Getränke im Sommer: Was trinkt Deutschland von Hamburg bis zum Tegernsee?

By 13. Juni 2022 BeInspired
Was trinkt Deutschland? Experteninterview mit Holger Düker von GIN LAGO

In diesem Experteninterview erhalten angehende Unternehmer und Unternehmerinnen wertvolle Einblicke in die Welt der Getränkebranche und nützliche Tipps für das Etablieren eigener Produkte.

Sommer, Sonne, Cocktails! Ob eisgekühlte Weinschorle, fruchtiger Longdrink oder tropischer Piña Colada – in den heißen Monaten des Jahres gehören spritzige Erfrischungen einfach dazu. Doch wer entwickelt eigentlich einzigartige Drinks? Und wie? Wir sprechen mit Holger Düker, einem echten Experten in der Getränkebranche und dem Entwickler von GIN LAGO – dem ersten Dry Gin vom Tegernsee.

⇒ Übrigens: Was für Ihre Kundinnen und Kunden sonst noch in den Sommer gehört und wie Ihre Sommerpromotion zum Erfolg wird – das entdecken Sie jetzt mit einem Klick in der FLYERALARM Themenwelt Sommer!

Themenwelt Sommer besuchen

Experteninterview mit Holger Düker von GIN LAGO

FLYERALARM: Hallo Herr Düker und vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit für uns genommen haben. Stellen Sie sich unseren Lesern doch gerne erst einmal vor. Wer sind Sie und womit verdienen Sie Ihre Brötchen?

Holger Düker: Gerne. Ich freue mich, hier zu sein und Ihnen meine Geschichte zu erzählen. Mein Name ist Holger Düker und ich bin der Inhaber der Tegernseer Spirituosen Manufaktur GmbH. Seit über 10 Jahren betreibe ich außerdem eigene Wein- und Spirituosenfachgeschäfte unter dem Namen „Enoteca“ in Hamburg und am Tegernsee.

FLYERALARM: Bewirtungsverbot, Abstandsregeln, maximale Gästeanzahl, … Ab 2020 hat die Corona-Pandemie die gesamte Gastrobranche in Atmen gehalten. Wie haben Sie als Getränkelieferant diese Zeit erlebt?

How to drink GIN LAGO

Holger Düker: Am Anfang herrschte, wie bei vielen Mitbewerbern auch, erst einmal große Unsicherheit. In welche Kategorie fallen wir mit den Enoteca Geschäften in Hamburg überhaupt? Wie und welche Regeln und Schutzmaßnahmen müssen wir umsetzen? Als Getränkehändler hatten wir letztendlich aber das Glück, unseren Weinhandel auch während der Lockdowns fortsetzen zu können. Trotzdem war es auch für uns keine leichte Zeit.

FLYERALARM: Warum das?

Holger Düker: Nun ja, wenn die ganze Stadt wie leergefegt ist und sämtliche Nachbargeschäfte schließen müssen, dann fehlt es auch uns an Kundschaft. Das war vor allem in der sonst sehr umsatzstarken Vorweihnachtszeit spürbar. Und trotzdem wollen natürlich weiterhin Gehälter und Mieten gezahlt werden. Da war ein Umdenken und Weiterentwickeln nötiger denn je.

FLYERALARM: Und wie sah das bei Ihnen aus? Wie schafft man es, einen „Trend“ zu erkennen und sich in schwierigen Zeiten in die richtige Richtung weiterzuentwickeln?

Holger Düker: Eine gute Frage. Am wichtigsten ist es, das man sich immer am Kunden weiterentwickelt – heißt: Man muss die konkreten Nachfragen der Kundschaft registrieren und darauf eingehen. Gleichzeitig muss man das Marktgeschehen immer mit offenen Augen und Ohren verfolgen. In meinem Fall heißt das, dass ich viel in der Welt unterwegs bin, um mir neue Eindrücke und Inspiration zu holen. Jede Idee gehört natürlich festgehalten. Ich habe dafür immer einen Stift und Notizblock einstecken und auch auf dem Nachttisch liegen. Und eine gute Prise Bauchgefühl gehört natürlich auch dazu.

FLYERALARM: Sie sind seit über 10 Jahren erfolgreich mit Ihren Wein- und Spirituosenfachgeschäften „Enoteca“ etabliert. Hier bieten Sie unter anderem auch komplett eigene Weine an. Wie kam es dazu?

Holger Düker: Vor etwa 12 Jahren standen immer mehr Kunden in unseren Läden, die unsere Weine mit den Angeboten aus dem Internet verglichen. Da wurde mir klar, dass wir unsere Alleinstellungsmerkmale, wie die Qualität der Weine oder die Beratung vor Ort, mehr herausarbeiten müssen. Also fingen wir an, gemeinsam mit einem Netzwerk an Winzern, eigene Weine zu entwickeln. Die Flaschen bekamen eine Etikettierung und Verpackung, die sich von den Onlineangeboten deutlich abheben musste. Im Anschluss gingen wir damit gezielt auf Gastromomen zu, die wir von da an exklusiv belieferten. So haben wir uns ein zweites Standbein geschaffen und konnten uns mit unserem Weinhandel erfolgreich am Markt abheben.

FLYERALARM: Wie sind Sie von Hamburg aus auf den „Gin Ihres Lebens“ gekommen? Und das noch dazu am Tegernsee, sprich am anderen Ende des Landes?

