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Seit einiger Zeit kooperieren FLYERALARM und Gmund Papier. Die Online-Druckerei und die Papierspezialisten aus Gmund am Tegernsee bündeln Druck-, Marketing- und Papier-Expertise für außergewöhnliche Printprodukte.
Interview mit Florian Kohler, Gmund Papier Inhaber und Geschäftsführer
Wie Sie Papier im Marketing richtig einsetzen
Was ist das Besondere an Gmund Papier?
Gmund Umweltpapier: Papiere, die weiterdenken …
FLYERALARM und Gmund Papier: auch für Kreative perfekt
Mehr über die Kooperation zwischen FLYERALARM und Gmund Papier
Interview mit Florian Kohler, Gmund Papier Inhaber und Geschäftsführer
Kapitel 1: Intro
Kapitel 2: Florian Kohler und die Gmund Papierfabrik
Kapitel 3: Gmund Papier: Tradition und Innovation im Einklang
Kapitel 4: Papier ist nicht gleich Papier
Kapitel 5: Was Kundinnen und Kunden aus Gmund Papier machen
Kapitel 6: Papiertrends und Individualität am Beispiel greifbar gemacht
Kapitel 7: Tipps für Traditionsunternehmen
Kapitel 8: Outro
Kapitel 1: Intro
Doreen: Herzlich willkommen bei Erfolgsdruck – Storys aus dem Mittelstand, dem FLYERALARM Podcast über druckreife Marketing- und Business-Ideen. Ich bin Doreen und ich freue mich riesig, dass ich euch heute durch eine ganz besondere Folge führen darf. Wir reden ja hier im Podcast ziemlich häufig über Businessideen, Marketingideen, aber oft auch über ganz spezielle Werbemittel. Und viele dieser Werbemittel werden auf Papier gedruckt.
Deswegen wird’s höchste Zeit, dass wir uns vielleicht mal über Papier als Material unterhalten. Dafür habe ich mir heute jemanden eingeladen, der eine echte Leidenschaft für Papier hat. Das ist Florian Kohler. Er ist der Geschäftsführer der Gmund Papierfabrik – und das schon in vierter Generation, denn Gmund Papier gibt’s bereits seit 1829.
Heute spricht Herr Kohler mit mir über Papier als Informations- und Werbeträger, aber auch als Designobjekt und Trendsetter. Außerdem verrät er uns, was Gmund Papiere so besonders macht, dass sogar Barack Obama mal bei ihm bestellt hat – und was vielleicht andere traditionsreiche Unternehmen von Gmund Papier noch so lernen können.
Ich würde sagen, rein ins Interview.
Kapitel 2: Florian Kohler und die Gmund Papierfabrik
Doreen: Hallo Herr Kohler und herzlich willkommen in unserem Podcast.
Florian Kohler: Ein ebenso herzliches „Grüß Gott“ und guten Morgen aus Gmund. Ich freue mich sehr.
Doreen: Dankeschön. Für alle Hörerinnen und Hörer, die vielleicht noch nie etwas von Ihnen oder der Gmund Papierfabrik gehört haben: Wer sind Sie denn, und womit verdienen Sie so Ihre Brötchen?
Florian Kohler: Also, wir sind Gmund Papier, und wir verdienen unsere Brötchen damit – die Kurzvariante ist einfach –, dass wir das schönste Papier der Welt herstellen und einen sehr guten Service bieten, sodass die Leute auch große Freude haben, bei uns das Papier auszusuchen. Die längere Variante wäre: Die echte Kunst bei uns besteht darin, dass wir ein ästhetisches Papier finden für fast jede Anwendung, um dann ein Druckprodukt wirklich aufzuwerten und stimmiger zu machen. Wir sind nicht die einzigen Papierhersteller – es gibt auch andere, die gute Papiere machen –, aber dieses Einfühlungsvermögen, dass man wirklich jedes Druckprodukt besser macht, da glaube ich sagen zu können: Da macht uns keiner was nach.
Doreen: Das klingt nach einem großen Vorhaben. Wann ist denn der Erfolgsdruck bei Ihnen im Arbeitsalltag am größten? Gibt es da eine bestimmte Situation oder bestimmte Phasen, wo Sie sagen: „Da verspüre ich Erfolgsdruck“?
Florian Kohler: Also, der Erfolgsdruck ist am größten – ich würde vermuten, dass das eigentlich bei allen so sein sollte –, wenn noch nicht oder nicht genügend Aufträge da sind. Denn das Wichtigste einer jeden Firma sind Aufträge. Deshalb wundere ich mich auch manchmal bei anderen Firmen, die gar nicht nervös sind, wenn sie nicht genug Aufträge haben. Wenn nicht genügend Aufträge da sind oder wenn ein Kunde nicht glücklich wäre – was bei uns natürlich nicht geschieht –, dann würde ich und auch meine ganzen Kolleginnen und Kollegen nervös werden. Dann wäre der Erfolgsdruck am höchsten. Umgekehrt – das füge ich noch hinzu – ist das ja das Schöne. Das ist ja wie beim Sport auch: Wenn ich nicht nervös wäre und angespannt, würde ich keine gute Leistung bringen. Deshalb: Wir mögen schon Erfolgsdruck.
Kapitel 3: Gmund Papier: Tradition und Innovation im Einklang
Doreen: Ja, ich verstehe. Die Gmund Papierfabrik gibt’s ja schon seit 1829 – das sind fast 200 Jahre. Wie glauben Sie, hat die Firma es geschafft, so lange erfolgreich zu bestehen? Ich meine, das sind ja echt schwierige Zeiten dazwischen: Nachkriegszeit, Inflationen, Coronakrise erst kürzlich. Was ist das Erfolgsgeheimnis von Gmund Papier?
Florian Kohler: Das Geheimnis ist ganz einfach, dass man sich im Klaren ist, dass das Gefährlichste für eine althergebrachte Firma Tradition ist. Tradition ist schlecht. Das ist das Gegenteil von dem, was alle Leute meinen. Tradition ist eine riesige Gefahr. Deshalb sage ich auch immer: Wir sind ein Start-up. Und wir haben ein Riesenglück als Gmund, weil ein Start-up zeichnet sich ja dadurch aus, dass es erfolgreich ist. Und wir wurden gegründet im besten Start-up-Jahr, das es in Bayern gab – das war 1829.
Für uns geht jeder Tag neu los, immer nach vorne. Also, ich fahre auch gerne schnell Auto, gebe ich zu. Und da ist die Windschutzscheibe so viel wichtiger als der Rückspiegel. Deshalb: Wenn man drei Krisen gemacht hat, ist das überhaupt keine Aussage dafür, ob man eine vierte macht. Sondern einfach nach vorn.
Und wenn man sich’s genau anschaut, hat unsere Firma mit vor 200 Jahren nichts zu tun. Sie hat auch nichts mit der Firma vor 100 Jahren zu tun. Und übrigens hat sie auch nicht mehr viel zu tun mit der Firma vor 20 Jahren. Zwei Sachen bleiben. Das eine ist der „spiritus rector“ des Papiers – wobei wir auch neue Produkte haben, die sich eben nur indirekt mit Papier befassen. Und das Zweite ist der Spirit. Also, wenn man so möchte: Meine Vorfahren wollten auch immer etwas Neues machen – und das wollen wir auch. Also, wenn Tradition heißt, Innovation zu machen, dann ist das der einzige Punkt, wo ich Tradition gelten lasse.
Doreen: Das heißt also: Egal wie lange man als Firma besteht – immer ein Start-up im Herzen bleiben?
Florian Kohler: Ich nehme halt diesen Start-up-Terminus, weil er bei jedem im Munde ist. Eigentlich braucht man den nicht, aber er macht es schön deutlich, dass das Entscheidende ist, nach vorne zu denken, neu und anders zu denken. Und jetzt bin ich ja auch schon ein bisschen älter – mache das auch nicht mehr ewig. Aber das Wichtigste ist nicht, wie alt man ist, sondern dass man immer neu denken will. Die Freude am Neuen – das darf ich auch für mich in Anspruch nehmen. Ich liebe neue Sachen – und meine Kolleginnen und Kollegen auch. Und dann gilt’s natürlich abzuwägen, ob es Sinn macht oder nicht. Also: Neu allein ist nicht das ausschlaggebende Kriterium, aber es ist ein wichtiges – auf jeden Fall.
Kapitel 4: Papier ist nicht gleich Papier
Doreen: Das erklärt auch vielleicht, warum Sie so viel Zeit und Energie in die Entwicklung neuer Papiere stecken – also zum Beispiel Hanfpapier oder auch Recyclingpapier, das von der Haptik und Farbe her eher wie ein Premiumprodukt anmutet. Ja, wie viel Zeit und Energie stecken Sie denn da rein? Und würden Sie sagen, Ihr Papier ist ein Luxusprodukt? Oder ist das eher falsch, das zu sagen?
