kapitel 4: Multichannel-Strategie mit Struktur im Team
Kapitel 5: Kanäle richtig priorisieren und zusammen einsetzen
Kapitel 6: Erwartungen von Online- und Offlinekundschaft
Kapitel 7: Outro
Kapitel 1: Intro
Doreen: Hallo und herzlich willkommen bei Erfolgsdruck, dem FLYERALARM Podcast. Ich bin Doreen …
Marco: … und ich bin Marco!
Doreen: Marco, wir haben heute ein neues Thema zusammen und da möchte ich dich erst mal ein bisschen was fragen: Wo gehst du denn am liebsten Klamotten shoppen?
Marco: Oberteile kaufe ich eigentlich meistens online, weil ich weiß, ich brauche Größe M und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, Größe L. Und Hosen habe ich einen Laden bei mir in der Heimat. Da gehe ich eigentlich immer hin und kaufe mir halt eine Jeans, weil, ich weiß nicht, da gehe ich einfach schon immer hin.
Doreen: Du machst also beides, sowohl Online-Shopping als auch Einzelhandel direkt stationär?
Marco: Ja, doch!
Doreen: Hast du gewusst, dass es viele Läden gibt, die beides machen, beziehungsweise nicht nur beides, sondern noch viel mehr Vertriebskanäle und dadurch auch Marketingkanäle bedienen?
Marco: Ehrlicherweise nicht, aber ich würde das mal diesem kleinen Lädchen vorschlagen. Die haben zwar einen Online-Shop, aber man kann nur Gutscheine dort kaufen, keine Hosen.
Doreen: Dann ist die Folge für die wahrscheinlich ziemlich interessant! Wir interviewen nämlich heute die Sandra Lemich, auch gerne Sandy genannt, vom Store MAINGLÜCK in Würzburg. Und was das MAINGLÜCK auszeichnet, neben richtig schicken Klamotten für Frauen, ist, dass sie unglaublich viele Vertriebs- und Marketingkanäle bedienen. Und wie sie das alles stemmen kann? Das fragen wir sie jetzt am besten selbst.
Kapitel 2: Vom 450 €-Job zum eigenen Geschäft
Doreen: Hallo Sandy und herzlich willkommen bei uns im Podcast.
Sandy: Hi, ich sage auch hallo und danke, dass ich da sein darf! Ich freue mich sehr.
Doreen: Wir freuen uns auch sehr. Sag uns doch mal: Wann ist denn der Erfolgsdruck bei dir im Arbeitsalltag am größten?
Sandy: Also ich würde sagen, so in der Zeit Januar, Februar ist nicht so meine Favorite-Zeit. Da ist es im Einzelhandel immer sehr, sehr ruhig, und damit kann ich nur schlecht umgehen. Das macht einen Erfolgsdruck und das macht mich wahnsinnig, und jedes Jahr tut es genauso weh.
Doreen: Aber um dem entgegenzuwirken, hast du dir ja ganz viele verschiedene Vertriebskanäle gesucht – über die wollen wir heute auch mal sprechen! Bevor dazu kommen, möchte ich gerne mal wissen: DU hast aus einem 405 €-Job in deinem Lieblingsgeschäft deinen eigenen Laden gemacht. Wie es dazu gekommen?
Sandy: Also ich habe damals, das ist jetzt echt schon auch elf Jahre her, immer nebenbei im MAINGOLD gearbeitet. Das war mein Nebenjob. Ich komme aus dem Vertrieb und hatte dann die Chance, den Laden zu übernehmen. Und es war eine totale Bauchentscheidung. Samstags stand ich im Laden und habe zum ehemaligen Chef gesagt, ich so: „Hör mal, ich mache das. Ich übernehme den Laden.“ Und habe es dann am Abend meinem Mann auch erzählt: „Ich möchte nur sagen, ich übernehme jetzt den Laden.“ Also das war ganz spontan!
Und habe da meinen sicheren und echt gut bezahlten Job aufgegeben, aber hatte da auch eine ganz tolle Unterstützung von meinem alten Arbeitgeber. Also das war eine Bauchentscheidung und ich habe es nie bereut.
Marco: Kannst du für alle, die jetzt in Würzburg nicht so firm sind mit der Geschäftslandschaft, ganz kurz erklären: Was ist denn das MAINGLÜCK?
Sandy: Das MAINGLÜCK ist ein Damenmodeladen. Ich kann auch nur Damen, also da wird es auch nichts anderes geben. Und den habe ich hier seit elf Jahren. Genau!
Doreen: Also aus dem damaligen MAINGOLD wurde das MAINGLÜCK.
Sandy: Richtig. Genau.
Kapitel 3: Corona als Wendepunkt: Einstieg in den Online-Vertrieb
Doreen: Ab wann war dir denn klar, dass dir nur ein Vertriebskanal, sprich der Laden an sich, der stationäre Einzelhandel, nicht reicht? Gab’s da einen Schlüsselmoment?
Sandy: Ja, also den gab es natürlich in Corona. Weil da mussten wir online vermarkten. Wir hatten gar keine andere Chance, Umsätze zu generieren. Wir haben im November gestartet, denn wir hatten viele Kunden, die wollten die Sachen verschickt haben, als die Läden schließen mussten, und haben im November angefangen zu sagen: Passt auf, wenn ihr was geschickt haben wollt, schreibt uns eine E-Mail an bestellung@…
Wir haben dann PayPal-Konto und Geschäftskonto aktiviert, was echt auch ein wenig kompliziert ist bei PayPal. Und das hatten wir dann Gott sei Dank schon. So verschickten wir dann die Ware. Also damit sind wir gestartet.
Und dann kam der Lockdown und dann wurde es natürlich immer wichtiger, online präsent zu sein. Wir haben dann über die Möglichkeit des Bestellens per E-Mail unsere Ware angefangen zu vermarkten und sind dann auch sehr schnell mit einem Onlineshop gestartet.
Marco: Ihr habt den Onlineshop damals selbst gebaut, hast du uns im Vorgespräch erklärt. Aber inzwischen benutzt ihr so eine Shopify-Lösung, oder?
Sandy: Genau, richtig! Wir hatten mit einer ehemaligen Kollegin aus MAINGOLD sogar … Die hat sich selbstständig gemacht, die macht so Werbesachen und Marketingsachen. Und sie hat uns dann den Onlineshop gebaut. Ganz easy, ganz unkompliziert.
Wir haben da auch unsere eigenen Bilder gemacht mit der Handykamera und haben die dann hochgeladen. So hat das alles angefangen. Und haben da auf eine ganz einfache Lösung erst mal gebaut und haben jetzt vor zwei Jahren auf Shopify umgestellt.
Damit sind wir auch super happy, weil wir da einfach professionell aufgestellt sind und auch die Verknüpfung mit Instagram, dass quasi über Instagram bestellt werden kann, wir diese Verknüpfungen eben auch sauber bauen konnten.
Ja, so haben wir uns eigentlich immer wieder optimiert, um da das Bestmögliche herauszuholen.
Kapitel 4: Multichannel-Strategie und die Struktur im Team
Marco: Jetzt hast du schon echt viele Vertriebskanäle aufgezählt. Also es gibt bei euch quasi die Ladenfläche, es gibt den Onlineshop, dann gibt’s aber noch Instagram, wo man auch bestellen kann. Dann steht ihr per Mail im Kontakt mit den Kunden, auf eurer Homepage gesehen, per WhatsApp kann man sich sicher auch noch mit euch in Verbindung setzen. Wie behältst du und wie behalten deine Kolleginnen bei so vielen Vertriebskanälen die Übersicht?
Samdy: Also wir haben das im Laden komplett gegliedert und auch strukturiert. Wir haben ein Online-Team, die nichts anderes machen, als den Onlineshop zu bearbeiten und Bestellungen rauszuschicken.
Wir haben eine Kollegin bei uns, ich sage immer so unser Mädchen für alles, die sich quasi darum kümmert, dass alles für den Onlineshop fotografiert wird, dass Bilder gemacht sind, sowohl für Instagram als auch für den Onlineshop. Sie zeichnet die Ware aus, hat den Überblick im Instagram. WhatsApp mache ich, da gucke ich, dass ich den Überblick behalte und im Kontakt mit den Kunden stehe.
