Druckdaten prüfen mit Adobe Acrobat Pro XI

von 2. Februar 2016 Know-how 18 Kommentare

Nach Erstellung der Druckdatei ist vor der Übergabe an die Druckerei. Dazwischen liegt noch ein wichtiger Schritt: die Überprüfung des PDFs. Idealerweise haben Sie bereits in Ihrem Layoutprogramm einen Preflight installiert, der auf mögliche Fehler aufmerksam macht. Ein Check des Druck-PDFs ist aber auch in diesem Fall äußerst ratsam. Beste Möglichkeiten dazu bietet Ihnen Adobe Acrobat Pro. Hier können Sie feststellen, ob Ihre Datei fehlerfrei druckbar ist und Sie auch das Resultat erhalten, das Sie sich vorstellen. Wir stellen Ihnen hier unter anderem die Funktionen der Ausgabevorschau und des Preflights vor, mit denen Sie die wichtigsten Punkte überprüfen können.

Ausgabevorschau

  • Aktivieren Sie die Ausgabevorschau über das Werkzeuge-Menü unter dem Punkt Druckproduktion.
  • Stellen Sie bei Simulationsprofil den entsprechenden Farbraum, also ISO Coated v2 300% (ECI) ein. (1)
  • Mit „Überdruck simulieren“ können Sie testen, ob die Überdrucken-Einstellungen korrekt sind, sodass zum Beispiel Veredelungen richtig angewendet werden. (2)
  • Über das Dropdown-Menü bei „Einblenden“ können Sie einzelne Punkte prüfen, zum Beispiel, ob noch Grafiken oder Bilder in RGB vorliegen. Wählen Sie dazu den Punkt „Nicht-DeviceCMYK“. Was Ihnen nun angezeigt wird, muss noch in CMYK umgewandelt werden. (3)
  • Um sicherzustellen, dass der Gesamtfarbauftrag den Maximalwert (in der Regel 300 %) nicht übersteigt, setzen Sie das Häkchen bei „Gesamtfarbauftrag“ und stellen Sie den entsprechenden Wert ein. Elemente, die diesen übersteigen, werden in der gewählten Farbe dargestellt. (4)
  • Ob Ihr Dokument die richtigen Maße hat, wird Ihnen unten links angezeigt, wenn Sie den Cursor dorthin bewegen. (5)

Verwendete Schriften prüfen

  • Öffnen Sie das Eigenschaften-Fenster über Datei > Eigenschaften und hier den Reiter „Schriften“.
  • Hier werden Ihnen alle im Dokument verwendeten Schriften angezeigt.
  • In der Regel sind Schriftarten druckbar, wenn sie eingebettet sind und somit als „Eingebettete Untergruppe“ dargestellt werden. Am besten ist es aber immer, Schriften in Pfade umzuwandeln. Diese tauchen in der Liste nicht auf, ein weißes Schriften-Fenster bedeutet also nichts schlechtes, im Gegenteil.

Preflight

  • Öffnen Sie den Preflight über das Werkzeuge-Menü unter dem Punkt Druckproduktion. Hier können Sie das ganze oder einzelne Elemente Ihres PDFs prüfen.
  • Für einen Druck bei FLYERALARM sollten Sie in der Regel PDF /X-3-Daten anliefern, prüfen Sie daher über den entsprechenden Punkt unter PDF /X-Standard.
  • Ist die Prüfung abgeschlossen, werden Ihnen eventuelle Fehler angezeigt. Dabei unterscheidet Acrobat in zwei Stufen: Mit rotem Kreuz sind Fehler gekennzeichnet, die nicht mit den Vorgaben übereinstimmen und unbedingt behoben werden müssen, ein gelbes Dreieck bedeutet, dass die Einstellungen nicht optimal, aber dennoch gedruckt werden können. Ist alles in Ordnung, zeigt dies ein grüner Haken.
  • Detailliert können Sie sich nun alle relevanten Punkte anzeigen lassen.

Eine eingeschränkte Grundprüfung können Sie auch im Adobe Acrobat Reader, der reduzierten Variante, durchführen. Zum Beispiel, ob die Seitenmaße stimmen oder Schriften eingebettet sind. Für eine umfangreiche Überprüfung Ihrer Druckdaten sollten Sie jedoch auf den Acrobat Pro zurückgreifen. Dann steht Ihrem perfekten Druckprodukt nichts mehr im Wege.

Ein Basis-Datencheck ist bei FLYERALARM immer inklusive, wollen Sie absolut sichergehen, ob Ihre Druckdaten in Ordnung sind, empfehlen wir Ihnen den Profi-Datencheck. Vor allem, wenn Ihnen Acrobat Pro nicht zur Verfügung steht. Hier werden Ihre Daten auf Herz und Nieren geprüft für das Ergebnis, das Sie sich vorstellen.

Raphael

Über Raphael

Interessiert sich am meisten für neue Techniken und Anwendungsmöglichkeiten, also was man außer Papier noch so alles bedrucken kann. Schreibt nach dem Motto: Was gibt es Schöneres als ein witziges, geistreiches oder komplett absurdes Wortspiel? Genau, zwei.

18 Kommentare

  • Avatar Ines sagt:

    Hallo,

    ich möchte in Flyeralarm etwas bedrucken lassen, wofür ich nur Pantone C farben benutzen kann. Ich habe jetzt meine CMYK Farbwerte (90 / 50 / 0 / 0) in Pantone (Pantone 2935 C) geändert, weiß nun aber nicht wie ich die PDF exportieren soll. Für Dateien im CMYK habe ich immer den Standard PDF/X-3:2002 genutzt und auch das benötige ECI Farbprofil (ISO Coated v2 300%). Aber wie exportiere ich nun eine Datei aus Illustrator oder InDesign mit einem Pantone Wert?

    Besten Dank im Voraus
    Gruß Ines

  • Avatar Jens sagt:

    Bezüglich meiner Anfrage von vor einigen Minuten: Ich konnte das Problem (mit Hilfe von https://www.flyeralarm.com/blog/de/tutorial-druckfaehiges-pdf-mit-indesign-erstellen/) lösen. Beim PDF-Export muss ich „keine Farbkonvertierung“ wählen, weil als CMYK-Farbraum bereits das ISO-Coated-Profil eingestellt ist.

    Vielleicht können Sie mir dennoch antworten, ob die Druckdatei, so wie vorhin beschrieben erstellt, ebenso druckfähig wäre. Vielen Dank.

  • Avatar Jens sagt:

    Hallo Raphael,
    ich verzweifle fast und bitte um Hilfestellung.
    Ich exportiere einen Briefbogen (enthält ein Logo-EPS und etwas in Pfade umgewandelten Text) als PDF aus InDesign CC2017. Sämtliche Exporteinstellungen nehme ich dabei nach Ihren Vorgaben vor (PDF/X-3:2002, Konvertierung in Zielprofil ISO Coated v2 300%, dito Name des Ausgabemethodenprofils) – und dennoch zeigt mit Acrobat Pro bei der Prüfung des PDFs in der Ausgabevorschau (Ausgabebedingung: ISO Coated v2 300%) eine leere Seite an, wenn ich DeviceCMYK anzeigen lasse bzw. sehe ich alle Inhalte nur dann, wenn ich Nicht-DeviceCMYK oder aber ICC-basiertes CMYK anzeigen lasse. Egal, was ich noch versuche: der Vektor-Grafik in Illustrator das ISO-Profil zuweisen, in InDesign allen Inhalten das ISO-Profil zuweisen, ebendort ins ISO-Profil umwandeln … am Ergebnis ändert das nichts. Was kann ich noch tun?
    Vielen Dank im voraus für Ihre Hilfe!

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Jens,
      wenn es Ihnen die Inhalte bei „ICC-basiertes CMYK“ anzeigt, ist alles in Ordnung. Das bedeutet, dass die Elemente in CMYK vorliegen und gedruckt werden können.
      Um Sie zu beruhigen: Geben Sie Ihre Dateien in Druck, sollte dennoch etwas nicht stimmen mit dem Farbraum, wird Ihnen dies beim Datencheck angezeigt.
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

  • Avatar Frank Forts sagt:

    Bei unserer Due Diligence wird von unserem Datenraum ein unveeränderbares Wasserzeichen eingefügt. Wissen Sie wie man das für eine Druckdatei entfernt? Möglicherweise ist es ein Schutz und ich wende mich an dataroomX!

