Tutorial Photoshop Basics – Teil 9: Objektivfehler korrigieren

By 19. September 2018 Februar 1st, 2021 Know-how
Tutorial: Objektivfehler korrigieren

Verzerrte Fassaden? Schiefe Wände? Krumme Häuser? Trotz moderner Kameras mit Profi-Objektiven kommt es beim Fotografieren von Gebäuden zu fehlerhaften Darstellungen. Mit Photoshop lassen sich diese Effekte im Handumdrehen beheben.

Ob Maler, Maurer oder Dachdecker, Architekt, Ingenieur oder Vermieter: Jeder, der Außenaufnahmen von Gebäuden anfertigt, hat sich schon über schiefe Fassaden, sich nach oben verjüngende Wände und merkwürdig geschwungene Fensterrahmen gewundert.

Zum Glück hat das selten etwas mit Pfusch am Bau zu tun. Vielmehr verzerren selbst Profi-Kameras mit hochwertigen Objektiven nicht selten Gebäudefassaden, speziell in großen Zoombereichen. Sofern Sie kein Fisheye-Objektiv nutzen und Sie nicht gerade die Erinnerungsfotos vom letzten Pisa-Urlaub anschauen, sollten die Gebäude auf Ihren Bildern natürlich so aussehen, wie sie in natura sind: gerade.

Mit Photoshop Objektivfehler korrigieren

Mit Photoshop können Sie Objektivfehler unkompliziert ausgleichen. In diesem Tutorial kommt Adobe Photoshop CC 2018 für Windows zum Einsatz, die erläuterten Funktionen sind jedoch bereits in älteren Versionen der Bildbearbeitungssoftware enthalten.

Schritt 1: Öffnen Sie das Bild, das Sie bearbeiten möchten, mit Photoshop und duplizieren Sie die Hintergrundebene. Arbeiten Sie fortan in der kopierten Ebene, um jederzeit auf das originale Bild zurückgreifen zu können.

Schritt 2: Wählen Sie nun über das Menü Filter die Objektivkorrektur… aus. Hier können Sie über verschiedene automatische oder manuelle Funktionen häufige Objektivfehler ausgleichen.

Schritt 3: Nach dem Klick auf Objektivkorrektur… öffnet sich die hier abgebildete Maske. Um die Auswirkungen verschiedener Parameter auf Ihr Bild beurteilen zu können, sollten Sie unterhalb des Fotos die Checkboxen Vorschau und Raster einblenden aktivieren. Anhand des Rasters kontrollieren Sie im Folgenden die Ergebnisse Ihrer Korrekturen. Farbe und Größe des Bildrasters können Sie individuell anpassen.

Schritt 4: Im Idealfall erkennt Photoshop automatisch, mit welcher Kamera und welchem Objektiv Sie das Foto aufgenommen haben. Ist dies nicht der Fall, so haben Sie die Möglichkeit, über Kameramarke, Kameramodell und Objektivmodell selbst anzugeben, mit welchem Equipment Sie gearbeitet haben.

Schritt 5: Im nächsten Schritt können Sie über die Funktion Auto-Korrektur geometrische Verzerrungen, chromatische Aberrationen und Vignettierungen ausgleichen. Geometrische Verzerrung heißt, dass fotografierte Objekte entweder durch ungünstige Perspektiven oder Einstellungen beim Fotografieren ihre Form verlieren. Beispielsweise erscheint ein Kreis oval, Quadrate mutieren zu Parallelogrammen und so weiter. Aktivieren Sie die Checkbox Geometrische Verzerrung, um diese Fehler automatisch auszugleichen.

Photoshop Tutorial Verzerrung entfernen Tutorial Verzerrung entfernen

Bei der chromatischen Aberration fransen die Kanten von Objekten farbig aus, weil Licht unterschiedlicher Wellenlängen (also unterschiedliche Farben) durch die Objektivlinsen verschieden gebrochen wird. Speziell bei kontrastreichen Fotos tritt dieser Effekt auf. Durch das Anklicken der Checkbox Chromatische Aberration beheben Sie diesen Fehler.

Als Vignette bezeichnet man einen kreisförmigen dunklen Bildrand. Dieser Effekt durchaus ein Stilelement sein kann, ist in vielen Fällen aber doch eher störend. Vignetten können Sie mithilfe der Checkbox Vignettierung automatisch beheben.

Schritt 6: Erweckt ein Gebäude auf einem Bild den Anschein, als liefen seine Wände nach oben hin pyramidenähnlich zur Bildmitte zu, spricht man von stürzenden Linien. Dieser Effekt entsteht unweigerlich, wenn Sie hohe Objekte mit relativ geringem Abstand fotografieren. Um beispielsweise ein hohes Gebäude komplett aufs Bild zu bekommen, neigen Sie Ihre Kamera automatisch, sodass Sie Fotos „von unten nach oben“ aufnehmen. Quasi aus der Ameisenperspektive. Auch dieser Effekt kann künstlerisch wertvoll sein – oder einfach störend. Zum Glück lassen sich stürzende Linien mit Photoshop begradigen. Klicken Sie dazu auf die Registerkarte Benutzerdefiniert.

Schritt 7: Unter Transformieren passen Sie nun die vertikale und horizontale Perspektive an. Mithilfe der Rasterlinien richten Sie das Gebäude aus, sodass die Fassade parallel zu den Hilfslinien verläuft. Durch diesen Eingriff verändert sich jedoch der Bildausschnitt (im Screenshot als transparente Flächen zu erkennen).

Ob die entstehenden Leerräume als Transparenz, schwarze oder weiße Fläche oder mit den Rand-Pixeln des Bildes gefüllt werden sollen, stellen Sie in der vorhergehenden Maske unter Kante ein.
Auch die oben bereits per Auto-Korrektur eingestellten Parameter zur geometrischen Verzerrung, chromatischen Aberration und Vignettierung können Sie hier manuell verfeinern.

Schritt 8: Jetzt markieren Sie mit dem Auswahl-Werkzeug (zu finden in der Werkzeugleiste) im bearbeiteten Bild einfach einen passenden Ausschnitt und kopieren diesen. Erstellen Sie nun eine neue Ebene und fügen Sie den kopierten Bildinhalt in diese ein.

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Marco

About Marco

Marco wurde das Bloggen in die Wiege gelegt und er ist die fleischgewordene Textmaschine im Team. Sein Interessengebiet ist groß und die Ideen sprudeln nur so aus ihm heraus. Ein Steckenpferd hat er: ökologische und gleichzeitig ökonomische Druckverfahren.

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