Serie Veredelungstechniken: Da schau her – partieller UV-Lack

von 9. Juni 2015 BeInspired 20 Kommentare

Auf der Messe mal wieder unzählige Visitenkarten eingesteckt? In der Stadt einen Flyer nach dem anderen in die Hand gedrückt bekommen? Wie soll man da den Überblick behalten? Gut, wenn sich das ein oder andere Produkt abhebt. Ein Papier darf nicht wirken wie ein gewöhnliches Papier. Neben einer ausgefallenen Optik gilt es einen haptischen Reiz zu setzen. Veredelte Produkte schaffen das. Sie sind „erlebbar“, sprechen unsere Sinne an und zählen daher zu den heißesten Trends in der Druckbranche. Grund genug, die gängigsten Veredelungstechniken einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie funktionieren sie und wo sind sie sinnvoll eingesetzt? Los geht’s mit dem partiellen UV-Lack.

Sie wollen wissen, worauf bei der Druckdatenerstellung zu achten ist? Hier geht’s direkt zum Tutorial: Zum Tutorial

Warum eigentlich „UV“-Lack?

UV-Lack heißt nicht UV-Lack, weil er besonders resistent gegen die Strahlen der Sonne ist. Vielmehr ist der Name durch den Herstellungsprozess begründet, bei dem ein UV-Trockner zum Einsatz kommt. Doch der Reihe nach: Das Auftragen des Lacks erfolgt in nur einem Arbeitsschritt und ist bereits nach wenigen Sekunden abgeschlossen. Im Sammeldruckverfahren hergestellte Bogen (meist DIN A0 oder DIN A1 Format) werden zunächst in einem Kalandar gereinigt. So ist eine optimal vorbereitete Fläche für die Lackierung gewährleistet. Anschließend bringen 20 Druckköpfe den Lack im Inkjet-Verfahren auf die gewünschten Stellen des Papiers auf. Um eine schnelle Produktion zu ermöglichen und ein Verlaufen des Lacks zu verhindern, läuft der Bogen nun unter einem Hochleistungs-UV-Trockner (120 Watt/cm) hindurch. Die im Lack enthaltenen Photopolymere (lichtempfindliche Kunststoffe) härten dabei sofort aus, sodass direkt der nächste Arbeitsschritt, das Schneiden, erfolgen kann. Durch diese effektive Produktionsweise können je nach Bogengröße bis zu 10.000 Bogen in der Stunde partiell lackiert werden. So ist ein dauerhaft günstiger Preis der Produkte gewährleistet, ebenso wie eine beste Qualität. In der FLYERALARM Produktion kommt die von Steinemann Technology und Schmid Rhyner entwickelte digitale Lackiermaschine DMAX zum Einsatz. Diese wurde in enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit FLYERALARM unter realen Produktionsbedingungen zur Marktreife gebracht.

Glänzender Eindruck garantiert

Sie möchten Ihren Druckprodukten einen besonderen Glanz verleihen? Mit UV-Lack-Veredelung erhalten Ihre Werbemittel einen Hauch von Exklusivität und individuellem Schick. Vollflächig aufgetragen schützt der Lack die Papieroberfläche und so das Produkt. Gerade bei Visitenkarten eine lohnende Investition, um sie vor Kratzern und anderen Angriffen zu schützen. Denken Sie daran, durch wie viele Hände eine Visitenkarte geht. Mit einer partiellen Lackierung hinterlassen Sie einen bleibenden Eindruck bei Ihren Geschäftspartnern. Veredeln Sie zum Beispiel Ihren Firmennamen oder Ihr Logo.

