Von RGB zu CMYK – via Lab

By 7. März 2018 Februar 4th, 2021 Know-how
RGB in CMYK via Lab

Damit sie gedruckt werden können, müssen Fotos und Grafiken von RGB in CMYK konvertiert werden. Wichtiger Schlüssel dabei: der Lab-Farbraum.

Die Darstellung an Bildschirmen und anderen digitalen Geräten erfolgt im RGB-Farbraum, für den Druck ist CMYK Voraussetzung (detaillierter erläutert im Beitrag CMYK vs. RGB – Die wichtigsten Unterschiede). Am Monitor in RGB erstellte Druckdaten müssen, damit sie gedruckt werden können, in CMYK umgewandelt werden. Da die beiden Farbräume nicht nur in ihrer generellen Art, sondern auch in der Anzahl der darstellbaren Farben große Unterschiede aufweisen, ist eine Konvertierung nur über einen gemeinsamen Nenner möglich: den Lab-Farbraum.

Was ist der Lab-Farbraum?

Der Lab-Farbraum (auch CIELAB) beinhaltet alle vom menschlichen Auge wahrnehmbaren Farben. Er ist folglich ein geräteunabhängiger/medienneutraler Farbraum, der gerätespezifische Eigenschaften ausschließt. Durch die Koordinaten L*, a* und b* kann somit jede vom Menschen erfassbare Farbe, auch außerhalb von eingeschränkten Farbräumen wie RGB oder CMYK, definiert werden. Dabei kennzeichnet der L*-Wert die Helligkeit (0 = schwarz, 100 = weiß), der a-Wert die Rot-Grün-Farbachse (+a = Rot, -a = Grün) und der b-Wert die Gelb-Blau-Farbachse (+b = Gelb, -b = Blau).
Aufgrund dieser Eigenschaften fungiert der Lab-Farbraum als Verbindungsfarbraum, um Farbkonvertierungen zwischen verschiedenen Farbräumen durchzuführen, wie zum Beispiel von RGB zu CMYK.

Lab Farbraum

Wie funktioniert die Konvertierung?

Druckprofile basieren auf sogenannten Charakterisierungsdaten, die wiederum eine bestimmte Ausgabebedingung beschreiben.
Chronologisch bedeutet das also:

Definition der Ausgabebedingung: In welchem Druckverfahren, auf welchem Papiertyp und mit welchen Primärfarben wird produziert? Für ISO coated v2 wäre das beispielsweise Offsetdruck, gestrichenes Papier und CMYK.

Erstellung von Charakterisierungsdaten: In der gewählten Ausgabebedingung werden nun die Charakterisierungsdaten erstellt. Hierfür wird ein Farbchart (besteht als vielen einzelnen CMYK-Farbfeldern) in der jeweiligen Ausgabebedingung angedruckt und spektralfotometrisch eingemessen. Daraus erhält man für jedes Farbfeld, das heißt für jeden einzelnen CMYK-Wert, einen Lab-Wert. Diese Lab-Messwerte ermöglichen eine exakte Beschreibung des Farbraums und bilden zudem die Grundlage zur Erstellung von Farbprofilen.
Charakterisierungsdaten werden im deutschen Raum meist von der Fogra (Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.) erstellt. So dient beispielsweise FOGRA39 als Basis für ISO coated v2.

Entstehung von Farbprofilen: Ausgehend von den Charakterisierungsdaten können nun Farbprofile berechnet werden. Im Allgemeinen ermöglichen Farbprofile, wie bereits beschrieben, eine Konvertierung von z.B. RGB zu CMYK über den medienneutralen Lab-Farbraum. Im Detail beschreiben sie aber auch, wie die Ausgabefarbwerte (z. B. CMYK) aufgebaut werden sollen. Die Art und Weise der Separation der Farben wird dabei von verschiedensten drucktechnischen Einstellungen (z. B. Gesamtfarbauftrag oder Schwarzaufbau) beeinflusst. Diese Separationseigenschaften fließen bei der Erstellung von Profilen unmittelbar mit ein und sind der Grund, warum es ausgehend von einem Charakterisierungsdatensatz verschiedene Druckprofile gibt.
Schließlich liegt ein Farbprofil vor, das einen möglichst genauen Daten-Austausch zwischen Ersteller und Druckerei ermöglicht.

In der Anwendung

Legen Sie Druckdaten an, müssen Sie sich mit den oben genannten Vorgängen im Prinzip gar nicht befassen. Das einzige, was Sie in Erfahrung bringen sollten, ist das Farbprofil, das Ihre (Online-) Druckerei favorisiert. Nutzen Sie dieses bei der Erstellung, um zum Beispiel im Softproof einen möglichst genauen Eindruck des gedruckten Ergebnisses zu erhalten. Weitere Informationen erhalten Sie zum Beispiel auch in unseren Tutorials zum Druckdaten-Export in InDesign, Illustrator, Photoshop oder Scribus.

Mit allen benötigten Informationen steht Ihren individuellen Druckprodukten, großformatigen Werbematerialien oder Give-aways nichts mehr im Wege.

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Raphael

About Raphael

Interessiert sich am meisten für neue Techniken und Anwendungsmöglichkeiten, also was man außer Papier noch so alles bedrucken kann. Schreibt nach dem Motto: Was gibt es Schöneres als ein witziges, geistreiches oder komplett absurdes Wortspiel? Genau, zwei.

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