Und da ist einfach eine klare Struktur, sodass wir den Mädels im Laden den Rücken frei halten. Die kümmern sich um nichts anderes als um den Laden und haben dann eben Strukturen gebaut.
Mein Mann, der ist seit zwei Jahren im Unternehmen voll mit drin. Der kümmert sich um den Onlineshop mit einer Kollegin. Und die andere Kollegin, die unsere Backoffice-Lady ist, sorgt quasi dafür, dass alles dem Onlineshop zuarbeitet und uns im Laden den Rücken frei hält, sodass auch Klarheit ist, dass jeder seine Aufgaben ganz klar weiß. Sodass die Ladies im Laden sich auch wirklich nur auf den Laden konzentrieren können und auf die Kunden.
Also das ist das A und O, weil sonst gibt’s Chaos in allen Bereichen.
Doreen: Genau! Das will ja keiner. Wie sieht denn so ein typischer Arbeitstag von dir und deinen Mädels aus? Oder vielleicht nur von dir? Nimm uns doch da mal mit!
Sandy: Also in der Regel ist es so, ich habe montags meinen freien Tag und bin dann ab Dienstag echt früh im Laden. Ich habe auch noch eine kleine Tochter, die muss auch organisiert werden, dass sie in die Schule kommt und da alles passt.
Und in der Regel starte ich Dienstag schon sehr früh im Laden. Nach meinem freien Tag bin ich meist gegen halb sechs, sechs im Laden. Dann sortiere ich mich, dann räume ich, dann schmeiße ich in der Regel alles auf den Boden und räume, gucke: Was sind die Renner? Was sind Penner? Gibt es vielleicht etwas, das reduziert werden muss? Was muss ich nachbestellen?
Für mich ist die Zeit immer total wichtig, um einmal Struktur reinzubringen. Um mich zu organisieren und mich zu strukturieren. So kann ich dann auch die Girls, die dann um neun Uhr kommen, optimal einweisen und habe mir schon mal einen Überblick verschafft.
Und dann um neun Uhr starten wir mit einem kurzen Briefing. Wir sammeln uns einmal und connecten uns noch mal mit dem Onlineshop. Was sind da die Renner? Helfen wir vor Ladenöffnung vielleicht auch gegebenenfalls zu packen? Gibt es Sachen, die nachbestellt werden müssen? Sachen, die wir nicht verschicken können, weil sie nicht mehr da sind? So strukturieren wir unseren Tag und holen uns alle ab: Was ist jetzt heute wichtig? Was müssen wir halt auch an Umsatz machen? Was wäre das Ziel?
Ja, ich finde immer, Klarheit ist das Wichtigste, und dass jeder seine Aufgaben weiß. Und das machen wir mit dem Briefing frühmorgens, um dann einfach da auch ungestresst in den Tag zu starten.
Kapitel 5: Kanäle richtig priorisieren und zusammen einsetzen
Marco: Okay. Was ist denn so der wichtigste Vertriebskanal für dich? Also ist der Laden wichtiger oder der Online-Shop?
Sandy: Also ich sage immer, der Onlineshop ist der verlängerte Arm nach außen. So erreichen wir Kunden, die auch weiter weg sind. Aber wir machen den großen Umsatz im Laden. Der Online-Anteil liegt so circa bei zehn Prozent, was echt auch schon super ist. Aber es ist immer: Der Fokus ist der Laden. Dass er läuft, dass das passt. Und der Onlineshop nimmt uns keinen Umsatz weg, sondern wir machen Umsatz on top.
Also das war für mich immer wichtig: Wir schwächen den Laden dadurch nicht, sondern wir gewinnen da auch andere Kunden, die dann auch mal sagen, sie fahren vom Süden in den Norden in den Urlaub und machen einen Boxenstopp in Würzburg bei MAINGLÜCK, weil sie das online gesehen haben. Das sind die Möglichkeiten, uns nach außen bekannt zu machen. Aber der Laden ist der Fokus.
Marco: Wenn ich jetzt gründen wollen würde, zum Beispiel „Sein Glück“, und ich hätte jetzt einen Laden und stünde vor Herausforderungen … was wären denn deine Top-Tipps?
Sandy: Also erstmal: Ja, es ist anspruchsvoll gerade. Und wir müssen auch immer den Fokus und alles im Blick haben. Wenn ich dir etwas raten sollte: Behalte den Fokus und konzentriere dich erst mal auf eine Sache. Und mach das gescheit, sodass du da Sicherheit hast und eine sichere Bank hast. Wenn das funktioniert, dann kannst du weitergehen. Verzettle dich nicht. Mach das erstmal gescheit. Hab Sicherheit, hab tolle Mitarbeiter, die da auch alleine laufen, ohne dass du die immer an der Leine haben musst.
Und dann überleg: Was macht Sinn? Was ist da für dich richtig? Ein Onlineshop bedeutet auch immer: mehr Ware, mehr Aufwand. Du musst gucken, was du kaufst. Wenn du für den Onlineshop mit einkaufst, hast du dann vielleicht 20 Penner anstatt nur 10 Penner in deinem Laden. Das muss man sich bewusst machen. Und dann: Wer ist mein Kunde? Was braucht mein Kunde? Und dann kann man sich weiter ausbauen.
Marco: Kurz zum Verständnis: Ein Penner ist ein Ladenhüter, oder?
Sandy: Genau, ein Ladenhüter. Und dafür haben wir auch tolle Lösungen gefunden, zum Beispiel unsere Schnäppchentüte. Das ist etwas, was ein Online-Shop attraktiv macht. Kunden lieben das.
Kapitel 6: Erwartungen von Online- und Offlinekundschaft
Doreen: Das heißt, auch die Erwartungen deiner Kundschaft unterscheiden sich sicherlich zwischen stationär und online, oder?
Sandy: Ja, klar. Wir sprechen die Online-Kunden über unsere Bilder an oder über unsere Stories. Da versuchen wir, Begehrlichkeit zu wecken, indem wir da tolle Outfits posten oder ich die Kunden über Insta anspreche und so weiter.
Aber im Laden erwarten die Kunden, dass wir sie von Kopf bis Fuß beraten, und es wird immer anspruchsvoller, weil der Kunde eine andere Erwartungshaltung hat. Ja, der will betüddelt werden, er will von Kopf bis Fuß bedient werden.
Wir haben immer viel Personal auf der Fläche, was total untypisch ist im Handel, Stand heute, weil jeder Kosten sparen will und eigentlich da total anders arbeitet. Für uns ist wichtig: Wir haben viel Personal auf der Fläche. Wir wollen für die Kunden ein Verkaufserlebnis schaffen! Wir wollen sie anziehen.
Und am Ende vom Tag soll eine Kundin zu mir sagen: „Sandy, ich hätte das nie angezogen. Du hast mir was, du hast mir etwas gegeben, das hätte ich nie angezogen. Aber ich bin total happy, ich finde mich rattenscharf in meinem Outfit und bin total dankbar, und ich komme wieder.“
Weil es hat mir was … Ich habe ihr was gegeben, was sie nie von sich aus gemacht hätte. Und das ist das, was wir jeden Tag schaffen müssen: glücklich zu machen und zu sagen: „Ey, wow. Mein erster Anlauf in Würzburg ist das Mein Glück. Da gehe ich hin, weil da muss ich nirgendwo anders mehr hingehen. Weil da werde ich glücklich gemacht, und das ist das, was ich brauche und was ich will, und ich fühle mich wie die Königin.“
Und das am Ende vom Tag ist das Ziel. Und das ist unsere Aufgabe und das ist unser Job. Und es wird aber jeden Tag echt anspruchsvoller, weil der Kunde einfach auch mehr überlegt: Wo gebe ich mein Geld aus?
Doreen: Ja, natürlich! Dann mal Hand aufs Herz: Du als Kundin am liebsten?
Sandy: Also am liebsten natürlich immer im eigenen Laden, weil die Ware trage ich auch jeden Tag. Aber wenn ich dann mal so shoppe, dann bin ich eher, ehrlicherweise, der Online-Shopper, weil ich dann mir mal ein bisschen Schätzle gönne. Dann kaufe ich mir ein Schätzle und lasse mich auch inspirieren für unsere neue Mein-Glück-Kollektion. Und stöbere da auch viel, ne! Und gucke mir da auch echt viel an. Was machen denn die anderen? Was machen denn die Hochwertigen, um da auch immer on point zu sein und mich umzugucken? Ja, dann gönn’ ich mir dann mal ein Schätzle.
Doreen: Es sei dir gegönnt. Ich habe noch eine kleine Zusatzfrage: Wir haben jetzt immer nur über Vertriebskanäle gesprochen. Aber auch in Sachen Marketing musst du ja dann schauen, dass du möglichst breit aufgestellt bist und gesehen wirst. Was kombiniert ihr da so an Werbemitteln oder Werbekanälen?
Sandy: Also unsere Werbung sind zum einen unsere Tüten, weil wir sehr hochwertige und auffällige Tüten haben. Unsere Werbung ist Instagram. Das ist für uns ganz wichtig, wo wir mit Flyern, Postern und so weiter auf uns aufmerksam machen. Aber das sind die Vertriebskanäle, die wir bespielen und steuern. Wo wir dann einfach auch Blogger einladen nach Würzburg, die zu uns kommen, ihren Schmuck verkaufen. Da kommt dieses Jahr wieder Faith Collection. Und so versuchen wir, Begehrlichkeit zu wecken über geile Events, über Goodie-Bags, die wir verteilen. Die Werbung, die wir da spielen, ist Insta, Flyer und Poster und versuchen dann, über Insta die Werbetrommel zu rühren. Also auch da einfach mitnehmen an cleveren Werbekanälen, was geht.
Doreen: Sehr schön, ein gutes Schlusswort. Ich danke dir herzlich für das Interview und für deine Zeit.
Sandy: Ich danke euch, war schön mit euch.
Doreen: Danke.
Marco: Tschüss.
Kapitel 7: Outro
Doreen: Und Marco, wie sieht’s bei dir aus? Gründest du jetzt „Sein Glück“?
Marco: Also ich hätte schon Bock bekommen nach dem Gespräch mit Sandy. Aber mir klingt das in der Job-Klinik auch ziemlich hart und ich chille eigentlich lieber im Büro! Aber wenn ich es gründen wollen würde … Da wüsste ich jetzt: Ich fange erstmal mit dem Laden an. Der muss laufen und wenn der dann läuft, wenn ich so gute Mitarbeiter gefunden habe, dann würde ich vielleicht den Insta-Kanal irgendwie noch als Vertriebskanal erschließen oder einen Online-Shop. Und ich habe schon gelernt: Es reicht auch, einfach selbst Fotos zu machen, weil das authentisch wirkt. Ist ja cool.
Doreen: Ja, was soll ich dazu noch sagen? Macht’s wie Marco, hört auf Sandy und folgt unserem Podcast, indem ihr jetzt auf den Abonnieren-Button klickt. Und ansonsten folgt auch den FLYERALARM Social-Media-Kanälen auf Instagram, LinkedIn, Facebook & Co. Und wir hören uns wieder bei der nächsten Folge!
Marco: Tschüss!
Doreen: Kurze Werbung in eigener Sache: Wenn euch dieser Podcast gefällt und ihr noch viel mehr über Druck- und Marketingthemen wissen wollt, dann schaut doch mal im FLYERALARM Shop im neuen Wissensbereich vorbei. Hier erwartet euch unter anderem ein brandneuer KI-Chat, mit dem ihr über eure Marketing-Denken, Kampagnen oder auch Druckfragen reden könnt!
Außerdem findet ihr hier Videos, alle Podcast-Folgen, jede Menge Blogbeiträge und vieles mehr. Viel Spaß beim Entdecken.
Shownotes
Vom 450 €-Job zur eigenen Ladenbesitzerin – und das gleich auf mehreren Vertriebskanälen: Sandra Lemmich zeigt, wie moderner Einzelhandel heute funktioniert. Im Gespräch nimmt sie uns mit hinter die Kulissen Ihres Würzburger Ladens MAINGLÜCK und erzählt, wie sie den Sprung in die Selbstständigkeit geschafft hat, warum ein Kanal allein längst nicht mehr ausreicht und wie sie Store, Onlineshop, Instagram, WhatsApp und Co. erfolgreich miteinander verbindet. Wir bekommen ehrliche Einblicke in ihren Arbeitsalltag und erfahren, welche Prozesse wirklich funktionieren – und welche nicht.
