Druck-JPGs und -TIFFs mit GIMP erstellen

von 23. November 2016 Know-how 25 Kommentare
Daten für den Druck können auch im JPG- oder TIFF-Format angeliefert werden. Zum Beispiel erstellt mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm GIMP.

Um Daten für Ihre Druckprodukte zu erstellen, benötigen Sie professionelle Layout- oder Bildbearbeitungssoftware. Dass eine solche jedoch nicht immer teuer sein muss, zeigt das Beispiel GIMP. Das Bildbearbeitungsprogramm stellt eine sehr gute und vor allem kostenlose Alternative zu den gängigen kostenpflichtigen dar. So können Sie damit Fotos bearbeiten, auf voreingestellte Filter zurückgreifen, Bilder freistellen und vieles mehr. Einziger Nachteil: Da es leider noch immer keine stabile Plugin-Lösung für eine Konvertierung in CMYK gibt, lassen sich mit dem Programm nur Daten im RGB-Modus erstellen. So ist zum Beispiel auch kein Softproof möglich. Ihre RGB-Daten wandelt FLYERALARM jedoch selbstverständlich vor dem Druck um, sodass Sie ohne Probleme JPGs und TIFFs mit GIMP erstellen können. Dazu müssen Sie nur einige Dinge beim Anlegen und Exportieren der Daten beachten.

Neue Dateien anlegen

Ein Foto, das Sie bearbeiten möchten, wählen Sie über Datei > Öffnen aus. Um mit einem neuen, „leeren“ Bild zu beginnen, wählen Sie Datei > Neu. In dem sich öffnenden Fenster haben Sie die Möglichkeiten, die Maße dafür festzulegen (inkl. Beschnittzugabe) (1), sowie mit einem Klick auf „Erweiterte Einstellungen“ (2) weitere Optionen: die Auflösung (achten Sie darauf, dass das Schloss geschlossen ist) (3), den Farbraum (RGB oder Graustufen) (4) und die Farbe der Hintergrundebene (5). Nachträgliche Anpassungen können Sie über Bild > Bild skalieren vornehmen.

Dateien exportieren

Haben Sie die Gestaltung abgeschlossen, speichern Sie diese als Druckdatei über Datei > Exportieren. In dem sich nun öffnenden Fenster können Sie Ihre Datei benennen (1) und den Speicherort bestimmen (2). Mit einem Klick auf das kleine +-Symbol neben „Dateityp nach Endung“ (3) öffnet sich eine Liste. Wählen Sie hier das Format „JPG-Bild“ oder „TIFF-Bild“ aus.

Speichern als JPG

Stellen Sie den Regler bei Qualität auf 100 (1).
Setzen Sie das Häkchen bei „Vorschau im Bildfenster anzeigen“, um eine Angabe zur Dateigröße zu erhalten (2).
Achten Sie in den erweiterten Optionen darauf, dass kein Häkchen gesetzt ist, auch nicht bei „Optimieren“ oder „Progressiv“. Wählen Sie bei „Zwischenschritte“ 4:4:4 und damit die höchste Qualität aus (3).

Speichern als TIFF

Wählen Sie „Keine“ Kompression aus und klicken Sie anschließend auf „Exportieren“.

Damit steht dem Druck Ihrer Werbemittel, Werbetechnik oder Werbeartikel nichts mehr im Wege. Gestalten Sie mit GIMP beispielsweise Flyer, Aufkleber oder Getränkedosen in Ihrem ganz persönlichen Design.

Raphael

Über Raphael

Interessiert sich am meisten für neue Techniken und Anwendungsmöglichkeiten, also was man außer Papier noch so alles bedrucken kann. Schreibt nach dem Motto: Was gibt es Schöneres als ein witziges, geistreiches oder komplett absurdes Wortspiel? Genau, zwei.