Durch bestimmte Bereiche, die durch UV-Lack hervorgehoben werden, setzen Sie optische Highlights. Zum Beispiel mit glänzenden Elementen auf Ihren Faltblättern. Platzieren Sie diese gezielt auf Ihren Drucksachen und werten Sie diese dadurch auf. Sie sehen stilvoll und modern aus und sprechen die Sinne auf eine besondere Art an. Dazu gehört nicht nur der visuelle, sondern auch der haptische. Denn die Abwechslung, die durch lackierte und nicht lackierte Stellen entsteht, wird nicht nur gesehen, sondern auch gefühlt. Der Glückwunsch-Schriftzug auf Ihrer Grußkarte etwa bekommt dadurch eine zusätzliche Ausdrucksstärke. Diese Kombination aus auffallender Optik und besonderem Feeling ergibt ein einzigartiges Design, das einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Nicht zu dünn und nicht zu klein!

Wenn die Entscheidung für den partiellen UV-Lack gefallen ist, sollten Sie auch an Papier, Layout und Gestaltung denken. Um einen guten Kontrast zu den glänzenden Elementen zu erzielen, eignet sich am besten ein mattes Papier mit einer Grammatur von mindestens 300g. So heben sich beispielsweise Ihre Flyer gleich in mehrfacher Hinsicht ab. Zum einen durch den hohen haptischen Effekt des dickeren Papiers und des Lacks, zum anderen lässt die Veredelung Ihre Botschaft hell erstrahlen.

Besonders Schriftzüge und klare Formen bieten sich für eine Bearbeitung mit partiellem UV-Lack an. Allerdings nicht, wenn sie zu klein sind. So sollte die Schriftgröße mindestens 12 Punkt betragen, die Linienstärke mindestens 2 Punkt (0,7 mm). Zudem dürfen Lackflächen nicht gefalzt oder angeschnitten werden, daher muss immer genügend Abstand zur Falz oder zum Beschnitt vorhanden sein.

Na, neugierig geworden? Am besten gleich Produkte mit partiellem UV-Lack testen und Ihre Geschäftspartner wie Kunden „spüren“ lassen, wie gut sich Ihr Unternehmen anfühlt…

Raphael

Über Raphael

Interessiert sich am meisten für neue Techniken und Anwendungsmöglichkeiten, also was man außer Papier noch so alles bedrucken kann. Schreibt nach dem Motto: Was gibt es Schöneres als ein witziges, geistreiches oder komplett absurdes Wortspiel? Genau, zwei.

20 Kommentare

  • Avatar Lisa Weber sagt:

    Werde das mal bei Google checken

  • Avatar Stefan sagt:

    Hallo, leider ist das Tutorial nicht abrufbar. Gibt es dieses auch für Photoshop bzw. ist damit anwendbar?
    Gerne würde ich meine Visitenkarten damit veredeln, stehe aber etwas auf dem Schlauch…

    Viele Grüße

    Stefan

  • Avatar Daniel Stäbler sagt:

    Hallo Raphael,

    wie „hoch“ oder erhaben ist der Relieflack?
    Wird er digital oder offset aufgebracht?

    Beste Grüße, Daniel.

  • Avatar Denise sagt:

    Hallo Raphael,

    ich möchte gerne Bilder mit Relieflack veredeln lassen. Dazu habe ich die Bilder bereits in Photoshop mit einer Volltonfarbe versehen und in meiner InDesign Datei in einer neuen Ebene „Lack“ angelegt. Was muss ich noch beachten?
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.

    Viele Grüße
    Denise

    • Marco Marco sagt:

      Hallo Denise,
      für die Veredelung von Druckprodukten mit UV-Lack, Relieflack oder Heißfolien gibt es ein ausführliches InDesign-Tutorial: https://www.flyeralarm.com/blog/de/tutorial-veredelungen-fuenften-farbkanal-in-indesign-anlegen/
      Halten Sie sich einfach genau an die geschilderten Schritte. Dann steht Ihren individuell veredelten Druckprodukten nichts mehr im Wege. 🙂

      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Marco

      • Avatar Nina sagt:

        Hi Marco – das Tutorial ist (zumindest bei mir) nicht mehr abrufbar… ich habe aber die gleiche Frage: was muss ich tun, um partiellen Lack in meiner Druckdatei zu berücksichtigen? Habe InDesign, bin aber noch echt kein Profi…. Daher die (vermutlich) trivialen Fragen: Bekommt ihr die Dateien dann als PDF oder InDesign (wegen der Lack-Ebene!) übermittelt? Habt ihr Druckvorlagen für Flyer für PDF – wegen der Ränder etc?!