Florian Kohler: Das ist falsch, das zu sagen – und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist Papier grundsätzlich ein sehr billiges Produkt. Und selbst wenn ein Papier etwas teurer ist als andere, bleibt es billig. Bestes Beispiel: Die schönsten Visitenkarten der Welt macht die Firma FLYERALARM – und die besten sind es dann, wenn sie auf Gmund Papier sind. Kaufen Sie bei FLYERALARM Visitenkarten von Gmund – das ist nicht teuer, obwohl man meint, Gmund Papier wäre teuer. Es ist teurer, aber nicht teuer. Also: Von daher – nein, überhaupt kein Luxusprodukt. Im Gegenteil.
Und was unser Haus betrifft: in doppelter Hinsicht schon nicht. Denn viele Leute wissen das gar nicht – ja, man kann eben auch nur Visitenkarten drucken, dann ist es ein kleiner Auftrag. Wir haben allerdings ebenso große Marken, die Verpackungsprojekte haben. Und da geht’s in die Hunderte, zum Teil ist es sogar schon in die Tausende Tonnen gegangen. Da werden riesige Mengen bewegt. Weil eben manchmal Marken sagen: Okay, ich investiere da sprichwörtlich ein paar Cent mehr in die Verpackung, aber mein Produkt wird dadurch so viel besser und kommt besser an – oder ist es ökologischer?
Denn Sie haben auch das Recycling- und das Hanfpapier angesprochen. Früher war Recyclingpapier billig – das ist es heute nicht mehr. Recyclingpapier kann eben auch einen qualitativen Vorteil haben, je nachdem, wie man es entwickelt, designt und die Anwendung sieht. Von daher sind das lauter Charakteristiken, die sich nicht ausschließen, sondern zusätzlich bereichern können.
Kapitel 5: Was Kundinnen und Kunden aus Gmund Papier machen
Doreen: Ja, jetzt haben Sie schon ein paar Beispiele angebracht, aber mich würde mal interessieren – weil ich auch schon ein bisschen was darüber recherchiert habe: Was machen denn die Kundinnen und Kunden so aus Ihren Papieren? Haben Sie da ein paar Beispiele, die so richtig rausstechen, wo man sagt: „Oh, da hätte ich nicht gedacht, dass Gmund Papier dahintersteckt“?
Florian Kohler: Das ist tatsächlich so. Man vermutet oft gar nicht, was wir alles machen bzw. was unsere Kunden aus unserem Papier machen. Wie kurz schon erörtert: Verpackungen – also, es gibt viele Markenverpackungen, die wir machen. Wir zeigen das gar nicht so groß auf unserer Webseite, weil – jetzt antworte ich fast ein bisschen bayerisch – ich finde es immer ein bisschen billig, wenn man andere Marken so herzeigt. Und ein bisschen frech auch. Ja, und das haben wir nicht nötig. Und umgekehrt ist es ja so: Wir sind ja auch eine Agentur – können wir später noch mal darauf zurückkommen – und im Thema Agentur: Da wollen gerade die Marken Vertraulichkeit. Und die bieten wir auch.
Aber zurück zur Frage: Was aus unseren Papieren gemacht wird – eben Verpackungen für Marken. Und ein, zwei darf ich dann doch nennen, weil da wollen es sogar unsere Kunden. Wir haben zum Beispiel kürzlich die Verpackung von Leica-Kameras übernommen. Also, die wird mit unserem Material gemacht. Und das ist auch ganz interessant, weil Leica spricht auch nicht mehr von Verpackung, sondern von „Home of Leica“. Weil die Verpackung so gut gemacht ist, dass man das Produkt gerne wieder zurücklegt.
Jetzt machen wir nicht die Apple-Verpackung – würde man das vielleicht gern machen, vielleicht –, aber das ist eben der Unterschied zwischen Leica und der Apple-Verpackung: Jeder holt’s raus, findet es toll. Es gibt auch dort den Begriff „Unpacking“, aber bei Apple gibt’s nicht den Gedanken, dass ich es während des Gebrauchs zurücklege. Und das ist schade – sowohl ökonomisch als auch vom Markenerlebnis. Wir versuchen, Verpackungen zu machen, die eben einen Long Lifecycle haben – auch, was das Vergnügen angeht.