25 Kommentare

  • Avatar Senta sagt:

    Hallo,

    ich hatte bisher immer wieder das Problem, dass der Druck meiner Bilddateien stark von der Datei abweichen. Schwarz ist eher grau und allgemein liegt ein Grauschleier über dem Bild. Egal, wo ich drucken lasse.
    Ich erstelle die Datei mit Gimp und exportiere nach Zusammenfügung des Bildes als PDF. Haben Sie eine Idee, wo das Problem liegen könnte?

    Lieben Gruß
    Senta

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Senta,
      die Farbwirkung Ihrer Motive auf dem gedruckten Endergebnis und eine eventuelle Abweichung von der Darstellung an Ihrem Bildschirm hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise sieht ein und dieselbe Druckdatei auf unterschiedlichem Papier ganz unterschiedlich aus. Auf Offsetpapier mit hohem Weißgrad beispielsweise wird Ihr Motiv anders wirken als auf Naturpapier, das einen höheren Gelbanteil aufweist.
      Um die Farbabweichungen zwischen dem RGB-Bild und dem in CMYK-Farben gedruckten Endergebnis möglichst gering zu halten, sollten Sie auf jeden Fall das richtige Farbprofil wählen (https://www.flyeralarm.com/blog/de/icc-profile-richtig-verwenden/). Auch eine manuelle Umwandlung von RGB in CMYK mit Photoshop (https://www.flyeralarm.com/blog/de/tutorial-mit-photoshop-rgb-in-cmyk-umwandeln/) hilft Ihnen, die Farbabweichung zu reduzieren. Das ist der Nachteil von GIMP: Meines Wissens nach gibt es keine Möglichkeit, mit dieser Bildbearbeitungssoftware Druckdateien im korrekten CMYK-Farbraum zu exportieren. Deshalb empfehlen wir die Verwendung von Adobe Photoshop oder dem Pendant von Affinity – hier können Sie optimal druckbare Daten exportieren und haben direkten Einfluss auf die Umwandlung von RGB in CMYK.
      Wenn das für Sie keine Option ist, dann drucken Sie doch auf Ihrem heimischen Drucker Ihr Motiv einfach mal aus und kontrollieren Sie so die Farben. Das ist natürlich kein verbindlicher Farbproof, gibt Ihnen jedoch eine grobe Tendenz, ob die Farbwirkung denn zumindest in die richtige Richtung geht.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Avatar Miki Hartwig sagt:

    Liebes Flyeralarm Team,
    wir haben in Gimp ein T Shirt Druckmotiv (KLeinstauflage 5-10) entworfen. Gehe ich richtig in der Annahme, dass der RGB Farbraum , den Gimp per Default hat, dazu nicht geeignet ist? Das Motiv soll weiss auf schwarz, dunkelblau oder andere dunkle Farben gedruckt werden . Schon jetzt vielen Dank für die Antwort!
    LG Miki

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Miki,
      grundsätzlich können Sie in GIMP auch Druckdaten von RGB in CMYK umwandeln, dafür benötigen Sie lediglich das kostenlose Plugin Separate+. Jedoch müssen Ihre Druckdaten beim Bedrucken von Textilien unbedingt im PDF/X-4-Format angelegt sein, da sonst alle nicht transparenten Flächen weiß gedruckt werden. Das heißt: Wenn Sie ein weißes Motiv drucken möchten, Ihre Datei jedoch keine Transparenzen enthält (in diesem Fall müsste der Hintergrund Ihres Motivs als Transparenz angelegt sein), so wird stattdessen einfach eine komplett weiße Fläche gedruckt. Mit GIMP können Sie meines Wissens nach jedoch keine PDF/X-4-Datei exportieren.

      Tipp: Verwenden Sie beispielsweise Scribus. Diese Software ist speziell für das Erstellen von Druckdaten entwickelt worden, kann mit Transparenzen umgehen und ist ebenfalls völlig kostenfrei (https://www.flyeralarm.com/blog/de/druckfaehiges-pdf-mit-scribus-1-4-4-erstellen/). Alternativ können Sie T-Shirts auch einfach und unkompliziert online gestalten (https://www.flyeralarm.com/blog/de/t-shirts-selbst-gestalten-online-intuitiv-und-schnell/).

      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Marco

  • Avatar Christin sagt:

    Hallo Raphael,
    ich arbeite auch mit GIMP. Gibt es mittlerweile eine Lösung, damit ich meine Drucksachen mit UV Lack veredeln kann?
    Viele Grüße
    Christin

  • Avatar Andreas Engel sagt:

    Bei den Flaschenöffnern, die ich bestellen möchte, steht, dass ich die Daten als PDF-Datei liefern soll, Kann ich trotzdem eine mit Gimp erstellte jpg-Datei hochladen?

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Andreas,
      welchen Flaschenöffner möchten Sie denn bestellen? Beim Modell „Flaschenöffner Modern“ müssen Sie vektorisierte Daten anliefern. Das funktioniert nur mit einer PDF-Datei. In diesem Tutorial )https://www.flyeralarm.com/blog/de/tutorial-pixelbilder-in-vektorgrafiken-umwandeln-mit-illustrator-photoshop-und-indesign/) erfahren Sie, wie Sie mit Illustrator, Photoshop oder InDesign Pixelbilder in Vektorgrafiken umwandeln können. Sollte das für Sie keine Option sein, so könnten Sie als Ersatzprodukt den „Flaschenöffner Classic“ auswählen. Bei diesem Modell können Sie Ihre Druckdaten auch als JPGs anliefern.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Avatar Anna sagt:

    Hallo, welches Dateiformat aus GIm ist für den druck denn besser geeignet? Ein PDf, jpg oder ein tiff? Da ich einen 4 seitigen Flyer angelegt habe, stellt sich die frage, wie die Daten übermittelt werden sollen. Im PDF kann ich die Daten ja wie gefordert hintereinander anlegen. Wie mache ich das mit jpg und tiff? Ich freue mich auf Feedback. vielen Dank, Anna

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Anna,
      wählen Sie am besten jpg oder tiff, wenn Sie aus Gimp exportieren. Haben Sie ein Produkt, das aus mehreren Seiten besteht, diese Seiten einfach einzeln exportieren, am besten mit der jeweiligen Seitenzahl benennen und anschließend alle Dateien hochladen, das muss keine einzelne sein.
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

      • Avatar Eva Helmeth sagt:

        Gilt das auch für ein Buch mit 64 Seiten? Sollten diese alle einzeln hochgeladen werden oder macht es hier nicht doch Sinn sie zusammenhängend abzuspeichern? Wie kann man diese bei Gimp zusammenhängen? In welchem Format?

        • Marco Marco sagt:

          Hallo Eva,
          welches Produkt möchten Sie denn bestellen? Wenn Sie ein Magazin mit Rückendrahtheftung bestellen möchten, so können Sie einzelne JPGs hochladen. Bei Büchern (egal, ob Hard- oder Softcover) hingegen müssen Sie zwei PDF-Dateien hochladen: eine für den Umschlag, eine für den Innenteil. In diesem Innenteil müssen dann sämtliche Seiten zusammenhängend enthalten sein. Infos dazu finden Sie auch im jeweiligen Datenblatt. Mit GIMP können Sie allerdings nur druckfähige JPGs oder TIFFs erstellen, jedoch keine PDFs.
          Unsere Empfehlung: Sollten Sie ein Buch mit Hard- oder Softcover bestellen wollen und möchten die Druckdaten mit GIMP erstellen, so exportieren Sie sämtliche Seiten als druckfähige JPGs, wie es im Tutorial beschrieben wird. Laden Sie sich zudem die kostenlose Software PDF-Sam (https://pdfsam.org/de/downloads/) herunter und konvertieren und bündeln Sie mit diesem Programm Ihre einelnen JPGs zu einer PDF für den Umschlag und zu einer PDF für den Innenteil.

          Herzliche Grüße
          Marco

  • Avatar Sebastian Sauer sagt:

    Hallo,
    ich möchte Stofftaschenbedrucken lassen und da sieht das Datenblatt Pantone C Volltonfarben vor. Können mit Gimp Volltonfarben als Farbmodus angelegt werden?

    VG, Sebastian

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Sebastian,
      meines Wissens können in Gimp keine Pantone-Farben ausgewählt, sondern lediglich RGB-Farben angelegt werden. Daher ist Gimp leider nicht geeignet, um Druckdaten für Produkte wie Stofftaschen anzulegen.
      Herzliche Grüße
      Raphael

  • Avatar Dan sagt:

    Hallo,
    Ich hätte auch eine Frage zu dem Thema Umwandlung RGB –> CMYK.
    Wie stark sind denn die farblichen Unterschiede wenn Sie intern bei sich diese Umwandlung durchführen? Ist das irgendwie abschätzbar?
    Gruß Dan

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Dan,
      wie stark die Unterschiede sind, kann man nicht pauschal sagen. Das hängt von mehreren Faktoren ab, wie zum Beispiel vom Papier, der Druckart und vor allem der Farbe. So lassen sich beispielsweise leuchtende Blau-, Rot- oder Grüntöne, wie sie am Bildschirm angezeigt werden, nicht eins zu eins im Druck umsetzen. Die Farben werden eigentlich immer ein wenig dunkler und matter. Den besten Eindruck erhalten Sie durch einen Softproof, wie Sie ihn sich beispielsweise in InDesign anzeigen lassen können. Lesen Sie hierzu auch den entsprechenden Abschnitt in unserem Beitrag zu ICC-Profilen: https://www.flyeralarm.com/blog/de/icc-profile-richtig-verwenden/
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

  • Avatar Felix sagt:

    Ich würde gerne eine Einladungskarte in DIN A6 im Querformat mit GIMP erstellen. Kann ich anstatt dem üblichen PDF mit CMYK-Farbraum auch nach dieser Anleitung 2 TIFF-Dateien in GIMP erstellen und als Druckdaten hochladen?

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Felix,
      ja, können Sie. Da GIMP lediglich Daten im RGB-Modus erstellen kann, wird Ihre Druckdatei bei uns in der Druckvorstufe in CMYK umgewandelt. Achten Sie einfach darauf, dass Sie den Beschnitt mit anlegen und gehen Sie Schritt für Schritt nach unserer Anleitung vor.
      Herzliche Grüße
      Raphael

      • Avatar Christel M. sagt:

        Hallo,
        und wie ist es mit dem Plugin Separate+ und „Make CMYK pseudo-composite“?

        Wissen Sie, wie man am einfachsten die Beschnittzugaben kenntlich macht?
        Gibt es da bei Gimp 2.8.20 irgendeine Möglichkeit?

        Gruß von Christel

        • Raphael Raphael sagt:

          Hallo Christel,
          wir haben bereits mehrere Lösungen ausprobiert, unter anderem Separate+. Leider treten bei allen Plugins regelmäßig Probleme auf, sodass wir keines guten Gewissens empfehlen können.
          Um die Beschnittzugaben kenntlich zu machen, empfehle ich Ihnen, mit Hilfslinien zu arbeiten. Für eine exakte Positionierung wählen Sie dazu „Bild > Hilfslinien > Neue Hilfslinie“ und tragen Sie in dem sich öffnenden Fenster die Position ein.
          Ich hoffe, die Antwort hilft Ihnen,
          herzliche Grüße aus Würzburg
          Raphael

  • Avatar Bea sagt:

    Hallo,

    ich möchte eine Visitenkarte mit Partiellen UV-Lack erstellen. Gibt es bei Gimp die Möglichkeit eine Volltonfarbe (Schmuckfarbe) als Farbmodus anzulegen.

    LG Bea

Hinterlassen Sie einen Kommentar