Plakatdesign: Aufbau und Typografie

By 26. Januar 2022 Know-how
Plakatdesign Gestaltung und Typographie

Mit Plakaten als Außenwerbung erreichen Sie eine große Zielgruppe kein Wunder, die Reichweite in der Öffentlichkeit ist hoch. Aber wie sorgen Sie dafür, dass sich alle Blicke auf Ihre Botschaft richten und diese auch Gedächtnis bleibt? Hier gibts einige Tipps, die Sie bei Ihrem Plakatdesign beachten sollten.

Serie Plakat-Wissen

An einem clever gestalteten und gut sichtbar angebrachten Plakat kommt kaum jemand vorbei, ohne die aufgedruckte Botschaft wahrzunehmen und zu lesen. Aber neben dem idealen Anbringungsort gibt es bei der Planung Ihrer Werbemaßnahme noch viele andere Faktoren zu bedenken. Das geht schon ganz zu Beginn los: Wie gestalten Sie überhaupt das Plakat so, dass Passanten möglichst gerne und lange einen Blick darauf werfen?

Bedenken Sie: Im Schnitt werden Plakate nur 3 – 5 Sekunden betrachtet. Daher müssen die wichtigsten Inhalte innerhalb weniger Sekunden scanbar sein und sofort ins Auge springen. Denn kaum jemand bleibt extra stehen, um ein Plakat zu lesen, sondern überfliegt es nur im Vorbeilaufen. Dementsprechend sollten Sie bei Ihrem Plakatdesign einige wichtige Eckpunkte beachten.

Allgemein gilt: Bei der Plakatgestaltung gibt es keine fixen Vorgaben. Hier spielen auch persönliche Präferenzen, Corporate Design Vorgaben, Ihre Zielgruppe sowie die Branche Ihres Unternehmens eine Rolle. Dennoch gibt es einige Tipps, mithilfe derer Sie ein ansprechendes optisches Ergebnis garantieren können – quasi die Basiszutaten Ihres Erfolgsrezepts.

Der Aufbau des Plakats

Zuallererst sollten Sie sich über den Aufbau Ihres Plakats Gedanken machen. Welche Elemente sollen auf dem Plakat zu sehen sein? Wie viel Platz sollen sie auf der Gesamtfläche des Plakats einnehmen und wo sollen sie platzieren werden? Das Ziel: Ihr Plakat soll Aufmerksamkeit erregen, Interesse wecken und eine klare Botschaft vermitteln. Der Betrachter sollte sich in wenigen Sekunden erschließen können, was die Aussage Ihres Plakats ist und die wichtigsten Informationen herausfiltern können.

Daher sollten Sie als Grundlage für Ihr Plakatdesign zuerst einmal den Aufbau skizzieren. So fällt gegebenenfalls auch schnell auf, ob bestimmte Elemente herausgekürzt werden müssen, weil das Plakat ansonsten zu überladen wirkt oder ob an einigen Stellen noch Lücken im Design auftauchen, die Sie mit Schrift oder Bildelementen füllen.

Typische Elemente für die Plakatgestaltung sind:

  • Headline
  • Subline
  • Bildelemente
  • optional: weitere knappe Textelemente (z.B. Preis, Datum)
  • Ihr Logo

Headline, Subline und weiterer Text:

Wenn es um Text auf Plakaten geht, so gilt der Grundsatz: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Behalten Sie im Hinterkopf, dass Passanten Ihr Plakat im Schnitt nur wenige Sekunden im Vorbeigehen betrachten. Wählen Sie daher als Headline eine klare, interessante Überschrift von maximal 5 Worten, die bestenfalls in eine Zeile passt. Die Headline sollte etwa 15 % der Formathöhe des Plakats entsprechen. Zusätzlich zu Ihrer Kernbotschaft können Sie auch eine ergänzende Subline in ca. 7 – 10 % der Formathöhe hinzufügen.

Falls weiterer ergänzender Text nötig ist, um Ihre Botschaft verständlich zu transportieren, sollten Sie diesen zur besseren Lesbarkeit in möglichst kleine Textbausteine unterteilen. Achten Sie auch hier darauf, die Textmenge so gering wie möglich zu halten, sodass die Inhalte möglichst schnell überflogen werden können. Beschränken Sie sich außerdem auf inhaltlich relevante Informationen. Welche das sind, hängt natürlich stark davon ab, wofür Ihr Plakat wirbt. Handelt es sich um eine Produktwerbung, so könnte der Preis für Ihre Leser interessant sein. Bewerben Sie ein Event, so sollten Sie das Datum und den Veranstaltungsort in Ihrem Plakatdesign ergänzen. In jedem Fall gilt: Bringen Sie Ihre Botschaft in wenigen Worten auf den Punkt.