Dann machen wir Bücher. Oder mit unseren Papieren werden Bücher gemacht. Das wahrscheinlich berühmteste Buch der Welt – das Buch von Obama. Wer hat das Papier für den Umschlag und für den Vorsatz gemacht? Wir haben es gemacht. Warum? Weil der Verlag damals auf uns zukam und meinte, dass Obama oder seine Entourage bemerkt hat oder herausgefunden hat, dass eben Gmund Papier das ästhetisch ansprechendste für seine Anwendung – für sein Buch – war. Und auch das nachhaltigste.
Doreen: Oh wow!
Florian Kohler: Ich würde sagen: ein moderner Ritterschlag – behaupte ich jetzt mal
Doreen:Aber sowas von.
Florian Kohler: Und das Buch seiner Frau durften wir auch machen. Und dann – wie wir vorhin schon gesagt haben – es können Visitenkarten sein oder Flyer. Nicht nur im Alarmfall, sondern eben auch im Freudefall. Ich mache tolle Flyer. Warum mache ich einen Flyer? Weil ich Information und eben eine gewisse Aufmerksamkeit verbreiten möchte. Und wenn ich einen Flyer aus Gmund Papier mache, dann bin ich mir sicher, dass der Empfänger das in die Hand nimmt, mit Freude anlangt und eben nicht gleich wegwirft. Denn das ist das Besondere an Gmund Papier: Es ist ein gewisser zeitlicher „Wegwerfschutz“ eingebaut, sage ich immer. Und ich habe damit die Aufmerksamkeit. Und deshalb: Jede Papieranwendung, jede Druckanwendung, bei der ich möchte, dass der Empfänger es nicht wegwirft oder missachtet, hat es verdient, auf einem Gmund Papier gemacht zu werden.
Und was unser Haus betrifft: in doppelter Hinsicht schon nicht. Denn viele Leute wissen das gar nicht – ja, man kann eben auch nur Visitenkarten drucken, dann ist es ein kleiner Auftrag. Wir haben allerdings ebenso große Marken, die Verpackungsprojekte haben. Und da geht’s in die Hunderte, zum Teil ist es sogar schon in die Tausende Tonnen gegangen. Da werden riesige Mengen bewegt. Weil eben manchmal Marken sagen: Okay, ich investiere da sprichwörtlich ein paar Cent mehr in die Verpackung, aber mein Produkt wird dadurch so viel besser und kommt besser an – oder ist es ökologischer?
Denn Sie haben auch das Recycling- und das Hanfpapier angesprochen. Früher war Recyclingpapier billig – das ist es heute nicht mehr. Recyclingpapier kann eben auch einen qualitativen Vorteil haben, je nachdem, wie man es entwickelt, designt und die Anwendung sieht. Von daher sind das lauter Charakteristiken, die sich nicht ausschließen, sondern zusätzlich bereichern können.
Kapitel 6: Papiertrends und Individualität am Beispiel greifbar gemacht
Doreen: Das machen wir doch gleich mal ein bisschen greifbarer – vielleicht an einem Beispiel. Weil niemand möchte, dass seine Flyer oder was auch immer er produziert, schnell weggeworfen wird. Natürlich, ne? Mal angenommen, ich arbeite jetzt in einer Schreinerei und ich bin dafür zuständig – für die Geschäftsführung – neue Visitenkarten zu bestellen. Und wenn ich schon dabei bin, bestelle ich auch gleich ein paar neue Flyer. Welches Papier würden Sie denn so für die Schreinerei – also die Handwerksbranche in dem Fall – empfehlen?
Florian Kohler: Das ist eine gute Frage. Also zweierlei – ich hätte sofort eine Antwort, die kriegen Sie jetzt auch gleich. Nichtsdestotrotz würden wir eben mit dem Kunden reden. Also, wenn wir in einem persönlichen Gespräch sind – oder wenn er sich eben digital orientiert, dann geht er zu FLYERALARM – oder wenn er eine gute Druckerei selber zur Hand hat, soll er tunlichst zu einer guten Druckerei gehen.
