ICC-Profile richtig verwenden

von 19. Oktober 2016 Know-how 37 Kommentare
ICC-Profile enthalten alle wichtigen Informationen über ein Druckverfahren und helfen so bereits im Vorfeld, einen Eindruck vom Druckergebnis zu erlangen.

Das Problem, dass Monitore den RGB-Farbraum verwenden, während für den Druck der CMYK-Farbraum benötigt wird, existiert, seit Druckdaten am Computer erstellt werden. So kam bzw. kommt es immer wieder zu unerwünschten Resultaten, weil das gedruckte Produkt nicht so aussieht wie am Bildschirm. Seit 1993 ist hier jedoch Abhilfe geschaffen. In diesem Jahr wurde das International Color Consortium (ICC) gegründet, dem mittlerweile alle führenden Unternehmen der Druckindustrie angehören. Um eine Erleichterung für Kunden und Druckereien zu erwirken, legt der Verband Farbprofile, speziell für verschiedene Druckverfahren, fest. Durch diese Profile ist es dem Kunden möglich, eine recht genaue Vorstellung seines finalen Druckproduktes zu erhalten, da ihm seine Druckerei das Farbprofil, mit dem sie druckt, mitteilen kann.

Inhalt, Download, Installation

ICC-Profile sind Dateien, die alle Informationen über ein bestimmtes Druckverfahren enthalten. Dazu gehören beispielsweise der Farbraum, der maximale Farbauftrag, das Rasterverfahren usw. Der Farbraum ist dabei nicht einfach CMYK, sondern speziell auf die Anforderungen der Druckmaschine sowie der Produkte angepasst. So enthält zum Beispiel ein Farbprofil für den Zeitungsdruck einen wesentlich kleineren Farbraum als ein Farbprofil für den „normalen“ Offsetdruck.

Für den Online-Druck sind die wichtigsten ICC-Profile „ISO Coated v2“ für Werbetechnik-Artikel sowie „ISO Coated v2 300%“ für alle anderen Druckprodukte. Beide erhalten Sie neben vielen weiteren zum Beispiel auf der Webseite der European Color Initiative (ECI): Zu den ICC-Profilen. Weitere Informationen zu ICC-Profilen der ECI finden Sie unter eci.org.

Um sie zu installieren, klicken Sie in Windows mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Profil und wählen „Installieren“. Nutzen Sie einen Mac, kopieren Sie die gewünschten Profile in den Ordner Library/ColorSync/Profiles/Recommended. Nun können Sie in sämtlichen verwendeten Programmen auf sie zurückgreifen.

Softproof und Konvertierung

Um ein Druckergebnis annähernd zu simulieren, haben Sie die Möglichkeit, in Ihrem Layout- oder Bildbearbeitungsprogramm einen Softproof durchführen. Dieser zeigt Ihnen am Monitor, wie Ihre Grafiken schließlich gedruckt aussehen werden. Beachten Sie jedoch, dass dies keineswegs eine verbindliche Simulation darstellt, da ein Druckergebnis von sehr vielen Faktoren beeinflusst wird. Eine gute Vorschau und Einschätzung ist es aber in jedem Fall, vor allem was Farben und Details angeht.

Um einen Softproof in Photoshop CC durchzuführen, wählen Sie in der Menüleiste Ansicht > Proof einrichten > Benutzerdefiniert. Stellen Sie im sich öffnenden Fenster bei „Zu simulierendes Gerät“ das gewünschte Profil ein, setzen Sie das Häkchen bei „Papierfarbe simulieren“ und „Vorschau“ und Sie erhalten einen Eindruck der Veränderungen von Monitor zu Druck. Die Simulation der Papierfarbe bezieht sich auf weißes Papier, nicht auf Sonderpapiere oder andere Materialien.
In Indesign CC gehen Sie ganz ähnlich vor: Wählen Sie Ansicht > Proof einrichten > Benutzerdefiniert und stellen Sie das Profil sowie „Papierfarbe simulieren“ ein. Anschließend wählen Sie unter Ansicht „Farbproof“ aus und erhalten nun ebenfalls eine Vorschau, wie Ihr Auftrag in etwa gedruckt aussehen wird.

Damit Ihre Daten für den Druck korrekt in CMYK vorliegen, müssen Sie diese in dem entsprechenden Farbprofil zuweisen. In Photoshop wählen Sie dazu Bearbeiten > Profil zuweisen … und geben hier den Zielfarbraum an. Auch hier ist eine Vorschau verfügbar, sodass Sie Ihr Bild noch ein letztes Mal kontrollieren können.
In InDesign erfolgt die Zuweisung zu einem Farbprofil genauso. Wählen Sie Bearbeiten > Profil zuweisen … und legen Sie das korrekte Farbprofil fest. Bitte achten Sie darauf, dass Sie Ihr Layout beim PDF-Export dennoch im korrekten Farbraum ausgeben.

Links das Bild im RGB-Modus, rechts mit Farbproof im Profil ISO Coated v2 300%:

Das richtige Farbprofil ist ein wichtiger Aspekt bei der Erstellung Ihrer Druckdaten und nicht zu unterschätzen. Nutzen Sie den Softproof, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden und ein optimales Ergebnis zu erhalten. So gestalten Sie beispielsweise Faltblätter, Plakate und Werbeartikel für Ihr Unternehmen oder Ihr nächstes Event.

Faltblätter    Plakate    Werbeartikel

Raphael

Über Raphael

Interessiert sich am meisten für neue Techniken und Anwendungsmöglichkeiten, also was man außer Papier noch so alles bedrucken kann. Schreibt nach dem Motto: Was gibt es Schöneres als ein witziges, geistreiches oder komplett absurdes Wortspiel? Genau, zwei.

37 Kommentare

  • Avatar mirko sagt:

    Ich hab alles stundenlang so gemacht, wie es verlangt wird, umgewandelt u gemacht u getan und trotzdem sind die daten immer Fehlerhaft, angeblich nicht CMYK, richtiger sauladen hier…

  • Avatar Brigitte sagt:

    Hallo,
    ich habe eine Zeitung bei euch gedruckt, die Bilder sind teilweise zu dunkel geraten. Bei der nächsten Ausgabe würde ich das gerne optimieren.
    Die Bilder waren im ISOcoated Profil angelegt. Ich habe auch ein ISOnewsletter, das ich mal für eine Zeitungsanzeige verwendet habe. Macht es Sinn, dieses Profil hier auch anzuwenden?

    DANKE aus Hamburg

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Brigitte,
      bei FLYERALARM müssen Sie Ihre Druckdaten immer im Farprofil ISO Coated v2 300% anliefern. Für den Zeitungsdruck empfehlen wir Ihnen, den Kontrast Ihrer Bilder zu erhöhen, auch die Helligkeit sollten Sie etwas nach oben korrigieren.
      In der Tonwertkorrektur sollten außerdem darauf achten, den Schwarz- und Weißpunkt tatsächlich an die Positionen zu verschieben, an denen die dunkelste bzw. die hellste Farbe des Histogramms beginnt. Platzieren Sie den mittleren Lichtpunkt dann an der Stelle des Histogramms mit dem höchsten Ausschlag.
      Hintergrund: Auch wenn bei FLYERALARM Zeitungen auf hochwertigem, aufgebessertem 52 g Zeitungspapier gedruckt werden, so absorbiert das Material dennoch relativ viel Farbe. Passen Sie Ihre Bilder wie beschrieben an, um diesem Effekt gegenzusteuern.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Avatar Sil sagt:

    Guten Abend, jetzt muss ich mich hier auch mal einklinken in die Fragenden. Auf der Suche nach Angaben zur Handhabung von Farben für silverstar habe ich dies hier entdeckt und bin total verwirrt. Ich dachte immer, Eure Druckprodukte waren zum überwiegenden Teil mit ISO Coated v2 gewünscht, und nur „Ausnahmen“ wie bspw. Plakate (wir drucken sehr viel auf Affichenpapier) mit dem 300%-Profil. Nun lese ich es hier überall genau andersrum …
    Hat sich das irgendwann mal geändert, oder gab es da Fehler auf der Website in den Vorgaben? Ich arbeite schon viele Jahre so …