Passen Sie die Textmenge der Umgebung Ihres Plakats an

Auch die zukünftige Platzierung des Plakats ist bei der Festlegung der Textmenge entscheidend. Wollen Sie es an einer Straße platzieren, um die Aufmerksamkeit vorbeifahrender Autofahrer zu erregen, sollten Sie nur wenige, großformatige Worte wählen. Denn da die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe hier hauptsächlich dem Straßenverkehr gilt, ist nur ein kurzer Blick auf Ihre Botschaft möglich. Soll Ihr Plakat allerdings an der Werbewand einer Bushaltestelle hängen, darf es ruhig etwas mehr Text sein: Denn hier haben Sie es mit einer Zielgruppe zu tun, die, um die Wartezeit auf das Verkehrsmittel zu verkürzen, bestimmt auch gerne einen genaueren Blick auf die Plakatinhalte wirft.

Bildelemente:

Bilder bleiben im Kopf. Machen Sie sich das zunutze, indem Sie bei der Plakatgestaltung grafische Elemente gezielt als Blickfang einsetzen. Und das gerne großflächig: Bildelemente dürfen auf Ihrem Plakat ruhig den meisten Platz einnehmen und großflächig prominent platziert werden. Bei Bildmotiven und Produktbildern ist eine Größe von etwa 40 – 50 % der Formathöhe des Plakats angemessen.

Allgemein gilt: Wählen Sie für Ihr Plakatdesign Bildmotive, die einen positiven Eindruck hinterlassen. Natürlich sollten Sie bei der Wahl der Bildelemente auch auf das Gesamtbild und ein harmonisches Zusammenspiel mit den Textelementen Ihres Plakates achten. Gibt es auf Ihrem Plakat ohnehin schon viel zu lesen, so sollten Sie ein dezentes Bildmotiv wählen, um die Aufmerksamkeit nicht vom schriftlichen Teil wegzulenken. Dient das Bildmotiv als Eyecatcher, so darf es ruhig etwas ausgefallener sein. Lassen Sie außerdem genug Abstand zwischen Text und Bild oder dunkeln Sie bestimmte Bildbereiche zur besseren Lesbarkeit ab oder heben Sie sie farblich hervor.

Auch wenn Sie Ihrer Zielgruppe natürlich ein optisches Erlebnis bieten wollen: Bleiben Sie beim Wesentlichen! Verzichten Sie darauf, bei der Gestaltung des Plakats unnötige oder zu viele visuelle Komponenten einzubauen. Denn das wirkt unaufgeräumt und der Betrachter fühlt sich von zu vielen optischen Reizen schnell erschlagen. Verwenden Sie im besten Fall nicht mehr als 5 Gestaltungselemente (dazu zählen sowohl Text als auch Bild).

Logo und Kontaktdaten:

Was nützt Ihnen das eingängigste Werbeplakat, wenn Ihre Zielgruppe es nicht mit Ihnen in Verbindung bringt? Bauen Sie daher ins Design des Plakats auch Ihr Logo ein, damit der Betrachter weiß, von wem die Werbebotschaft stammt. Ein guter Ort für Ihre Logoplatzierung ist die obere oder untere rechte Ecke Ihres Plakates. Denn dort bleibt der Blick des Betrachters besonders häufig hängen. Das liegt daran, dass der menschliche Blickverlauf in Z-Form bestimmten Fixationspunkten folgt.

Wussten Sie schon, dass das menschliche Betrachtungsmuster einer Z-Form gleicht?

Der Leser beginnt mit dem Scannen der Informationen in der oberen linken Ecke, wandert mit dem Blick anschließend waagerecht nach rechts und von dort aus diagonal nach links unten. Der Blick endet in der unteren rechten Ecke. So entstehen 4 Fixationspunkte, an denen Inhalte besonders aufmerksam wahrgenommen werden. Machen Sie sich diese Punkte bei der Reihenfolge und Anordnung Ihrer Plakatelemente zunutze und platzieren Sie wichtige Informationen bewusst dort.

Typographie: Wie finden Sie die richtige Schrift für Ihr Plakat?

Für Ihr Plakatdesign gibt es kaum etwas Wichtigeres als die Wahl einer geeigneten Schriftart. An erster Stelle steht hier die Lesbarkeit, denn selbst der cleverste Werbespruch nützt Ihnen nichts, wenn Ihr Leser ihn einfach nicht entziffern kann. Bezüglich der Schrift sollten Sie daher einige zentrale Gestaltungspunkte beachten.

  • geeignete Schriftart: Achten Sie bei der Auswahl der Schriftart für Ihr Plakat auf klare Formen mit kräftiger Strichstärke. Immerhin sollen die Buchstaben auch aus einiger Entfernung lesbar bleiben. Daher sind vor allem serifenlose Schriften wie Helvetica oder Futura eine gute Wahl: Sie haben klare, gerade Formen mit offenem Schriftbild und sind so auch aus einigem Abstand problemlos zu erkennen. Natürlich gibt es bei der Wahl der Schriftart keine allgemeingültigen Vorgaben: Sollten Sie trotzdem gerne eine Schrift mit Serifen verwenden wollen, so achten Sie unbedingt auf eine ausreichende Schriftgröße sowie genügend Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben. Denn verschnörkelte, romantische Schriften machen sich vielleicht auf Hochzeitskarten gut – sind aber aus der Ferne nur schwer zu entziffern und verschwimmen leicht ineinander. Auch kursive Schrift ist auf Plakaten nur schwer zu lesen und sollte deshalb sparsam eingesetzt werden.
  • Schriftarten kombinieren: Zu viele Köche verderben den Brei – und zu viele verschiedene Schriften das Plakatdesign. Hier lautet die magische Zahl 3: Heben Sie verschiedene Textelemente oder Worte hervor, indem Sie höchstens 3 unterschiedliche Schriften auf Ihrem Plakat verwenden. Achten Sie bei der Kombination der Schriftarten darauf, dass diese ein harmonisches Gesamtbild erzeugen: Zum Beispiel, indem Sie bei der Plakatgestaltung Schriften derselben Schriftfamilie einsetzen. Natürlich sollte die Schrift auch zu Ihrem Unternehmen und dem Werbezweck passen. Sie wollen beispielsweise Ihr seriöses Image als Versicherungsunternehmen unterstreichen? Dann hat eine verspielte und lässige Schrift nichts auf Ihrem Plakat verloren.
Schriftkombinationen fürs Plakatdesign
  • ausreichende Schriftgröße: Die geeignete Schriftgröße hängt in erster Linie vom Format Ihres Plakats ab. Vor allem die Headline sollte auch aus der Ferne sofort ins Auge fallen und ca. 15 % der Plakathöhe einnehmen. Wählen Sie dabei die Schriftgröße der übrigen Textbausteine nach Relevanz der Informationen. Am größten ist natürlich Ihre Headline als Eyecatcher: Sie lenkt den Blick auf Ihr Plakat und erzeugt überhaupt erst Interesse. Haben Sie erst die Aufmerksamkeit Ihres Betrachters, wird dieser neugierig näher herantreten, um Ihr Plakat genauer zu studieren. Weiterführende Informationen können Sie also ruhig in einer geringeren Schriftgröße ergänzen. Auch hier empfiehlt es sich, nicht mehr als 3 Schriftgrößen zu verwenden, z.B. für Headline, Subline und weiteren Text wie Ihren Kontaktdaten oder Produktinformationen. Denn ansonsten wirkt das Plakat schnell unaufgeräumt und unruhig.

Worauf Sie bei der Farbgebung für Ihr Plakat achten sollten

Farben lösen Emotionen aus und haben einen entscheidenden Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Nicht umsonst gibt es das Feld der Farbpsychologie, das die verschiedenen Wirkungen von Farben auf Ihre Betrachter analysiert. Farben bleiben außerdem in Erinnerung und können den Wiedererkennungswert Ihrer Marke deutlich steigern. Machen Sie sich das für Ihr Plakatdesign zunutze! Auch hier gleich vorweg: Es gibt kein vorgegebenes Erfolgsrezept. Wie die ideale Farbgestaltung Ihrer Plakate aussieht, hängt neben persönlichen Präferenzen von verschiedenen Faktoren ab:

Wo wird das Plakat aufgehängt?
Die Platzierung Ihres Plakats spielt für die Gestaltung eine wichtige Rolle. An einer Litfaßsäule konkurriert Ihre Botschaft mit anderen um Aufmerksamkeit. Hier darf es farblich ruhig etwas auffälliger sein, immerhin wollen Sie die Blicke gezielt auf Ihre Außenwerbung lenken. Alleinstehende oder großflächige Plakate ziehen durch ihre hervorgehobene Position mehr Aufmerksamkeit auf sich und dürfen sich farbtechnisch etwas dezenter zeigen.

Was möchten Sie bewerben?
Die Farbgestaltung Ihres Plakats richtet sich auch nach dem Anlass. Veranstalten Sie ein Sommerfest, so bieten sich frische Farben wie Gelb und ein helles Blau an. Handelt es sich bei Ihrem Plakat um Werbung für ein Rockkonzert, so sind dunkle Farbtöne passender. Für weihnachtliche Plakate könnten Sie auf festliche Kombinationen mit Rot, Grün und Gold zurückgreifen.

Wie sieht Ihr Corporate Design aus?
Eventuell gibt es hier Farbvorgaben, die von Ihrem Unternehmen festgelegt sind und die Sie ins Design einfließen lassen möchten. Das erzeugt einen Wiedererkennungswert für Ihre Marke

Zu welcher Branche gehört Ihr Unternehmen?
Farben werden oft mit bestimmten Attributen verknüpft. Für ökologische Unternehmen eignen sich Naturfarben oder Grüntöne. Blau wirkt seriös und wird daher gerne von Banken oder Versicherungen verwendet.

Ein kleiner Exkurs: So wirken Farben

Mit welchen Eigenschaften werden Farben assoziiert?
Wirkung von Farben

Farben bleiben im Kopf. Und sie lösen Emotionen aus. Nicht umsonst gibt es das Feld der Farbpsychologie, das die Auswirkungen verschiedener Farbtöne auf das menschliche Empfinden untersucht. Das sollten Sie unbedingt für Ihr Unternehmen nutzen! Richtig angewandt können Sie bei Ihrem Plakatdesign mit einer cleveren Farbwahl richtig punkten.

Farbkombinationen beim Plakatdesign

Das Leben ist selten nur Schwarz und Weiß – und Plakate in der Regel auch nicht. Im Gegenteil, die meisten Plakate kommen in recht auffälligen und kräftigen Farben daher. Immerhin sollen sie gezielt die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Sobald jedoch mehrere Farben ins Spiel kommen, sollten Sie bei der Plakatgestaltung auf eine ästhetische Kombination achten – das heißt, die Farben sollten sich harmonisch ergänzen. Wählen Sie beispielsweise bei der Gestaltung Ihre ausgewählte Grundfarbe in verschiedenen Helligkeitsstufen.

Eine Kombination aus allzu vielen und vor allem grellen Farben wie Pink, Orange und Grün mag zwar auf den ersten Blick ein Eyecatcher sein – aber eher im negativen Sinne. Für die meisten Betrachter wird die Kombination eher unästhetisch wirken. Ob der Leser hier einen guten Eindruck von dem Plakat behält, ist fraglich. Zwar bleibt das Plakat vielleicht im Gedächtnis – aber im schlimmsten Fall als Negativbeispiel.

Farbkombinationen

Auch bei Farbe für Ihr Plakat gilt – weniger ist meist mehr

Sollten Sie ein Bildmotiv als Eyecatcher benutzen, so bietet es sich an, die Hauptfarben des Motivs auch an anderer Stelle im Plakatdesign aufzugreifen – zum Beispiel in der Schriftfarbe oder für andere, kleine Grafikelemente. Verwenden Sie auch hier ruhig abgedunkelte oder aufgehellte Varianten der Grundfarbe. Vermeiden Sie es, zu viele verschiedene Farben kombinieren. Denn das wirkt schnell „unordentlich“ und ein wenig durcheinander. Bleiben Sie lieber bei wenigen ausgewählten Akzenten und setzen Sie diese gezielt ein.

Auch wichtig: Kontraste. Achten Sie darauf, dass die Vordergrundfarbe, also der Text, sich klar vom Hintergrund abhebt und somit angenehm lesbar ist. Hier sind kräftige Töne von Vorteil. Denn so bleibt Ihre Botschaft zu jeder Tageszeit – auch bei Dämmerlicht – gut sichtbar. Wählen Sie die Schriftfarbe nicht Ton in Ton zum Hintergrund, denn sind Schrift- und Hintergrundfarbe zu ähnlich, kann der Betrachter von Weitem gar nicht richtig erkennen, was auf dem Plakat geschrieben steht.

Einige positive Beispiele für eine stimmige Farbkombination sehen Sie hier:

Farbschema 1
Farbschema 3

Fazit: mit cleverem Plakatdesign zum Erfolg

Plakate zeigen Wirkung – nicht umsonst sind sie seit jeher der absolute Klassiker der Außenwerbung mit langer Erfolgsgeschichte. Genau deshalb sollten Aufbau, textlicher Inhalt sowie grafische Gestaltung gut überlegt sein: Denn das ist der Schlüssel zum Erfolg Ihrer Werbemaßnahme. Wenn Sie Ihr Plakat nun noch clever platzieren und geeignetes Plakatpapier wählen, steht einer erfolgreichen Plakatkampagne nichts im Wege.

Charlotte

About Charlotte

Charlotte – das U steht für Unwissenheit! Denn wenn irgendwo ein großer Haufen Fachwissen ungenutzt herumliegt, dauert es nicht lange, bis Charlotte die Witterung aufnimmt, sich die Kenntnisse einverleibt und einen blitzsauberen Blogbeitrag daraus bastelt.

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