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Frank,
      normalerweise können solche Wasserzeichen nicht einfach entfernt werden, außer von dem jeweiligen Ersteller. Da müssten Sie sich an Ihren Partner wenden, ja.
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

  • Avatar Urs sagt:

    Hallo zusammen
    Ich glaube, eure Anleitung enthält einen kleinen Bug: Ihr sagt, Nicht-DeviceCMYK sei RGB und müsse noch in CMYK konvertiert werden.

    Das stimmt so nicht, das ist sehr wohl CMYK, aber Indesign schliesst hier die Zielprofile ins PDF ein. Das ist eine unabänderliche Einstellung von PDF-X3, 2002 und 2003, welches ihr verlangt. Wollt ihr DeviceCMYK, müsst ihr PDF-X1a exportieren, hier ist die Standardeinstellung «Profile nicht einschliessen», das führt zu CMYK-PDFs deren CMYK-Werte nur noch über den hinterlegten Output-Intent definiert sind, sie sind als DeviceCMYK = Geräteabhängig. Im Gegensatz dazu sind im Nicht-DeviceCMYK, also ICC-basierten CMYK die Herkunftsprofile noch vorhanden, eine Transformation durch Änderung des Outputintents ist noch möglich.

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Urs,
      stimmt, was Sie schreiben. Das eine schließt ja aber das andere nicht aus. Mit der Auswahl „Nicht-DeviceCMYK“ prüfen Sie alles, das nicht im gewünschten Farbprofil vorliegt. Und das schließt dann auch RGB mit ein.
      Herzliche Grüße
      Raphael

  • Avatar Bernd Meyer von dataroomX sagt:

    Wir setzen hier bei dataroomX dem Adobe Acrobat Pro XI ein und können nur sagen: Klasse Ergebnisse bei Flyeralarm! Als Datenraum-Anbieter sparen wir Zeit und haben ein erstklassiges Ergebnis ohne Reklamationen!

  • Avatar DDraum sagt:

    Ein sehr erstklassiger Post, der alles erstklassig zusammen fasst. Ich habe mich damals auch durch alle Newcomer-Guides gelesen bevor ich dann nutzliche Angabe gefunden habe. Bei mir ist es immer so, dass ich die meisten Empfehlungen für mehr Spanne zwar kenne, aber dann doch nicht umsetzte. So einen Beitrag zu lesen motiviert dann wieder – habe ich gedacht und bin weiter gesurft. Sowas ist äußerst gefällig! Aber es gibt noch ein Frage dazu – Virtuelle Datenräume DDraum. Es ist vor allem schön zu wissen, dass alle mal klein angefangen habe. Das ist zwar eigentlich klar, aber wird gern vergessen.

    • Marco Marco sagt:

      Hallo,

      vielen Dank für den Kommentar. Vielleicht nutzen Ihnen die weiteren Tutorials unter unserer Rubrik Know-How ebenfalls weiter.

      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Marco

  • Avatar Uwe sagt:

    Hallo Raphael,

    gibt es zu Adobe Acrobat Pro XI eine kostenfreie Alternative?

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Uwe,
      zum Erstellen und mehr oder weniger Bearbeiten, Kommentieren oder Konvertieren von PDFs gibt es zwar einige kostenlose Alternativen (z. B. iSkysoft PDF Editor Pro, PDF Creator), wirklich gut sind diese aber nicht. Vor allem zum Prüfen von Druckdaten sind sie jedoch nicht gedacht. Hier gibt es meines Wissens leider keine wirkliche Alternative zu Acrobat Pro, schon gar keine kostenlose. Mit dem kostenfreien Acrobat Reader können Sie zum Beispiel lediglich Basics prüfen, Dinge wie Ausgabevorschau oder Preflight beinhaltet aber eben nur die Pro Version.
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

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