    Was genau macht denn das 300%-Profil im Vergleich zum normalen? Ich würde das gerne mal verstehen. Bislang bin ich eigentlich super gefahren mit der normalen ISO Coated v2-Variante, alles passt, bis auf die üblichen Schwankungen in Euren Drucken, und ab und an Farben, die heikel sind und dann nicht ganz so rauskommen, wie sie sollten. Wäre trotzdem super, zu wissen, wie sich das 300% auswirkt im Vergleich … Im Voraus schon mal vielen Dank fürs Beantworten!
    LG Sil

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Sil,
      meines Wissens nach wurde bei FLYERALARM schon immer empfohlen, bei Werbetechnik-Artikeln und Produkten im Digitaldruck ISO Coated v2 zu verwenden und bei Offset-Produkten ISO Coated v2 300%. Im Endeffekt sind das sehr sehr ähnliche Farbprofile mit dem Unterschied, dass beim ISO Coated v2 300% der Gesamtfarbwert die 300% eben nicht übersteigt. Das ist wichtig für den Offsetdruck, um nicht zu viel Farbe auf die Bogen aufzutragen und die Trocknungszeiten kurz zu halten, sodass die Bogen nicht aneinanderkleben. Das ist bei Werbetechnik-Artikeln oder dem Digitaldruck natürlich nicht nötig.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Avatar Martin sagt:

    Müßte man nicht für Naturpapiere wie z.B. Offsetpapier das Farbprofil ISO Uncoated zuweisen? Wollt Ihr grundsätzlich ISO Coated v2 300%?

  • Avatar dora sagt:

    Hallo
    ist im Moment die beste Vorgehensweise immer noch ECI RGB V2 UND ISO COATED V2 300% oder gibt es etwas besseres evtl.?
    und muss wirklich mit spyder kalibriert sein oder kann man hierbei irgendwie einen anderen verlässlichen weg finden?
    vielen dadnk

  • Avatar Carsten sagt:

    Moin,
    sollte es nicht heissen: In Profil umwandeln? Durch das bloße Zuweisen eines CMYK-Profils erfolgt doch keine Änderung.
    „Damit Ihre Daten für den Druck korrekt in CMYK vorliegen, müssen Sie diese in dem entsprechenden Farbprofil zuweisen. In Photoshop wählen Sie dazu Bearbeiten > Profil zuweisen … und geben hier den Zielfarbraum an. Auch hier ist eine Vorschau verfügbar, sodass Sie Ihr Bild noch ein letztes Mal kontrollieren können.
    In InDesign erfolgt die Zuweisung zu einem Farbprofil genauso. Wählen Sie Bearbeiten > Profil zuweisen … und legen Sie das korrekte Farbprofil fest.“

    • Marco Marco sagt:

      Hi Carsten,
      im Endeffekt haben Sie recht. Da beim Export jedoch sowieso das Format PDF/X-3 (oder bei Textilien PDF/X-4) ausgewählt werden muss und hierbei das Layout in den CMYK-Farbraum umgewandelt wird, spielt es quasi keine Rolle, ob Sie von vornherein das CMYK-Profil zuweisen oder Ihr Layout vor dem Export gar manuell in CMYK umwandeln. Wie so oft gilt: Viele Wege führen nach Rom.

      Weisen Sie das Farbprofil zu, so bleiben die ursprünglichen Farbwerte erhalten und es ändert sich lediglich der Farbeindruck. Eine Umwandlung in den CMYK-Farbraum beim Export ist also zwingend notwendig.

      Vielen Dank für Ihre Anmerkung und herzliche Grüße aus Würzburg
      Marco

  • Avatar Harry sagt:

    Ich habe heute mit Affinity Designer ein 12-seitiges Dokument als PDF mit dem Profil „ISO Coated v2 300%“ erstellt. Hat prima funktioniert. Beim Druckdatencheck kam auch das OK. Die PDF war von dem Farben allerdings ziemlich blass im Vergleich zum Original. Ist das normal?
    Beim Datenexport sind einige Haken gesetzt, wo mir unklar ist, ob das richtig ist:

    1) Bilder per Downsampling neu berechnen über 450 DPI
    2) DPI verwenden: 300
    3) JPEG-Komprimierung zulassen: Qualität 85
    4) Schwarz überdrucken
    5) Schmuckfarben übernehmen
    6) Inklusive Anschnittbereiche

    Sind diese Einstellungen korrekt für ein optimales Druckergebnis neben der Verwendung des genannten Profils?

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Harry,
      die Farbabweichung im Vergleich zu Ihren Originalbildern kann an der Konvertierung von RGB- und CMYK-Farben liegen. Ist Ihr Bildschirm kalibriert? Wenn nicht, so könnten Sie ihn kalibrieren, um einen möglichst realistischen Eindruck der Farben Ihres PDF-Dokuments zu erhalten. (https://www.flyeralarm.com/blog/de/monitore-kalibrieren-leicht-gemacht/)
      Leider konnte ich mich noch nicht genauer mit Affinity Designer beschäftigen. Ich vermute allerdings, dass Sie bei der JPEG-Komprimierung aufpassen sollten, dass die Auflösung Ihrer Bilder nicht zu stark reduziert wird. Wenn Sie beispielsweise ein JPEG in Ihrem Layout verwenden, das im Originalzustand bereits eine sehr geringe Auflösung hat und diese noch einmal komprimieren, so könnte es im Dokument pixelig erscheinen. Mehr Infos zu diesem Thema finden Sie hier: https://www.flyeralarm.com/blog/de/der-unterschied-zwischen-dpi-und-ppi/
      Desweiteren sollten Sie den Haken bei „Schmuckfarbe übernehmen“ nur setzen, wenn Sie tatsächlich eine Veredelung (z. B. Sonderfarbe, Lack, Heißfolie …) angelegt haben. Den Anschnittbereich sollten Sie nicht exportieren, sondern Ihr Dokument direkt in den im Datenblatt Ihres Produktes angegebenen Maßen anlegen. Die anderen Optionen sollten Sie aktiviert lassen, um ein zufriedenstellendes Druckergebnis zu erhalten.

      Herzliche Grüße
      Marco

      • Avatar Harry sagt:

        Super, vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Das hilft mir weiter. Ich werde versuchen, den Monitor entsprechend zu kalibrieren. Affinity Designer ist inzwischen eine echte Alternative für diejenigen, die nicht so tief in die Tasche greifen können. Der Funktionsumfang bietet wesentlich mehr, als „Otto Normalverbraucher“ benötigt. Das betrifft auch Affinity Photo.

  • Avatar Marion sagt:

    Hallo Flyeralarm-Team,

    wir haben bei Ihnen Recycling-Flyer drucken lassen, und die Farben (gedecktes Petrol-Grün) sind nun grau geworden. Ok, ist wahrscheinlichh schwierig, wenn die Farben sowieso schon zurückhaltend sind…? Aber haben wir eventuell die falschen Export-Einstellungen im Indesign verwendet?

    Im Artikel schreiben Sie, dass man aus Indesign heraus beim PDF-Schreiben ins Zielprofil konvertieren soll. Ihre Kollegin Iris antwortet aber, dass man keine Farbkonvertierung vornehmen soll, und so ist es auch in Ihrer Handreichung beschrieben. Allerdings war der Arbeitsfarbraum im Indesign bei uns sowieso V2 300%, also dürfte es daran auch nicht gelegen haben…?

    Vielleicht haben Sie eine Erklärung? Oder gibt es eine Proof-Einstellung, die das Recycling-Papier simulieren könnte?

    Vielen Dank
    Marion

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Marion,
      Sie haben Ihre Druckdaten richtig erstellt und, so wie ich Ihren Kommentar verstanden habe, auch korrekt exportiert. Ungestrichene Papiere, wie Recycling- oder Naturpapier, absorbieren einfach relativ viel Farbe. Dadurch verändert sich das Druckbild bei diesen Papieren im Vergleich zum Softproof am Bildschirm etwas mehr, als das bei gestrichenen Papieren der Fall ist. Mehr Infos zu diesem Thema können Sie hier nachlesen: https://www.flyeralarm.com/blog/de/gestrichenes-und-ungestrichenes-papier/. Leider gibt es keinen Softproof, bei dem Sie bestimmte Papiere berücksichtigen können.

      Vielleicht hilft Ihnen bei der nächsten Bestellung ja das kostenlose Papiermusterbuch von FLYERALARM weiter: https://www.flyeralarm.com/de/papersample/index/create/papersampleType/89/papiermusterbuch.html
      In diesem Buch finden Sie identische Motive auf sämtlichen Papieren und Veredelungen des FLYERALARM Sortiments. Daran können Sie den Effekt von verschiedenen Materialien auf ein und dasselbe Druckbild gut nachvollziehen.

      Herzliche Grüße
      Marco

  • Avatar Carmen M. sagt:

    Hallo,

    welches ist heute das aktuelle ICC Profil?
    Auf der Seite: http://www.eci.org/de/downloads gibt´s so viele und ich weis nicht welches ich nehmen kann/soll?!
    Hab ihr dazu einen direkten link evtl. parat?

    • Avatar iris sagt:

      Hallo,

      wir verwenden im Moment noch ISO coated V2 bzw. ISO coated V2 300% für Werbetechnik (bei anderen Anbietern kann das anders sein!) . Diese Profile sind im Paket ECI_Offset_2009 enthalten. (siehe „ICC-Profile der ECI (alte Versionen“)

      Bitte dran denken: Neben dem korrekten Farbprofil auch auf die richtigen PDF-Exporteinstellungen verwenden.

      PDF Vorgabe: ISO caoted V2
      Standard: PDF/X3:2002
      Kompatibilität: Acrobat 4 (PDF1.3)
      Ausgabe: keine Farbkonvertierung
      Erweitert: Transparenzreduzierung [hohe Auflösung]

      Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

      Herzliche Grüße aus Würzburg,
      Iris

  • Avatar Martha sagt:

    Guten Abend,

    vielen Dank für den guten Artikel!
    Mir stellt sich nur jetzt eine Frage. Auch auf die Gefahr hin, dass diese sehr dumm ist, würde ich sie trotzdem gerne stellen.
    Ich habe ein Dokument angelegt, das eine Yellow Fläche (15%) und eine Magenta Fläche (35%) beinhaltet. Ich habe diese Datei aus Indesign CC heraus beim Export in das Iso Coated V2 Profil konvertieren lassen (PDF X4). Im Anschluss habe ich mir die Farbauszüge im Acrobat Pro anzeigen lassen und es war alles so, wie es sein sollte. Nach dem Druck auf gestrichenem Papier auf einer Digitaldruckmaschine wurde aus meiner Yellow-Magenta Fläche eine Yellow-Magenta-Black/Kontrast Fläche (Mit Fadenzähler überprüft). Das Druckprofil der Maschine war ebenfalls Iso Coated V2. Wie genau wird denn konvertiert? Kann so etwas überhaupt passieren oder muss das zwangsläufig an der Druckmaschine gelegen haben (trotz des auch dort eingestellten ISO Coated Profils)?

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Martha,
      zunächst einmal: Dumme Fragen gibt es nicht 😉
      Tatsächlich tue ich mich allerdings ein wenig schwer, Ihre zu beantworten, ohne die Datei und das Druckergebnis gesehen zu haben. Überlappen sich die beiden Flächen? Dann könnte es ein Problem des Aussparens/Überdruckens sein (Lesen Sie hierzu https://www.flyeralarm.com/blog/de/ueberdrucken-in-indesign-cc-und-illustrator-cc/). Oder enthalten beide Flächen plötzlich einen K-Anteil? Dann scheint in der Druckerei etwas schief gelaufen zu sein.
      Möchten Sie mehr zum Thema Farb-Konvertierung wissen, empfehle ich Ihnen folgenden Beitrag, der etwas ausführlicher erklärt, wie Farbprofile entstehen: https://www.flyeralarm.com/blog/de/von-rgb-zu-cmyk-via-lab/
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

      • Avatar Martha sagt:

        Hallo Raphael,
        vielen Dank für die ausführliche und sehr schnelle Antwort! Ich habe mich wohl ein wenig blöd ausgedrückt, sorry. Meine Fläche ist im Prinzip Orange und besteht eben aus den Bestandteilen yellow und magenta. Ich habe die Daten in Indesign direkt in cmyk angelegt und als Ausgabeprofil das ISO coated V2 genommen, da die Druckmaschine ebenfalls dieses Profil verwendet. Das Druckbild sah aber am Ende nicht mehr orange sondern eher beige aus, da irgendwie schwarz mitgemischt wurde. Daher die Frage was genau bei der Konvertierung passiert. Die Farbprofile berücksichtigen ja im Prinzip mehrere Aspekte, wie zB. Papierfarbe und Schwarzaufbau. Laut Link den Sie da eingebunden haben, werden Farben dementsprechend neu zusammengestellt, wenn ich das richtig verstanden habe. Also liegt das Problem an der Interpretation meiner CMYK Werte durch das Farbprofil, richtig? Wenn ja, dann haben Sie mir da auf jeden Fall sehr geholfen!

  • Avatar Torben Klöhn sagt:

    Danke für den Bericht bezüglich der Installation bzw. kopieren der icc-Profile bei einem Mac. Leider scheine ich aber dabei noch irgendetwas nicht beachtet zu haben. Ich habe die entsprechende Datei allmählich in viele entsprechende Ordner abgelegt aber im Ergebnis wird mir das Farbprofil noch immer nicht bei InDesign zum Auswählen angezeigt. Woran kann das liegen? Einen Neustart habe ich bereits durchgeführt.

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Torben,
      haben Sie bereits versucht, das Profil in folgendem Ordner abzuspeichern: /Library/Application Support/Adobe/Color/Profiles/Recommended ? Alternativ in dem Profiles-Order selbst, nicht in dem Recommended.
      Oder Sie gehen über den Finder und „Gehe zu“ und drücken hier die Alt-Taste, um in die „versteckte“ Library zu gelangen und das Profil hier abzuspeichern.
      Ich hoffe, dass Ihnen das weiterhilft.
      Herzliche Grüße
      Raphael

  • Avatar Frank sagt:

    Eine Sache habe ich jetzt noch nicht ganz verstanden, dient mir ein ICC-Profil nur zum Proof, also um im Vorfeld beurteilen zu können, ob mein Entwurf auf dem gewünschten Drucksystem die erwartete Anmutung hat? ODER verändere mit mit der Zuweisung eines ICC-Profils bereits die Daten um sie an die Limitationen des Ausgabegeräts (z.B. Druckpunktzuwachs) anzupassen?

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Frank,
      ein ICC-Profil legt den Farbraum fest, in dem dann auf der Druckmaschine gedruckt wird. Indem Sie das Profil in Ihrem Erstellprogramm angeben, ist es zum einen in der Ausgabedatei enthalten, die dadurch sauber gedruckt werden kann. Zum anderen hilft es Ihnen, bei der Erstellung eine bessere Vorstellung der Endergebnisses, also einen Softproof, zu erhalten.
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

  • Avatar Joachim Reichel sagt:

    Gibt es irgendwo Farbprofile die NICHT Papier, sondern display Bedingungen simulieren? Es gibt ja als Vorgabe z.B. Internet-Standard-RGB sRGB, oder das eigene Monitorprofil. Was ich gerne hätte wäre ein Profil von z.B. aktuellen Tabletts und Smartphone von Apple und Samsung. Wenn ich hier den Internet-Standard verwende führt das doch noch zu erheblichen Abweichungen, bzw. auf einem Tablett sieht das Bild dann doch sehr anders aus als auf dem Monitor OHNE proof. Ich benutze kalibrierte Systeme und high end Monitore von EIZO und NEC.
    Optimal wäre es natürlich, wenn man sich solche Proofs von digitalen Endgeräten (Smartphone, Tablett, …) irgendwo herunterladen könnte.
    Mir ist klar, dass individuelle Einstellungen an den Endgeräten immer individuelle Farb- und Lichtumgebungen produzieren, dennoch wäre so ein PROOF für Photoshop CC 2018 sehr hilfreich.

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Joachim,
      soweit ich weiß gibt es zumindest keine Stelle, an der diese Profile gesammelt verfügbar sind. Wenn, könnten einzelne Hersteller dies höchstens auf Ihren Webseiten oder App-Stores anbieten. Aber auch hier bin ich zum einen ehrlich gesagt überfragt, zum anderen sehr skeptisch. Zu sehr sind Tablets und Smartphones zum Beispiel mittlerweile darauf ausgelegt, ihre Anzeige an die gegebenen Lichtverhältnisse anzupassen. Leider nicht so einfach wie beim Druck … 😉
      Herzliche Grüße
      Raphael

      • Avatar Joachim Reichel sagt:

        Herzlichen Dank für die schnelle Antwort! Mit den Helligkeitsanpassungen könnte ich noch ganz gut leben, problematisch sind aber die Farbänderungen – vor allem im Bereich der Rot, Gelb und Goldtöne. Problematisch auch die erheblich großen Unterschiede im Hinblick auf die Farbsättigung.
        Das ist vor allem problematisch wenn es – wie bei mir – um Produktbilder geht, wo korrekte Farbe kauf entscheidend ist, und wo es sehr vorteilhaft wäre wenn die Darstellung in Aktionsflyern, auf PC Monitoren und auf Tabletts und Smartphones möglichst ähnlich wäre. Gleichheit ist natürlich unmöglich.

        • Avatar Holger sagt:

          Wenn Sie mit kalibrierten Monitoren arbeiten, wurden diese sicherlich auch profiliert. Was spricht denn dagegen, das Messgerät an ihrem Tablet zu benutzen?
          Ansonsten ist sRGB Ihr Freund, da Sie nie die individuellen Einstellungen der Geräte des Endnutzers kennen können, um ein passendes Profil für die Bilder mitzuliefern. Und ein sRGB-Rot wird auch überall rot angezeigt, außer der Nutzer hat extrem an den Geräteeinstellungen rumgeschraubt. Aber dann sieht alles verwurstet aus und derjenige wird sich der Fehldarstellung bewusst sein.

  • Avatar Jochen sagt:

    Hallo ich hab eine alte Photoshop ausgabe 7.0
    Ich habe jetzt Druckdaten für Visitenkarten erstellt und in cmyk Modus umgewandelt.
    Die Dateien hab ich einmal als Photoshop pdf und einmal als jpeg abgespeichert. Gestern habe ich das jpeg Bild auf facebook hochgeladen und gesehen dass die Farben viel zu kontrastreich dargestellt werden. Wenn ich beim jpeg speichern das Häckchen (ICC-Profil:U.S. web coated (SWOP) v2 ) anklicke ist die darstellung auf facebok korrekt.
    Meine Frage wie stelle ich sicher dass ihr bei flyeralarm die richtige Version bekommt denn am Pc ist die darstellung auch ohne ICC korrekt nur nicht im web?
    Bitte um rasche Hilfe, da ich die Visitenkartendaten eigentlich schon abschicken sollte

  • Avatar Andreas Bücker sagt:

    Hallo Raphael,
    wichtig im Zusammenhang eines Softproofs und der korrekten Vorschau des zu simulierenden Druckverfahrens auf dem Monitor, ist dass dieser selbst auch kalibriert ist. Genau wie bei einer Waage, die „kalibriert“ bzw. geeicht werden muss, um ein exaktes Ergebnis anzeigen zu können.

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