Fotografie Basics – Teil 3: HDR-Funktion und Motivprogramme

von 24. Januar 2018 Know-how Keine Kommentare
Fotografie Basics - HDR und Motivprogramme

Kameras lassen sich auch im Automatikmodus kinderleicht an verschiedenste Situationen anpassen – mit HDR-Funktion und Motivprogrammen.

Ob beeindruckende Bergpanoramen im Wanderurlaub, dokumentarische Fotografien des letzten Messebesuchs oder Detailfotos von Produkten für Ihren Onlineshop: Fotografieren Sie mit Ihrer Digitalkamera im Automatikmodus, stößt dieser bei außergewöhnlichen Motiven oder schwierigen Lichtverhältnissen manchmal an seine Grenzen. Die Lösung: Mit intelligenten Motivprogrammen sowie dem Einsatz der HDR-Funktion Ihrer Kamera nehmen Sie bei fast allen Bedingungen hochwertige Fotos auf.

Was ist HDR?

HDR bedeutet High Dynamic Range. Bei dieser Technik wird ein Motiv mehrmals (üblicherweise drei bis fünf Mal) aus der gleichen Position fotografiert. Diese Fotos sind dann normal-, unter- und überbelichtet und werden im Anschluss zu einem einzigen Bild zusammengefügt. So entstehen Fotografien mit sehr großem Dynamikumfang und außergewöhnlichen Kontrasten. Profis verwenden für diese Technik ein Stativ, um das Motiv exakt abbilden zu können, und fügen die Einzelaufnahmen im Anschluss aufwendig in einem Bildbearbeitungsprogramm zu einem Gesamtbild zusammen.

Was ist HDR? HDR-Fotografie

Sie müssen jedoch kein Profi-Fotograf sein, um HDR-Fotos anzufertigen: Die meisten modernen Digitalkameras und Smartphones verfügen über automatische HDR-Programme. Mit dieser Funktion nimmt die Kamera, sobald Sie den Auslöser betätigen, mehrere Bilder mit unterschiedlicher Belichtung auf, verarbeitet sie und speichert ein fertiges HDR-Foto ab. Mit dieser Technik nehmen Sie auch bei schwierigen Lichtverhältnissen tolle Bilder auf.
Ein Nachteil der HDR-Fotografie: Sich schnell bewegende Objekte können Sie mit automatischen HDR-Programmen nicht aufnehmen, da sich in diesem Fall der Bildinhalt der Einzelaufnahmen unterscheiden würde.

Motivprogramme – eine kleine Auswahl

Wo der Automatikmodus Ihrer Kamera an seine Grenzen stößt, können Motivprogramme weiterhelfen. Bei diesen Programmen passt die Digitalkamera Blende, Belichtungszeit, ISO und weitere Parameter auf äußere Einflüsse an. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an besonders weit verbreiteten oder besonders nützlichen Motivprogramme näher erläutert.

Portrait

Im Portraitmodus stellt die Kamera die zu fotografierende Person scharf, den Hintergrund hingegen möglichst unscharf. Dazu verwendet das Kameraprogramm eine weit geöffnete Blende. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto geringer wird die Schärfentiefe, in der Menschen und Objekte scharf fokussiert abgebildet werden. Mehr Informationen zu diesem Effekt erhalten Sie in Teil 1 der Fotografie Basics-Reihe zum Thema Blende, Verschlusszeit und ISO.
Bei vielen Kompaktkameras und Smartphones wird dieser Effekt mit einer digitalen Nachbearbeitung simuliert. Dabei wird ein gewöhnliches Foto aufgenommen, der Hintergrund identifiziert und künstlich unscharf gezeichnet. Bei manchen Geräten werden im Portraitmodus Gesichter automatisch weichgezeichnet sowie (vermeintliche) Hautunreinheiten retuschiert. Das Ergebnis dieser Nachbearbeitung sieht schnell unnatürlich aus. Häufig lässt sich diese Funktion deshalb ausschalten.

Fotografie Basics, Foto offene Blende
Fotografie Sportfoto
Sport

Der Sportmodus eignet sich, um sich schnell bewegende Menschen und Objekte zu fotografieren. Dafür stellt die Kamera eine kurze Verschlusszeit ein, sodass Bewegungen „eingefroren“ werden. Um auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen ordentlich belichtete Bilder aufzunehmen, stellt die Automatik in diesem Modus häufig einen sehr hohen ISO-Wert ein. Dadurch entsteht schnell Bildrauschen. Der integrierte Blitz hingegen wird im Sportmodus meist nicht aktiviert, da er nur einen Raum von wenigen Metern direkt vor dem Fotografen ausleuchten kann. Für Aufnahmen bei Dunkelheit oder im Dämmerlicht eignet sich der Sportmodus also nicht.
Bei vielen Modellen wird mit dem Motivprogramm auch die Serienbildaufnahme aktiviert. Bei jedem Auslösen nimmt Ihre Kamera dann viele Bilder auf – Sie wählen im Nachhinein dann das beste Bild aus.