Wenn wir jetzt fiktiv mit der Schreinerei reden, würden wir erst einmal kurz mit ihm reden, was er damit bewirken will. Und das ist eben der Unterschied bei Gmund: Wir wollen nicht einfach nur Papier verkloppen, sondern wir wollen wissen, was er damit bewirken will. Und je nachdem, ob er dann sagt: „Mensch, ich bin schon mehr so ein Schroffer“, dann werden wir kühlere Farben nehmen. Wenn er sagt: „Nee, bei mir Warmtöne – weil ich habe nur unbehandelte Eiche“, dann wird man etwas Warmes nehmen.
Und es drängt sich natürlich schon ein Gedanke auf: Wir haben ein wunderschönes Papier, das heißt Gmund Wood, bei dem wir mit einem besonderen Verfahren eine Holzprägung ins Papier eingeben. Und dann könnten wir – wenn ihm diese Farbe gefällt – eine wunderbare Brücke für ihn schlagen. Dass tatsächlich, wenn dann seine Kunden seinen Flyer oder Katalog bekommen, das Gefühl haben: Ja, dieser Schreiner, der ist wirklich – der ist verwoben mit seinem Produkt und mit dem, was seine Kunden wünschen.
Doreen: Ja, würde ich auch so sehen. Das Papier habe ich auch schon mal live gesehen – das ist wirklich sehr schön.
Florian Kohler: Ja, supertoll. Und das Schöne an dem Wood ist vielleicht – wenn ich das noch anfügen darf – wir haben da sehr einfühlsame Holzfarben. Und dann sind da doch zwei, drei richtig schräge Farben. Und warum machen wir das? Und warum mögen das Leute? Weil manchmal – das ist ja wie auch, wenn ich mich kleide – manchmal möchte ich elegant sein, aber vielleicht trotzdem in Knallrot. Also in einer wirklich witzigen Farbe. Und so ist es da auch. Und da erlaube ich mir auch zu sagen: Da ist eben auch der Grund – vom Design her – führend. Wir können sehr einfühlsam sein. Wenn allerdings ein Kunde oder eine Kundin sagt: „Und trotzdem möchte ich mal ein bisschen Gas geben“, dann haben wir immer die nächste Farbe.
Denn wir entwickeln keine Kollektionen, die im Trend sind – sondern, das darf ich sagen: Wir setzen den Trend. Und das geht ja auch so weit – wir wissen das, es gibt professionelle Trendscouts. Die kennen Sie ja auch. Und die Haupttrendscouts aus den USA – also für die USA, für ästhetische Produkte – besuchen uns immer wieder. Da kommt jedes Jahr jemand aus Cupertino – ich weiß nicht, welche Firma dort ist – und schaut nach, was wir gerade entwickeln hinsichtlich Farben, Oberflächen. Und das ist – das geht vielleicht in eine der Fragen von vorhin hinüber – das ist eben das Besondere: dass wir ästhetisch Trends setzen. Und das macht uns eine riesige Freude – aber noch viel wichtiger: den Kunden auch und den Designern.
Doreen: Ja, denn man möchte ja auch mit dem Papier die eigene Persönlichkeit des Unternehmens oder auch die eigene Persönlichkeit – wenn ich jetzt Designerin wäre – mit reinkriegen in das Produkt oder in die Bewerbung des Produkts.
Florian Kohler: Ja, und eigentlich ist ein guter Designer ein Trendscout. Weil, wenn wir ehrlich sind, es gibt ja fast nichts Neues. Das ist aber nicht schlimm. Denn das Neue ist: etwas woanders zu sehen und woanders neu anzuwenden. Die Anwendung ist immer das Neue – und das macht’s ja so interessant bei der Masse an Papieren, die Sie auch ständig neu entwickeln.
Kapitel 7: Tipps für Traditionsunternehmen
Doreen: Welches ist denn Ihr Lieblingspapier? Haben Sie ein Lieblingspapier?
Florian Kohler: Das ist eine gemeine Frage. Aber ich kenne die Frage, weil die wird mir fast jedes Mal gestellt. Na klar. Und deshalb fällt es mir relativ leicht, diese Frage zu beantworten. Mein Lieblingspapier ist im Prinzip immer das Neueste. Das ist wie mit der Mama auch: Die Mama hat fünf Kinder – natürlich ist ihr das Neueste immer am nächsten. Mit ein bisschen Abstand liebt sie alle gleich. Und das Gleiche darf ich auch für mich und für uns in Anspruch nehmen. Doch wir kümmern uns am meisten um das Neueste. Da ist der meiste Herzschmerz drin. Da haben wir eben den neuen Trend gesetzt – eine Innovation. Und trotzdem haben wir immer einen Blick auf alles, was von uns kommt.
Und das ist ja auch das Besondere. Wir haben die Gesamtkollektion – die heißt „Gmund Alles“. Das ist unser Markenname – „Gmund Alles“ – und da findet man eben alles, was wir im Programm haben. Und es ist eben die Vielfalt, die auch besonders schön ist. Man muss wissen: In der Papierindustrie, wie in vielen anderen Industrien, wird die Auswahl immer mehr begrenzt, weil auch ökonomische Zwänge einen dazu bringen. Und wir haben uns zur Aufgabe gesetzt, für Designer, Kunden und Marken eine hohe Vielfalt zu haben. Und wir haben über 20 Kollektionen – und die sind im „Gmund Alles“-Buch gefasst. Das kann man auch online bei uns bestellen. Und allein das darin Schwelgen – und selbst wenn ich kein Papier brauche: Das haben wir wirklich erlebt – und zwar sogar von Psychologen. Es gibt also auch Leute, die kaufen dieses „Gmund Alles“, ohne dass sie jemals ein Papier kaufen. Die schauen da durch und sind einfach durch den Blick auf die Farben und die Oberflächen inspiriert.
Doreen: Wir haben es zwar vorhin schon mal angeschnitten ganz am Anfang, aber ich habe zum Abschluss noch die Frage: Bei Ihnen gehen ja Tradition und Innovation Hand in Hand. Sie sind vorhin auch schon mal tiefer darauf eingegangen – aber was können denn vielleicht andere traditionsreiche Unternehmen von Gmund Papier lernen? Was ist so Ihr ultimativer Tipp an andere ähnliche Unternehmen?
Florian Kohler: Ob uns da ein Tipp zusteht, weiß ich nicht. Ich würde es gerne umformulieren: Was lernen wir für uns immer? Ich habe es vorhin schon angedeutet: Dass eben Tradition ein schönes Wort ist, aber ganz hohe Gefahr in sich birgt. Und einfach die Offenheit für Neues. Und das passt auch gut dazu, weil – ich glaube, da haben wir viel Erfolg.
Sie müssen wissen: Die Papierbranche ist eine sehr schwierige Branche. Und das seit vielen Jahren. Und auch zurzeit gehen da viele aus dem Business raus – man muss es hart sagen. Und der Grund, warum wir nicht nur aus dem Business nicht rausgehen, sondern trotzdem erfolgreich sind – obwohl wir auch nicht gekauft werden. Man muss ja auch dazu sagen: Wir sind so ziemlich der einzige Papierhersteller, der nicht von einem Konzern gekauft wurde – und auch nicht wird. Und viele sagen: „Na ja, aber das ist schwierig. Wie könnt ihr als mittelkleiner Betrieb – weil wir stellen nur wenige Tausend Tonnen, immerhin – aber im Verhältnis zu den Konzernen ist das dann doch kleiner – wie könnt ihr überleben?“
Das ist ganz einfach: Ganz viel raus, nicht nur mit Menschen reden, sondern schauen, was man machen kann. Also, wir sind ein Team von 20 Leuten, die tatsächlich in der Welt unterwegs sind. Insgesamt haben wir 140 Mitarbeitende, und davon sind 20 Leute ununterbrochen auf der Welt unterwegs, um Kunden zu begeistern, um von Kunden zu lernen, um neue Trends in anderen Bereichen zu sehen.
Also dann doch – wenn ich mir einen Tipp erlauben darf – ist es: Einfach rausgehen, mit den Leuten reden, ein bisschen weniger theoretisieren in Besprechungsräumen. Sondern: Wenn ich auf Geschäftsreise gehe, komme ich meistens mit sieben Ideen und mit zwei, drei Kritiken zurück. Und von beidem lernt man. Und wenn man für Ideen und für Kritik offen ist, dann läuft da immer was. Also ja – das ist dann vielleicht doch mein Tipp oder meine Erfahrung.
Doreen: Vielen Dank für das tolle Gespräch. Das waren sehr schöne Einblicke rund ums Papier. Hat viel Spaß gemacht.
Florian Kohler: Also, die Freude ist vollkommen bei mir. Wenn ich so charmant in der Früh schon ein Gespräch führen darf, dann ist das der Beginn eines tollen Tages.
