Sonderfarben: HKS- und Pantone

von 13. Oktober 2015 Know-how 2 Kommentare

Für bestimmte grafische Umsetzungen bedarf es beim Druck Sonderfarben, die zusätzlich zu CMYK in einem fünften bzw. sechsten Farbwerk auf den Bedruckstoff aufgebracht werden. Denn nicht jede Farbe kann aus den regulären Komponenten des Vierfarbdrucks gemischt werden. Vor allem in der Verpackungsproduktion, bei der Herstellung von edlen Drucksachen oder Corporate-Design-Konzepten werden Sonderfarben verwendet. Also für Logos oder andere Elemente, die durch die Farbe eine Wiedererkennung hervorrufen, nicht für den bildrealistischen Druck. Es sind bereits fertig gemischte Volltonfarben, die so eine einheitliche Farbdarstellung gewährleisten, egal wo auf der Welt sie zum Einsatz kommen. Das weltweit bekannteste und weitverbreitetste Sonderfarben-System stammt von Pantone, im deutschsprachigen Raum ist HKS sehr gebräuchlich. Beide stellen ihre Farbpaletten auf speziellen Fächern dar, die es in unterschiedlichen Ausführungen für die gängigsten Papierarten und größten Industriezweige gibt.

Pantone

Das Pantone Farbsystem wurde 1963 von Lawrence Herbert geschaffen, mit dem Ziel, standardisierte Farben für Grafiker und die Industrie bereitzustellen. Mittlerweile gibt es diverse Farbfächer für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche der Druck- und Grafikbranche. Dabei werden drei Papiersorten berücksichtigt: gestrichenes (C), ungestrichenes (U) und mattes (M) Papier. Für den Druck auf den verschiedenen Papieren wird jeweils dieselbe Farbmischung benutzt, wodurch die Ergebnisse allerdings variieren. Pantone 100 beispielsweise sieht auf einem gestrichenen Papier anders aus als auf einem matten. Die Verbindlichkeit des Farbrezepts bleibt aber immer erhalten. Das Basis-System, das Pantone Matching System, umfasst 1.755 Sonderfarben. Der CMYK Farbfächer der Plus Series zeigt 2.868 Farben, die mit CMYK darstellbar sind. Darüber hinaus gibt es viele weitere Systeme, die bestimmte Sonderfarbgruppen wie Metallic oder Neon abbilden. Auch für spezielle Designbereiche wie die Bekleidungs- und Architekturbranche sind eigene Farbfächer angelegt.

HKS

Der Name des HKS Warenzeichenverbands e.V. leitet sich von seinen Gründungsfirmen ab: Hostmann-Steinberg Druckfarben, Kast + Ehinger Druckfarben und H. Schmincke & Co. Seit 1968 definiert der Verband Sonderfarben und stellt sie her. Aus 88 Basisfarben mit jeweils 39 Farbnuancen ergeben sich insgesamt 3.520 Volltonfarben, die im HKS-Farbfächer zusammengefasst sind. Weil jede Farbe auf verschiedenen Papieren anders wirkt, gibt es vier Fächer, die für die jeweiligen Bedruckstoffe spezifiziert sind: HKS K für Kunstdruck-, also gestrichenes Papier, HKS N für Natur-, also ungestrichenes Papier, HKS Z für Zeitungspapier und HKS E für Endlospapier. Jeder Farbe ist eine Kennzahl sowie das Kürzel der jeweiligen Papiergruppe zugeordnet, sodass eine einheitliche Systematik entsteht. Ein Beispiel: HKS 1 ist ein sanfter Gelbton. Würde man das Mischverhältnis auf CMYK übertragen, ergäbe das für die einzelnen Papiergruppen ungefähr folgende Zusammensetzungen:

HKS 1 N: 0,5,60,0
HKS 1 K: 0,10,60,0
HKS 1 Z: 0,5,70,0
HKS 1 E: 0,10,60,0.

Aufgrund des Zusammenspiels der gemischten Farbe und des Bedruckstoffes ist das Ergebnis auf den verschiedenen Papieren dasselbe. So ist gewährleistet, dass der gewünschte Farbton auf den unterschiedlichen Papieren immer gleich aussieht. Auch ein Grund, warum wir bei FLYERALARM HKS-Sonderfarben verwenden.

Raphael

Über Raphael

Interessiert sich am meisten für neue Techniken und Anwendungsmöglichkeiten, also was man außer Papier noch so alles bedrucken kann. Schreibt nach dem Motto: Was gibt es Schöneres als ein witziges, geistreiches oder komplett absurdes Wortspiel? Genau, zwei.

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