        Danke für deine Hilfe!
        Liebe Grüße

        • Marco Marco sagt:

          Hallo Nina,
          die Druckdaten solltest Du uns per PDF zukommen lassen. Hier ist noch einmal der Link zum ausführlichen InDesign-Tutorial, darin werden alle Deine Fragen beantwortet: https://www.flyeralarm.com/blog/de/tutorial-veredelungen-fuenften-farbkanal-in-indesign-anlegen/
          Funktioniert der Link bei Dir jetzt? Wenn nicht, schicke ich Dir das Tutorial gerne per Mail. In den Datenblättern, die Du am Ende jeder Produktkonfiguration herunterladen kannst, findest Du die genauen Maße Deiner Flyer. Wenn Du dir dennoch unsicher bist, kannst Du das kostenlose InDesign Plugin „FLYERALARM Productivity Tools“ herunterladen. Darin sind Vorlagen für zahlreiche Druckprodukte enthalten, inklusive Beschnittzugaben, Sicherheitsabständen und so weiter.

          Herzliche Grüße
          Marco

  • Avatar Sabrina sagt:

    Hallo Raphael,
    zunächst vielen Dank für das gute Tutorial – ich habe meine Visitenkarte danach bereits angelegt und möchte diese partiell lackieren lassen. Meine Frage: mein Logo, das hier lackiert werden soll, liegt auch im Anschnitt, ragt also über das Endformat hinaus. Irgendwo habe ich gelesen, dass das Probleme gibt – ist das richtig? Muss dann die Lack-Farbe nur bis zum Endformat-Rand gesetzt werden? Das würde ja aber wiederum evtl. unschöne Ergebnisse hervorrufen…

    Vielen Dank für die Hilfe und Grüße von der Ostseeküste, Sabrina

    • Raphael Raphael sagt:

      Hallo Sabrina,
      zunächst: Schön, dass Ihnen das Tutorial weitergeholfen hat.
      Partiellen UV-Lack können Sie auch randabfallend anlegen, also auch über den Anschnitt hinaus platzieren. Anders beim partiellen Relieflack: Dieser muss tatsächlich einen gewissen Abstand zum Rand haben.
      Die entsprechenden Informationen erhalten Sie auch immer im jeweiligen Datenblatt am Ende der Produktkonfiguration. Sollte in diesem nichts von einer Einschränkung stehen, können Sie die Veredelung auch randabfallend anlegen.
      Herzliche Grüße aus Würzburg
      Raphael

  • Avatar Susanne sagt:

    Hallo Raphael,
    ich möchte eine Einladung drucken lassen und diese gerne mit einem partiellen UV-Lack versehen.
    Die Einladung hat nur zwei Seiten und wir nicht gefalzt, jetzt ist meine Frage ob ich die Icons die ich auf der Vorderseite habe auch einfach ausfüllen kann ohne Kontur um sie veredeln zu lassen ? Da die Icons mit einer 2pt Kontur einfach nicht gut aussehen

    Grüße aus Düsseldorf
    Susanne

  • Avatar Carmen Russmann sagt:

    Hallo Raphael,

    Ich möchte eine vierseitige, doppelseitige Broschüre drucken lassen mit partieller UV-Lack an der Vorderseite und zwei weitere Seiten auf der Innenseite der Broschüre verwenden, ist das möglich?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Carmen Russmann

  • Avatar Nils sagt:

    Leider sieht man nicht welche Produkte sich mit partiellem UV-Lack bestellen lassen – nach 90 Klicks hatte ich keinen Bock mehr zu suchen!

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