Holger Düker: Beim Skifahren in Kitzbühel. – lacht – Dabei habe ich vor ungefähr 10 Jahren meine Verlobte kennengelernt. In Ihrer Heimatregion, dem Tegernsee, habe ich nach einiger Zeit meinen Weinhandel zusätzlich etablieren können und das Sortiment Stück für Stück um Spirituosen erweitert. Dabei ist mir aufgefallen, dass es am Tegernsee noch keine eigene Gin-Marke gibt. Und bevor mir jemand zuvorkommen konnte, habe ich genau das entwickelt. GIN LAGO ist der erste Tegernsee Dry Gin überhaupt.

FLYERALARM: Im Herbst 2018 konnten Sie die ersten 5.000 Flaschen des GIN LAGO Tegernsee Dry Gins abfüllen lassen. Wie viele Versuche hat es gebraucht, bis Sie das perfekte Mischungsverhältnis gefunden haben?

Holger Düker: Die Versuche kann ich unmöglich zählen. – lacht – Aber ich weiß, dass es ungefähr drei Monate gedauert hat, bis ich zufrieden war. Ich hatte den Anspruch: Der Gin muss auch pur schmecken. So, dass man ihn wie einen guten Kräuterschnaps nach dem Essen trinken kann. Und er sollte einen klaren Bezug zu seiner Region haben. Darum habe ich viel Wert auf regionale Botanicals wie Wacholder, Heublumen, Fichtennadeln und Enzian gelegt. Der Rest war dann try and error.

GIN LAGO Tegernsee Dry Gin

FLYERALARM: Und wie ging es danach weiter? Wie haben Sie GIN LAGO bekannt gemacht?

Holger Düker: Ganz wichtig! Bevor wir mit dem Marketing gestartet sind, haben wir uns erst einmal alle Rechte an dem Produkt gesichert. Wortmarke, Wort-Bild-Marke, Rezeptur … alles wurde patentrechtlich geschützt. Diesen Schritt darf man auf keinen Fall vergessen oder auf die leichte Schulter nehmen. Sonst wird die tolle neue Geschäftsidee ganz schnell kopiert und verpufft.

Danach sind wir mit den neu gestalteten Steingut-Flaschen ganz klassisch von Bar zu Bar und Restaurant zu Restaurant gezogen. Parallel habe ich natürlich auch mein eigenes Netzwerk aus Hamburg angezapft, um mein neues Produkt bekannt zu machen.

FLYERALARM: Was macht für Sie einen wirklich guten Gin aus?

Holger Düker: Wie bei jedem Produkt braucht man erst einmal ein Alleinstellungsmerkmal. Also einen unverwechselbaren Geschmack, eine besondere Aufmachung, oder, oder, oder. Bei GIN LAGO sind das ganz klar die Regionalität, die Optik und der eingängige Name. „Lago“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet „See“. Es ist kurz und leicht merkbar – so leicht, dass die Leute manchmal sogar meinen, sie kennen das Produkt schon, obwohl dem nicht so ist.

Der Gin selbst ist ein Dry Gin, der im wahrsten Sinne des Wortes nach dem Tegernsee und der Region schmeckt. Es ist nicht der hundertste Berry Gin, den die breite Masse nebenher wegtrinkt, sondern ein spitz kommuniziertes Produkt mit einem unverwechselbaren Charakter.

Das gilt übrigens auch für die anderen Spirituosen der GIN LAGO Familie, die wir im zweiten Gang entwickeln konnten: die Williamsbirne, Marille, Himbeere, Haselnuss und nicht zu vergessen der Bombardinio Eierlikör. Gerade der war auch wieder ein gutes Beispiel für aufkommende Getränketrends. Als ich zum ersten Mal mit einem Eierlikör bei meinen Stammkunden aufgeschlagen bin, wurde ich noch belächelt. Kaum ein paar Wochen später war Eierlikör bei den Gästen wieder in allermunde – und ist es bis jetzt!

Die Spirituosen der GIN LAGO Familie

FLYERALARM: Was trinken Sie selbst am liebsten im Sommer?

Holger Düker: Natürlich sehr gerne meine eigenen Sachen. Ich entwickle ja nichts am eigenen Gaumen vorbei. – zwinkert – LAGO Tonic steht bei mir deshalb hoch im Kurs. Und, da ich auch ein großer Fan von Moscow Mule bin, kann ich unseren LAGO Mule mit Spicy Ginger noch sehr empfehlen. Trotzdem probiere ich auch immer wieder gerne neues aus. Meine Arbeit ist ja in gewisser Hinsicht auch Leidenschaft.

FLYERALARM: Haben Sie noch einen ultimativen Tipp für angehende Unternehmer, die es Ihnen gleichtun und ihr eigenes Produkt auf den Markt bringen möchten?

Holger Düker: Ihr braucht eine gute Idee, die ihr zu 100 % vertreten könnt und für die ihr auch bereit seid, Risiken einzugehen. Schaut euch den Markt genau an, geht mit der Zeit und bleibt immer ganz nah am Kunden. Entwickelt ein Konzept und echte Alleinstellungsmerkmale für euer Produkt. Und dann heißt es: dran bleiben, dran bleiben, dran bleiben.

FLYERALARM: Vielen Dank Herr Düker und weiterhin viel Erfolg mit Ihren leckeren Weinen und  Spirituosen.

Doreen

About Doreen

Doreen ist eine echte Vollblut-Texterin, die schon so manche Tastatur an ihre Grenzen brachte. Sie ist vielseitig interessiert und beruflich schon immer im Marketing zu Hause. Am liebsten bringt sie nützliches Druckwissen und kreative Werbeideen auf den Punkt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar