Serie Veredelungstechniken: Druck in der 3. Dimension – Relieflack

von 30. Juni 2015 BeInspired 20 Kommentare

Wer auffallen will, muss sich abheben – und das nicht nur im übertragenen Sinne. Um aus der Masse der Druckprodukte herauszustechen, gilt es heute nicht mehr nur den visuellen Reiz anzusprechen. Die Haptik, das Fühlen, ist ein wichtiger Faktor geworden. Wie gut, dass Druck längst keine zweidimensionale Sache mehr ist. Dank moderner Technologien ist die dritte Dimension hinzugekommen. Diese wird mit glänzendem Relieflack erreicht, der bestimmte Elemente effektvoll hervorhebt. Gezielt eingesetzt, garantiert er Ihnen die gewünschte Aufmerksamkeit. Machen Sie Flyer, Visitenkarten oder Einladungskarten zum multisensorischen Erlebnis!

Sie wollen wissen, worauf bei der Druckdatenerstellung zu achten ist? Hier geht’s direkt zum Tutorial: Zum Tutorial

Dreidimensionalität per Inkjet

Der Relieflack ist ein UV-Lack, d.h. er wird direkt nach dem Aufbringen durch UV-Licht gehärtet. Das Verfahren ist dem der Veredelung mit partiellem UV-Lack nahezu identisch, doch die Schichtdicke ist eine wesentlich höhere. Bis zu mehr als 500 µm (0,5 mm) stark bringen Inkjet-Druckköpfe den Lack auf den fertigen Druckbogen auf. Damit er nicht verläuft oder bei größeren Flächen in der Mitte einfällt, wird der lackierte Bogen sofort durch einen Hochleistungs-UV-Trockner geführt. Hier härten die im Lack enthaltenen Photopolymere (lichtempfindliche Kunststoffe) aus und die Bogen können bedenkenlos aufeinandergelegt werden. Mit der Scodix Ultra, die bei FLYERALARM im Einsatz ist, werden in der Stunde so bis zu 1.250 B2-Bogen lackiert.

Worauf Sie achten sollten

Für eine Veredelung mit Relieflack eignen sich besonders Motive, die als Applikationen auf ein Bild „aufgesetzt“ sind. Wassertropfen zum Beispiel, aber auch Verzierungen und Musterungen aller Art. Damit sie gut fühlbar sind, sollten Flächen und Linien nicht zu klein bzw. schmal sein. Aber auch nicht zu groß, da sonst der Effekt verloren geht, der aus den Übergängen von lackierten und unlackierten Stellen entsteht. Um diesen Effekt besonders gut wirken zu lassen, eignen sich Papiere mit einer hohen Grammatur, wie sie etwa bei Postkarten verwendet werden. Lassen Sie Motive lebendig werden, indem Sie deren natürliche Maserungen mit Relieflack nachzeichnen. Die Schuppen eines Fisches oder einer Schlange zum Beispiel. Oder die Struktur eines Basketballs. Gestalterische Grenzen kennt der Relieflack eigentlich keine. Nur produktionsbedingte. So müssen etwa Textelemente, die lackiert werden sollen, mindestens Schriftgröße 12 haben.

Für ein optimales Ergebnis:

  • Lackierte Flächen mindestens 1 cm2
  • hohe Grammatur (ab 300 g)
  • mindestens Schriftgröße 12
  • positive Linien mindestens 3 Punkt

Wo Relieflack zum Einsatz kommt

Ein guter erster Eindruck ist unbezahlbar. Mit einer besonderen Visitenkarte sorgen Sie dafür, dass Ihre Kunden und Geschäftspartner genau diesen von Ihnen bekommen. Ein durch Relieflack hervorgehobenes Logo oder der Firmenname vermitteln nicht nur ein seriöses Auftreten, sie stehen auch für eine hohe Qualität. Gerade bei großen Veranstaltungen gilt es, aus der Masse herauszustechen. Auf den Besucher prasseln unzählige Eindrücke ein, dabei bleiben nur die bedeutendsten hängen, die fühlbaren. Verleihen Sie Ihren Flyern daher eine spezielle Veredelung und regen Sie mit dem Relieflack den optischen wie den haptischen Sinn an.

Besondere Anlässe erfordern besondere Worte – und diese eine besondere Aufmachung. Hochwertige Einladungen zu Präsentationen, Werbeveranstaltungen oder Firmenfeiern können sich dank Relieflack nicht nur sehen, sondern auch fühlen lassen. Auch Grußkarten zu Jubiläen oder Ehrentagen verleiht er einen edlen Look und Touch.