In dieser Folge lernen wir:
- wie man sein eigenes Business Schritt für Schritt multichannel-fähig macht
- wie man sein Team auf mehrere Verkaufskanäle vorbereitet und organisiert
- wie man den Überblick über Anfragen aus verschiedenen Kanälen behält
- welche Unterschiede es zwischen Online- und Offline-Kundschaft gibt
- wie ein typischer Arbeitstag im Multichannel-Handel aussieht
- welche 3 Tipps helfen, das eigene Business breiter aufzustellen
Viel Spaß beim Zuhören!
MAINGLÜCK Webseite: https://mainglueck-mode.de/
MAINGLÜCK auf Instagram: https://www.instagram.com/mainglueck_mode/
MAINGLÜCK auf Facebook: https://www.facebook.com/mainglueck.de/
Was ist Multichannel-Marketing?
Multichannel-Marketing beschreibt die strategische Nutzung mehrerer Kanäle, um Zielgruppen entlang der Customer Journey zu erreichen. Ein Unternehmen ist also nicht nur auf einer Website oder in einer Suchmaschine präsent, sondern spielt Inhalte, Angebote und Botschaften über mehrere Touchpoints aus. Der Grund: Potenzielle Kundinnen und Kunden bewegen sich im Alltag nicht nur auf einem Kanal. Mal starten sie die Suche bei Google, mal bei Instagram, mal direkt vor Ort beim spontanen Stadtbummel. Wer an mehreren Stellen sichtbar ist, erhöht die eigene Reichweite, Relevanz und Conversion.
Der entscheidende Punkt: Es geht nicht darum, überall irgendwie stattzufinden. Es geht darum, die richtigen Kanäle sinnvoll einzusetzen. Jeder Kanal sollte also eine klare Aufgabe haben. Die Website informiert, der Newsletter aktiviert, Social Media schafft Aufmerksamkeit, der Onlineshop konvertiert, der stationäre Handel macht das Angebot greifbar, usw.
Multichannel-Marketing vs. Omnichannel-Marketing
Die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. Verständlich, schließlich klingen sie ähnlich und inhaltlich nah beieinander. Gemeint ist aber nicht dasselbe.
- Multichannel-Marketing bedeutet: Mehrere Kanäle werden genutzt, um Zielgruppen zu erreichen. Diese Kanäle können gut aufeinander abgestimmt sein, müssen aber nicht komplett miteinander verknüpft sein.
- Omnichannel-Marketing geht weiter. Hier sollen Kanäle, Daten und Erlebnisse möglichst nahtlos zusammenspielen. Kundinnen und Kunden erleben dann einen durchgängigen Übergang zwischen Online und Offline oder zwischen verschiedenen digitalen Kontaktpunkten.
Wie spielen mehrere Kanäle im Multichannel-Marketing zusammen?
Hand aufs Herz: Einfach auf möglichst vielen Plattformen aktiv zu sein, ist noch keine Strategie. Erst wenn Kanäle bewusst ausgewählt, Inhalte angepasst und Botschaften konsistent ausgespielt werden, entsteht echtes Mehrkanalmarketing. Zudem passt nicht jeder Kanal zu jedem Geschäftsmodell. Genau deshalb braucht es eine saubere Auswahl.
Eigene Kanäle: stabile Basis schaffen
Eigene Kanäle bieten die meiste Kontrolle. Hier lassen sich Content, Angebote, Conversion-Pfade und Markenbotschaften besonders gut steuern. Dazu gehören zum Beispiel:
- Website
- Onlineshop
- Blog
- Podcast
- Newsletter
- CRM-basierte E-Mail-Strecken
- App oder Kundenportal
Externe Kanäle: online Sichtbarkeit aufbauen
Externe Kanäle helfen dabei, neue Zielgruppen zu erreichen. Diese Kanäle sind stark, wenn Reichweite, Nachfrage und neue Kontakte aufgebaut werden sollen.