Doreen: Das freut mich. Ich danke Ihnen.
Florian Kohler: Danke. Tschüss.
Doreen: Tschüss.
Kapitel 8: Outro
Doreen: Die Leidenschaft, die Florian Kohler für das Material Papier mitbringt, konnte ich während unseres Gesprächs in jeder Zeile hören. Und für mich ist das auch gleich eins der wichtigsten Learnings aus dem Gespräch. Nämlich: Egal, welches Unternehmen ihr führt – ihr solltet immer mit dem Herzen dabei sein.
Bei aller Tradition, die ihr euch vielleicht für eure Firma bewahren wollt, ist es aber auch wichtig, im Herzen ein Start-up zu bleiben. Heißt: Seid offen für neue Impulse und Ideen von außen. Wagt etwas und geht mal neue Wege – raus aus dem Meetingraum und rein ins Leben. Nur so kann eine Firma zukunftsfähig bleiben.
Was ihr außerdem machen solltet – welchen Weg ihr gehen solltet – ist der zum Abonnieren-Button. Und danach am besten gleich zu den FLYERALARM Social-Media-Kanälen. Denn dort verpasst ihr keine neuen Infos oder neuen Folgen.
Ich sage jetzt erstmal Tschüss – und bis bald.
Shownotes
Papier begleitet uns überall – in Büros, beim Einkaufen, in Form von Büchern, Verpackungen und natürlich gedruckter Werbemittel wie Broschüren, Flyer, Visitenkarten und Co. Doch was macht das Material so besonders? In dieser Folge spricht Doreen mit Florian Kohler, Inhaber und Geschäftsführer der Büttenpapierfabrik Gmund GmbH & Co. KG, über seine Leidenschaft für Papier und über die Kunst, ein scheinbar alltägliches Produkt immer wieder neu zu denken. Das Familienunternehmen am Tegernsee verbindet seit fast 200 Jahren Handwerk, Technologie und Design rund ums Papier – und zeigt, wie man mit Innovationsgeist eine Tradition lebendig hält.
Du erfährst in dieser Episode:
- was Papier zu einem so wirkungsvollen Informations- und Werbeträger macht,
- welche Auswirkungen die Wahl des richtigen Papiers für Werbemittel auf deinen Markenerfolg haben kann,
- wie du mit besonderen Papieren Kundinnen und Kunden inspirieren und sogar echte Trend setzen kannst,
- warum ständige Innovation der Schlüssel zur langfristigem Unternehmenserfolg ist.
Viel Spaß beim Zuhören!
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Wie Sie Papier im Marketing richtig einsetzen
Ein häufiger Irrtum bei Flyern, Visitenkarten und anderen Drucksachen: der Gedanke, allein eine hohe Auflage und weite Verbreitung mache erfolgreiche Printprodukte aus. Das ist zwar ein Teil der Wahrheit, aber eben nicht alles. Ihre Visitenkarten, Werbeflyer oder andere Kreativprojekte können wunderschön gestaltet, perfekt gedruckt und optimal an Ihre Zielgruppe verteilt sein – und trotzdem nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Der Grund: generisches, austauschbares Papier, das weder haptische Reize setzt noch Gutes für Ihr Drucklayout tut. Im FLYERALARM Sortiment finden Sie deshalb schon seit Jahren allerhand außergewöhnliche Materialien, mit denen Sie sich von Ihrer Konkurrenz abheben. Ebenso liefert der bayerische Papier-Spezialist Gmund die Sahnehäubchen der Papier-Palette von FLYERALARM.
Was ist das Besondere an Gmund Papier?
Schon seit 1829 produziert Gmund an diesem Firmenstandort Papier. Und zwar in höchster Güteklasse, 100 % made in Germany und in einer Vielfalt, die Ihresgleichen sucht. Auch auf nachhaltige Produktion legt Gmund Papier mehr wert als üblich. Beispielsweise konnte die Firma ihren Wasserverbrauch durch moderne Maschinen und Herstellungsverfahren in den vergangenen Jahrzehnten stetig senken – und bereitet das Brauchwasser mit Hilfe von Ozon chemikalienfrei auf. Das ist branchenweit einzigartig. Zudem ist der gesamte Herstellungsprozess bei Gmund FSC® zertifiziert. Und durch hauseigene Anlagen gewinnt die Firma bis zu 75 % des verbrauchten Stroms aus Sonnenenergie, Wasserkraft und Kraft-Wärme-Kopplung – komplett CO2-frei.