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Raphael

Über Raphael

Interessiert sich am meisten für neue Techniken und Anwendungsmöglichkeiten, also was man außer Papier noch so alles bedrucken kann. Schreibt nach dem Motto: Was gibt es Schöneres als ein witziges, geistreiches oder komplett absurdes Wortspiel? Genau, zwei.

20 Kommentare

  • Avatar Karen sagt:

    Hallo Raphael,

    ich möchte auf einem doppelseitig bedruckten Flyer in DIN lang nur auf der Vorderseite einen Schriftzug mit Lack veredeln. Muss ich das noch irgendwie bei der Bestellung genau angeben oder ersehen das die Drucker aus der Druckdatei? Reicht es dann, als Option „Veredelung mit partiellem UV-Lack“ anzuklicken und ist damit alles klar? Ich bin keine ausgebildete Grafikerin und habe noch nie eine Veredelung selber angelegt.
    Danke im Voraus!
    Karen

  • Avatar Peter sagt:

    Hallo,
    wie Umwelt verträglich ist der UV Lack?

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Peter,
      die Aufbereitung von mit UV-Lack veredelten Papieren zu Recyclingpapier ist tatsächlich etwas schwieriger als bei nicht-veredeltem Papier. Deshalb darf in den Prozess der Umwandlung von Alt- zu Recyclingpapier nur eine bestimmte Maximalmenge an UV-veredelten Papieren hinzugefügt werden. Diese Kapazität ist noch nicht erreicht, sodass aktuell Flyer, Visitenkarten, Magazine usw., die mit (partiellem) UV-Lack veredelt sind, noch problemlos über das Altpapier entsorgt und wiederaufbereitet werden können.

      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Marco

  • Avatar Christina sagt:

    Hallo Raphael,
    kann ich den Relieflack randabfallend anlegen oder nicht?
    Im Datenblatt steht dass man einen Sicherheitsabstand vom 3mm zum Endformat einhalten soll, hier im Blog haben sind aber lauter Beispiele wo der Lack randabfallend angelegt ist.
    Reichen 1,3mm vom Endformat auch?
    lg
    Christina

    • Marco Marco sagt:

      Hi Christina,
      Sie sollten sich unbedingt an die Vorgaben im Datenblatt halten und Ihr Layout mit einem Sicherheitsabstand von 3 mm zum Endformat anlegen. Die Bilder im Blog sind lediglich Ausschnitte, um den 3D-Effekt des Relieflacks deutlicher zeigen zu können.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Avatar Markus Groh sagt:

    Hallo Raphael,
    wie kann ich ein Logo mit Relieflack versehen, dass mir als EPS zur Verfügung steht?
    Viele Grüße
    Markus

  • Avatar Björn sagt:

    Moin Raphael, inwiefern unterscheidet sich der Auftrag bei Schriftgröße 12 pt und einer Vektorlinienstärke von 3pt? Eine Schrift mit 12 pt hat ja durchaus dünnere Linien als 3pt.

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Björn,
      da haben Sie recht. Bei vielen Schriftarten liegen bei Schriftgröße 12 pt durchaus dünnere Linien vor. Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen, ausschließlich grafische Elemente mit Relieflack zu veredeln. Bei Texten und zu feingliedrigen Veredelungen geht der haptische Effekt leider schnell verloren.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Avatar Anke Krämer sagt:

    Hallo Raphael,
    sicher hast du die Frage schon irgentwann mal beantwortet, nur kann ich es nicht finden.
    Wie sehen die Schritte aus in corel draw? Was muß ich beachten beim speichern der Druckdatei als PDF

    • Marco Marco sagt:

      ​Hallo Anke,
      zum Anlegen einer Volltonfarbe müssen Sie in Corel Draw eine Schmuckfarbe anlegen. Gehen Sie dazu so vor: Rufen Sie zuerst den Farbpaletten-Manager auf (Fenster –> Farbpaletten –> Weitere Paletten…) und wählen Sie im Farbpaletten-Manager eine Schmuckfarbenpalette, z. B. „HKS N“. Je nach Corel Draw Version können die Menüs auch andere Namen haben.
      Wählen Sie nun über „Fenster“ –> „Farbpalette“ die von Ihnen angelegte Farbpalette aus und färben Sie den zu veredelnden Bereich mit der von Ihnen angelegten Farbe ein.
      Je nach dem, welche Veredelung Sie verwenden möchten, müssen Sie die Volltonfarbe auf „Überdrucken“ oder „Nicht Überdrucken“ stellen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das eingefärbte Objekt. Im Dropdown-Menü wählen Sie nun „Füllung überdrucken“ oder „Umriss überdrucken“ – je nach dem, ob Sie das ganze Objekt oder nur die Kontur veredeln möchten. Über „Ansicht“ –> „Überdrucken simulieren“ können Sie abschließend Ihr Layout überprüfen.

      Wählen Sie beim Exportieren der Druckdaten bei den PDF-Voreinstellungen „PDF/X-3“ aus. Bei den Farbeinstellungen sollten Sie das korrekte Farbprofil einbetten (z.B. ISO Coated v2 300%), setzen Sie außerdem einen Haken bei „Dokument-Überdruckung beibehalten“ und „Schwarz immer überdrucken“. Unter „Objekte“ sollten Sie zudem bei Komprimierungstyp „Keine“ auswählen sowie einen Haken setzen bei „Text und Strichgrafiken komprimieren“ und „Alle Texte als Kurven exportieren“. Zudem sollten Sie die Bitmap herunterskalieren. Verwenden Sie folgende Werte: Farbe: 356, Graustufen: 356, Monochrom 1,20.
      Setzen Sie unter „Druckvorstufe“ einen Haken bei „Halbtonbild-Informationen beibehalten. Bestätigen Sie im Anschluss alles mit ok. So sollten Sie druckfähige PDF-Dokumente exportieren. Bei Fragen können Sie sich natürlich jederzeit an unsere Hotline oder den Druckdaten-Service (https://www.flyeralarm.com/de/content/index/open/id/20397/daten-layout-service.html) wenden.

      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Marco

  • Avatar Claudia sagt:

    Hallo Raphael,

    der Link zum Tutorial funktioniert leider nicht mehr. Fehler 404
    Finde ich das Tutorial wo anders noch?

    Grüße
    Claudia

  • Avatar Jörg sagt:

    Hallo Raphael,
    ist es möglich mit dieser Technologie Brailleschrift z.B. auf eine Karte zu drucken? Die Braillepunkte sind ja auch relativ klein und nahe beieinander.

    Viele Grüße
    Jörg

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Jörg,
      theoretisch sollte das möglich sein. Laut Norm muss die Erhabenheit der Punkte mindestens 0,5 mm betragen (Quelle: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband), also genau die Stärke, die mit dem Relieflack möglich ist. Natürlich kommt es auch darauf an, wie die Punkte im Layout angelegt sind. Sie dürfen nicht zu klein und nicht zu dicht beieinander liegen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Lackpunkte ineinander verlaufen.
      Beachten Sie auch die Angaben und Tipps im Datenblatt, das Sie am Ende der Produktkonfiguration neben der Preistabelle finden.
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

  • Avatar Jen sagt:

    Vielen Dank, Raphael für die prompte Antwort! Ich habe mich nun dazu entschieden, den Lack in 3pt anzulegen. Auf dem Muster im Musterbuch ragt der Lack ebenfalls über das Motiv hinaus und es stört nicht. Dabei kommt bei mir allerdings die Frage der Passgenauigkeit auf, falls die Abweichung auf dem Muster nicht absichtlich ist (wonach es aussieht): gibt es da Abweichungen, die man in Kauf nehmen muss oder wird der Lack Millimeter genau aufgetragen. Danke nochmal!
    Jen

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Jen,
      der Lack wird entsprechend der Druckdatei, also dem fünften Farbkanal, der über der CMYK-Gestaltung liegt, aufgebracht. Minimalste Toleranzen kann es hierbei geben, normalerweise sollte es da aber keine Abweichungen geben.
      Herzliche Grüße
      Raphael

  • Avatar Jen sagt:

    Hallo Raphael! Danke für die Infos zum Relieflack. Ich habe ein Logo, das ich so auf einer Visitenkarte in Szene setzen möchte. Die Strichstärke ist aber maximal 1,5 pt. Inwiefern würde das Ergebnis dann unschön? Verläuft der Lack? Für eine baldige Antwort wäre ich dir sehr dankbar!
    Jen

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Jen,
      für eine Veredelung mit Relieflack sollten Linien eine Stärke von mindestens 3 pt haben. Zu filligrane Elemente können nicht sauber mit dem Lack dargestellt werden, hier stößt die Technik leider (noch) an ihre Grenzen. Das hat dann auch nichts mit Verlaufen zu tun, denn der Lack wird sofort mit UV-Technik gehärtet, vielmehr sind die Maschinen nicht dafür ausgelegt, da eine solch geringe Stärke quasi nicht wahrnehmbar ist, vor allem nicht für die Finger, was ja die Hauptintensität bei Relieflack sein sollte.
      Ich würde Ihnen also abraten, eine solch geringe Strichstärke mit Relieflack zu veredeln, denn selbst wenn die Datei den Datencheck bestehen sollte, kann das Ergebnis unter Umständen anders aussehen, als Sie es sich vorgestellt haben.
      Ich hoffe die Antwort hilft Ihnen dennoch weiter.
      Herzliche Grüße
      Raphael

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