- Suchmaschinen über SEO und SEA
- Social Media
- Display Advertising
- Marktplätze
- Branchenportale
Offline-Kanäle: sichtbar im echten Leben werden
Gerade für lokale Unternehmen, Vereine oder Marken mit physischer Präsenz bleiben Offline-Kanäle wichtig. Denn sie machen Marken sichtbar, anfassbar und erinnerbar. Zu solchen Touchpoints gehören:
- Flyer, Plakate, Schilder und Banner
- POS-Materialien
- Vereinsbedarf
- Kleidung mit Logo
- Werbeartikel
- Events und Messen
”Behalte den Fokus und konzentriere dich zuerst auf eine Sache! Kenne deine Kundschaft und Kapazitäten. Erst, wenn deine Basis auf festen Beinen steht, kannst du dich weiter ausbauen.
Sandra LemmichInhaberin des MAINGLÜCK Stores in Würzburg
Vorteile von Multichannel-Marketing
Kundinnen und Kunden entscheiden heute selten spontan an einem einzigen Punkt, ob ein konkretes Angebot für sie interessant ist. Meist braucht es mehrere Kontakte mit einer Marke, bis es zu einer Handlung kommt. Vielleicht entdeckt jemand zuerst einen Beitrag bei Social Media, klickt später auf eine Google-Anzeige, schaut sich dann Flyer, Broschüren oder den Onlineshop an und kauft letztendlich im stationären Geschäft sein Wunschprodukt.
Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen, Agenturen, Selbstständige und Vereine ist das spannend. Denn erst durch cleveres Multichannel-Marketing wirken mehrere kleinere Touchpoints zusammen viel stärker als ein einzelner großer Kanal. Hier kommen einige Vorteile im Überblick.
Mehr Reichweite, mehr Chancen
Jeder zusätzliche, passende Kanal erhöht die Chance, gefunden zu werden. Suchmaschinen bringen Reichweite bei konkretem Bedarf. Social Media schafft Aufmerksamkeit. E-Mail-Marketing hält Kontakt. Printprodukte und Werbetechnik machen Marken im Alltag sichtbar. So entsteht ein Mix, der Ihre Botschaft breit streut und gezielt unterstützt.
Mehr Kontakte entlang der Customer Journey
Nicht jede Person ist sofort kaufbereit. Manche möchten erst vergleichen. Andere brauchen Vertrauen. Wieder andere reagieren nur auf einen klaren Impuls. Mehrere Touchpoints helfen dabei, Kundinnen und Kunden Stück für Stück Richtung Conversion zu führen.
Mehr Unabhängigkeit von einem Kanal
Nur auf Social Media setzen? Riskant. Alles auf SEO bauen? Nur klassische Werbemittel verteilen? Auch nicht ohne. Wenn ein Kanal schwächelt, steht sonst schnell die ganze Sichtbarkeit auf der Kippe. Multichannel-Marketing verteilt dieses Risiko besser.
So entwickeln Sie eine Multichannel-Marketing-Strategie
Multichannel-Marketing funktioniert am besten, wenn nicht einfach drauflos kommuniziert wird. Erst kommt die Strategie, dann die Umsetzung.
→ Tipp: Nicht jede Person braucht dieselbe Botschaft. Personalisierung und Segmentierung erhöhen die Relevanz und helfen dabei, Menschen gezielter anzusprechen. Das kann ganz einfach beginnen: unterschiedliche Newsletter für verschiedene Interessen, eigene Landingpages für diverse Angebote oder andere Werbemittel für unterschiedliche Zielgruppen. Ruckzuck wird die Kommunikation präziser.
Fazit: Multichannel-Marketing funktioniert, wenn Kanäle zusammen wirken
Multichannel-Marketing heißt nicht, möglichst viele Kanäle zu bespielen. Es heißt, die richtigen Kanäle mit klarer Funktion einzusetzen. Kundinnen und Kunden sollen an relevanten Touchpoints erreicht werden, mit einer konsistenten Botschaft, passenden Inhalten und einem klaren Weg zur Conversion.
Genau darin liegt die Stärke: Suchmaschinen, Social Media, E-Mail-Marketing, Website, Printprodukte, Werbetechnik, Werbeartikel oder Kleidung wirken nicht isoliert am besten, sondern im Zusammenspiel. Wenn Kanalstrategie, Content, Tracking und Markenauftritt zusammenpassen, wird aus einzelnen Maßnahmen ein runder Gesamtauftritt.