Gmund Umweltpapier: Papiere, die weiterdenken …
Nachhaltigkeit nimmt nicht nur bei der Produktion einen besonders hohen Stellenwert ein, sondern auch bei den Materialien selbst: Für Gmund Hanfpapier etwa wird ausschließlich europäischer Hanf verarbeitet, ganz ohne Farbstoffe. Wofür sich Gmund Hanfpapier eignet? Zum Beispiel für Tragetaschen, da das Material fest im Gefüge ist und sich dennoch weich anfühlt.
Das ressourcenschonende Recyclingpapier Gmund Used Papier besteht hingegen zu 100 % aus Altpapier und ist – als erstes und derzeit einziges Recyclingpapier – Cradle to Cradle Certified® Silver zertifiziert. Darüber hinaus erwarten Sie bei den Gmund Umweltpapieren noch weitere Papiere aus alternativen Fasern oder Recycling- und Altpapieren.
Was heißt Cradle to Cradle zertifiziert?
Cradle to Cradle Certified® („von der Wiege zur Wiege“) ist ein weltweit anerkannter Standard für sichere und nachhaltige Qualitätsprodukte, die für die Kreislaufwirtschaft hergestellt werden. Gmund Papier hat es als erste Papierfabrik weltweit geschafft, ein Farbpapier-Sortiment und ein Recyclingpapier auf Silber-Level zu zertifizieren. Bewertet werden die Bereiche Materialgesundheit, Kreislauffähigkeit, Einsatz erneuerbarer Energien, verantwortungsvoller Umgang mit Wasser sowie soziale Gerechtigkeit. Das Ziel lautet: Nicht nur die negativen Umwelteinflüsse von Herstellung und Produktlebenszyklus zu minimieren, sondern einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen.
Sie sind ein echter Business-Professional? Das sollte sich auch in Ihrer Geschäftsausstattung widerspiegeln. Lassen Sie zum Beispiel Ihre Visitenkarten aus Gmund Leinenpapier produzieren. Dieses ist nicht nur ebenfalls Cradle to Cradle Certified® Silver zertifiziert und stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft, sondern hat auch eine enorm feine Leinenstruktur. Ihr Druckbild wird so durch einen minimalen Moire-Effekt automatisch veredelt.
Und das ist noch nicht alles: Beispielsweise stehen Ihnen bei Schreibblöcken, Briefumschlägen und weiterer Pflichtausstattung für Messestände, Büroräume und Welcome-Packages für neue Mitarbeitende zahlreiche weitere ähnlich anmutende Gmund Papiere zur Auswahl. Wer hier Wert auf einen astreinen ersten Eindruck legt, entscheidet sich am besten für Gmund Bauhaus Dessau. Dieses Papier ist modern, geradlinig und schlicht. Und damit die perfekte Grundlage für Ihr Brandbuilding.
FLYERALARM und Gmund Papier: auch für Kreative perfekt
Sie mögen es weniger schlicht und dafür umso bunter? Auch kein Problem. In Gmund wird auch komplett durchgefärbtes Naturpapier produziert – und das schon seit 1910. Der bayerische Traditionshersteller hat farbiges Papier sogar erfunden! Lassen Sie zum Beispiel auf Briefumschlägen aus metallisch glänzenden Gmund Colors Metallic Papieren drucken, schon ist Ihre Post das Highlight im Briefkasten Ihrer Zielgruppe. Oder Sie entscheiden sich für einen Großbogen aus der farbenfrohen Reihe, um Ihrem nächsten Kreativprojekt das gewisse Etwas zu verleihen.
Mehr über die Kooperation zwischen FLYERALARM und Gmund Papier
Gmund als Papierhersteller mit bald 200 Jahren Firmengeschichte und FLYERALARM als Online-Druckerei und eines der erfolgreichsten E-Commerce-Unternehmen: Das klingt nicht nur nach einer fruchtbaren Kooperation, sondern ermöglicht Ihnen bereits mit wenigen Klicks Werbematerialien in unerreichter Qualität mit Ihrem eigenen Branding zu bestellen. Neben Druckprodukten erhalten Sie außerdem im Gmund Papiershop by FLYERALARM alle Gmund Kollektionen für Ihr individuelles Projekt jederzeit online – zu transparenten, fairen Preisen und mit kurzen Lieferzeiten.