Nacht

Grundsätzlich stellen Kameras im Nachtmodus einen mittleren ISO-Wert, eine offene Blende und längere Belichtungszeiten ein, um auch bei Dunkelheit gut ausgeleuchtete Bilder aufzunehmen. Je nach Gerät sind die Belichtungszeiten im Nachtmodus so lange, dass Sie scharfe Bilder nur mithilfe eines Stativs aufnehmen können. Viele Kameras nehmen stattdessen mehrere Einzelbilder mit kurzer Belichtungszeit auf und setzen diese im Anschluss zu einem einzigen gut beleuchteten Bild zusammen. Doch auch mit dieser Technik verwackeln Bilder noch relativ schnell. Mit etwas Übung und einer ruhigen Hand gelingen so jedoch durchaus scharfe Bilder, selbst bei Dunkelheit.
Häufig haben Kameras zusätzlich noch einen Nachtportraitmodus. In diesem Fall sind ISO, Blende und Belichtungszeit wie im Nachtmodus beschrieben eingestellt. Zusätzlich aktiviert die Kamera jedoch den integrierten Blitz, um die abzubildende Person auszuleuchten.

Fotografie Landschaftsaufnahme
Landschaft

Im Landschaftsmodus stellt die Automatik eine geschlossene Blende ein, um den Bereich der Schärfentiefe groß zu halten. Dadurch werden möglichst viele Bildinhalte scharf und fokussiert eingefangen. Bei Landschaftsaufnahmen sind so im Bildvordergrund befindliche Objekte, wie Häuser oder Menschen, genauso wie der Bildhintergrund, zum Beispiel ein Wald oder Bergpanorama, scharf abgebildet.
Einige Geräte verstärken zudem die Sättigung von Grün- und Blautönen, um Landschaftsbilder stimmungsvoller wirken zu lassen. Manche Kameras verfügen auch über einen speziellen Herbstmodus – hier werden Rot- und Gelbtöne verstärkt.
Im Landschaftsmodus lassen sich auch Skylines von Städten sehr gut fotografieren – aufgrund der geschlossenen Blende jedoch nur tagsüber.

Makro/Nahaufnahmen

Bei Nahaufnahmen sollen kleine, sich wenige Zentimeter vor dem Objektiv befindliche Objekte scharf und detailreich dargestellt werden. Dafür stellt die Kameraautomatik, ähnlich wie im Portraitmodus, eine weit geöffnete Blende ein, um einen geringen Schärfentiefe-Bereich zu generieren. Tatsächlich stoßen Digitalkameras und Smartphones mit Standard-Objektiven bei Nahaufnahmen schnell an ihre Grenzen. Um zum Beispiel Insekten wie im hier gezeigten Beispielbild zu fotografieren, bedarf es spezieller Kameratechnik.

Der automatische Makromodus eignet sich hingegen sehr gut, um zum Beispiel Produktdetails für einen Onlineshop oder für Tutorials zu fotografieren.

Fotografie Nahaufnahme
Weitere Motivprogramme

Je nach Hersteller, Gerät und Ausstattung finden sich im Einstellungsbereich von Smartphones und Digitalkameras weitere nützliche Motivprogramme. Bei einigen Modellen gibt es zum Beispiel Programme, wie „Essen“, „Food“ oder „Foodfotografie“. Das sind im Endeffekt Makroaufnahmen mit leicht angehobener Farbsättigung, um Lebensmittel schmackhaft aussehen zu lassen. Für Gastronomen, Bars und Lebensmitteleinzelhändler eine sinnvolle Sache.
Im Panoramamodus lässt sich mit einem Kameraschwenk ein großer Betrachtungswinkel in einer einzelnen Aufnahme abbilden. Panoramabilder werden für Architektur- und Landschaftsaufnahmen eingesetzt und bieten sich für Innenausstatter, Handwerksbetriebe, Gärtner und alle anderen Unternehmen, die mit einem Bild viel Inhalt zeigen möchten, an.
Für den Büroalltag, Meetings und Präsentationen ist der Textmodus sehr nützlich: In diesem Programm nimmt die Kamera Fotos mit hohem Kontrast auf, um Dokumente oder Präsentationsfolien gut lesbar zu digitalisieren. Gute Kameras entzerren von der Seite abfotografierte Dokumente sogar automatisch. Das bietet sich zum Beispiel für Nutzer an, die Fahrpläne, direkt auf Messen Visitenkarten interessanter Gesprächspartner oder andere Dokumente digitalisieren möchten.

Fazit

Aufnahmen für den privaten Gebrauch oder rein dokumentarische Bilder gelingen durch gute Automatikprogrammen auch Fotografen ohne jahrelange Erfahrung. Doch so clever Motivprogramme und HDR-Funktionen auch sind: Wer eine gute Kamera hat, sich mit der Technik und korrekten Handhabung auskennt und die Basics der Bildgestaltung beherrscht, wird immer bessere Ergebnisse erzielen als automatische Motivprogramme. Das Maximale holen Sie aus Ihren Fotos mit Bildnachbearbeitung, zum Beispiel mit Photoshop, heraus.

Egal, wie Ihre Bilder entstehen: Gute Fotos sollten gezeigt werden! Zum Beispiel in Ihren Verkaufsräumen, Besprechungszimmern oder in Mitarbeiterkantinen. Schöne Bilder werten außerdem Geschäftsberichte, Firmenmagazine oder Imagebroschüren auf.

Marco

Über Marco

Ist der Rookie im Online-Team von FLYERALARM und lernt jeden Tag Neues dazu. Und weil man Wissen teilt, schreibt er jetzt auch Blogbeiträge. Interessiert sich vor allem für ökologische und gleichzeitig ökonomische Herstellung von Druckprodukten.

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